Stadtpark

Kein Geld für die Gocher Bucht

Der frühere Verkehrskindergarten im Park Goch ist völlig verwildert. Man sieht aber noch die Ampeln und ein Andreaskreuz. 

Der frühere Verkehrskindergarten im Park Goch ist völlig verwildert. Man sieht aber noch die Ampeln und ein Andreaskreuz. 

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg / NRZ

Goch.  Die Verwaltung meint, es gebe keinen „vernünftigen, zwingenden Grund,“ gleich nach Corona jetzt im Stadtpark zu investieren.

Der frühere Verkehrsgarten und der alte Minigolfplatz bewegen nach wie vor die Gemüter der Kommunalpolitiker. Die Stadt solle ihr Eigentum in den Zustand versetzen, der angemessen ist, beantragte SPD-Fraktionschef Klaus-Dieter Nikutowski im Hauptausschuss Goch, der diesmal den Rat ersetzte. Die SPD beantragte vergeblich 120.000 Euro. Denn allein für 80.000 Euro wolle die Stadt ja die öffentliche Toilettenanlage überarbeiten, da könne man besser alles in einem machen: 20.000 Euro für eine Umzäunung, 35.000 Euro für eine Gestaltung im Inneren. Viele Familien besuchten den Stadtpark. Er erinnere sich gern an Familiengemeinschaft am Minigolfplatz.

40.000 Euro Unterhaltskosten sind zu viel

Die Verwaltung aber empfahl, das abzulehnen. Weil man wegen der finanziellen Folgen von Corona nicht wisse, „was morgen und übermorgen ist“, solle man das Thema nicht wieder aufkochen, das vor einem halben Jahr schon abgelehnt wurde, sagte Bürgermeister Ulrich Knickrehm. „Es gibt keinen vernünftigen, zwingenden Grund, jetzt davon abzuweichen“. Kämmerin Bettina Gansen bekräftigte: „Uns wird zurzeit der Boden weggezogen. Wir sind nicht in der Lage, 40.000 Euro investive und Unterhaltskosten zu decken.“ Nikutowksi sah es so: Man habe doch nur deshalb vor sechs Monaten abgelehnt, weil sich eine neue Nutzung für den Klosterplatz abzeichnete, „und nicht, weil wir uns das nicht leisten wollten“. In Zeiten von Niedrigzins könne man auch trotz Corona jetzt investieren, das Geld fließe in das heimische Handwerk zurück.

Der Park bedarf einer Sanierung

Andreas Sprenger, CDU sagte, dass der Zustand der Gocher Bucht so nicht bleiben könne. Udo Wennekes (BFG) sagte. „Es ist allen klar, dass etwas passieren muss. Aber in Zeiten, in denen nicht klar ist, ob man sein Haus bezahlen kann, fängt man nicht an, einen Pool zu planen.“ Hildegard Fielenbach-Hensel (Grüne) zweifelte, ob Minigolf überhaupt noch zeitgemäß sei oder man eher Kletterwände und einen Abenteuerspielplatz brauche. Ferdinand Heinemann (FDP) gab zu bedenken, dass zwar „ein Teil des Parks der Sanierung bedarf“, man sich dadurch aber „nichts Größeres zubauen“ dürfe. Ludwig Kade (ZiG) erinnerte, dass man seit acht Jahren die Toiletten im Park behindertengerecht umbauen wolle, überhaupt so nutzbar machen, dass die Paddler nicht immer anlegen und in die Büsche gehen. „Statt dessen vergammelt die Gocher Bucht. Wir kriegen nix auf die Kette. Ich stimme dem Antrag der SPD zu“. Damit war er einer von Fünfen, die von 15 Nein-Stimmen überstimmt wurden.

Zur nächsten Bauausschusssitzung ist Thomas Claassen vom bürgerschaftlichen „Verein Gocher Stadtpark“ eingeladen.

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