Museum Schloss Moyland

Julia Niggemann versprüht neuen Mut in Moyland

Julia Niggemann ist die neue Verwaltungsdirektorin in Moyland. Sie möchte dem Haus wieder eine positive Ausstrahlung geben.

Julia Niggemann ist die neue Verwaltungsdirektorin in Moyland. Sie möchte dem Haus wieder eine positive Ausstrahlung geben.

Foto: Andreas Gebbink / nRZ

Bedburg-Hau.  Julia Niggemann ist seit Juli die neue Verwaltungsdirektorin. Sie strahlt Zuversicht und Lebensfreude aus und will Moyland nach vorne bringen.

Es wartet eine Menge Arbeit auf sie. Aber wer in das strahlende Gesicht von Julia Niggemann blickt, der erkennt sofort: Jawohl, die 48-Jährige stürzt sich mit Eifer in ihre neue Aufgabe. Seit dem 1. Juli ist sie die neue Verwaltungsdirektorin des Museums Schloss Moyland und sie möchte von Beginn an ein deutliches Zeichen setzen: Mit dem Haus geht es wieder nach vorn! „Mein Ziel ist es, dass Moyland wieder die Beachtung findet, die es verdient“, sagt sie im Gespräch mit der NRZ.

Die Depots werden saniert

Viele Themen seien drängend. Allen voran die Sanierung der Depoträume, die noch in diesem Jahr angegangen werden soll. Das Schloss sei das Fundament der Stiftungsarbeit, umso wichtiger sei es, zuerst die Mängel im Hause zu beseitigen. Ein Umstand, den man durchaus auch im übertragenen Sinne verstehen kann. Denn das zweite große Ziel sei es, wieder Ruhe rund um Moyland zu schaffen. Interne und externe Streitigkeiten müssten passé sein. Die ehemalige Team-Leiterin einer großen Werbeagentur weiß, wie man Mitarbeiter motiviert und sich in der Öffentlichkeit gut darstellt.

Aber noch gibt es im Depot ein schlechtes Raumklima und eine große logistische Herausforderung wartet auf das Team. 6000 Exponate müssen in die große Ausstellungshalle gebracht werden, damit im Keller die Handwerker ihre Arbeit machen können. Eine neue Klimatechnik soll installiert werden, die notwendigen Gelder werden jetzt beantragt. Das Land NRW soll unterstützen, aber auch andere Fördertöpfe möchte Niggemann anzapfen.

Die neue Verwaltungschefin ist zuversichtlich, dass das Projekt zügig über die Bühne gehen kann. In den ersten zwei Wochen habe sie viele Gespräche geführt und sich viel angesehen. „Es ist erstaunlich, mit welchem Elan die Belegschaft hier arbeitet. Ich spüre keine Resignation oder Frust, viele Mitarbeiter sind seit Jahren dabei und Moyland ist für sie der schönste Arbeitsplatz, den man sich denken kann“, schildert Niggemann ihre ersten Eindrücke.

Das Positive in den Vordergrund

Das Thema Personal ist eine weitere Aufgabe, der sie sich widmen muss. Denn nach wie vor sind einige Stellen nicht besetzt. Die 48-Jährige möchte jetzt erst analysieren, wie das Team aufgestellt ist, ob man Arbeitsabläufe effizienter angehen kann und ob man Mitarbeitern neue Perspektiven schaffen kann: „Es geht nicht darum, Stellen abzubauen“, sagt Niggemann.

Das wichtigste Thema ist für sie jedoch die Außendarstellung. Das Image sei nach all den Querelen nicht gerade das beste. Und daher müssen jetzt die negativen Themen in den Hintergrund treten. „Das Schloss hat ein enormes Potential. Am Wochenende waren 5500 Besucher zum Hortensienfest hier“, betont sie. Ihre Neubesetzung soll Anlass sein, jetzt nach vorne zu schauen. Auch das Land NRW habe signalisiert, Moyland weiter zu unterstützen.

Ein neues Image für das Museum

Das Haus müsse an seinem Image arbeiten und eine Strategie aufbauen. Das Museale werde dabei immer im Zentrum stehen, ob Beuys dies zwingend sei müsse, sei noch die Frage. „Die Sammlung van der Grinten ist so umfangreich und beinhaltet so viele Schätze“, sagt Niggemann. Wichtig seien auch der Garten und die etablierten Feste.

Die Nachbesetzung der künstlerischen Leitung soll jetzt ohne zeitlichen Druck erfolgen. Niggemann hält es für vordringlich, das Schloss auf Vordermann zu bringen, um einer künstlerischen Leitung auch Perspektiven bieten zu können. Sie selbst möchte sich aus diesem Bereich nicht gänzlich heraushalten: „Ich habe eine Leidenschaft für die Kunst und werde eng mit dem Kuratorium zusammenarbeiten. Ich sehe es als gemeinsame Aufgabe an, Strategien zu entwickeln.“

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