Coronaschutzverordnung

Kleve: Ordnungshüter können Corona-Kontrolle kaum stemmen

Die Ordnungsämter in Kalkar und Kleve haben jede Menge damit zu tun, die Corona-Verordnungen zu kontrollieren.

Die Ordnungsämter in Kalkar und Kleve haben jede Menge damit zu tun, die Corona-Verordnungen zu kontrollieren.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Kreis Kleve.  Zeitlich und personell bedeuten die Corona-Hygiene-Kontrollen in Gaststätten in Kleve und Kalkar jede Menge Aufwand für die Ordnungsämter.

Wenn der Leiter des Klever Ordnungsamtes, Ralph van Hoof, in rund 18 Monaten mit 65 Jahren in den Ruhestand geht, dann weiß er, was er geleistet hat. Nicht erst seit diesen schwierigen Wochen der Corona-Pandemie – aber im Rückblick wird er sich daran sicherlich als erstes erinnern. In den vergangenen Wochen hat er mit seinem Team an engagierten Mitarbeitern alle Hände voll zu tun gehabt – und hat es noch und immer mehr. Kontrollen jede Menge, um die Einhaltung der Coronaschutz-Verordnung, die sich ständig ändert, zu überprüfen.

Am 11. Mai kam dann die bislang jüngste Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus heraus, kurz: die Coronaschutzverordnung. Und die stellte nicht nur das Klever Ordnungsamt vor enorme Probleme. Van Hoof: „Hatte Minister Laschet in der ersten Ankündigung noch von der Öffnung von Speiserestaurants gesprochen, so heißt es in der Verordnung nun aber tatsächlich unter § 14, dass alle Betriebe – Restaurants, Gaststätten, Kneipen, Imbisse, Cafés, öffentliche Mensen und Kantinen sowie andere Einrichtungen der Speisegastronomie dazu gehören. Der Aufwand, da nun überall zu prüfen, ob die Auflagen zur Eröffnung auch eingehalten werden, ist enorm!“ Und kaum zu stemmen.

Mitarbeiter übernehmen an Wochenenden freiwillig Zusatzdienste

Das Klever Ordnungsamtsteam ist bereits verdreifacht worden (normalerweise vier, jetzt sind es zwölf Leute). Zusätzliche gibt es eine Abfrage im Rathaus, welche Mitarbeiter freiwillig (und bezahlt) noch zusätzliche Dienste an den Wochenenden übernehmen können.

„Dazu kommen ja noch all die anderen Alltags-Corona Kontrollen“, ergänzt van Hoof. „Spielplätze, Bolzplätze, Freizeiteinrichtungen und vieles mehr müssen ja auch kontrolliert werden.“ Da ist es verständlich, dass nicht alles sofort erledigt werden kann. Zumal auch eine Schulung der Mitarbeiter in der Kürze der Zeit auf wieder neue Regeln gar nicht geleistet werden konnte. „Und nun kommen per Mail aus dem Ministerium von einer Mitarbeiterin Interpretations- und Handhabungs-Vorgaben. Das geht gar nicht“, ärgert sich van Hoof. „Bis eine neue oder andere Verordnung erlassen wird, müssen und werden wir uns an die jetzige halten!“

85 Gaststätten und Kioske, 57 Imbisse und Bäckereien, 17 Spielhallen

Das bedeutet alleine für Kleve und das Team des Ordnungsamts: 85 Gaststätten, Trinkhallen, Kioske mit Konzession haben geöffnet. Außerdem 57 Imbisse und Bäckereien, sowie 17 Spielhallen an zehn Standorten. „Ganz klar ist nur geregelt, dass es Bars, Clubs, Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen, sowie Spielbanken unter Ausnahme der Automatenspiele sowie Bordellen untersagt ist, zu öffnen“, heißt es in §10 Absatz I der Verordnung, die nun bis zum 25. Mai gültig ist. Dann tagt die Ministerrunde erneut und es ist wieder mit Änderungen zu rechnen.

Bis dahin tut das Ordnungsamt, was in seiner Macht und Kraft steht. Ralph van Hoof ist mit dem Ergebnis der Kontrollen zufrieden. „Die Liste der Hygiene-, Abstands- und Verhaltensregeln ist lang. Aber die meisten geben sich wirklich sehr viel Mühe. Wenn wir etwas beanstanden müssen, dann wird das in der Regel schnell bereinigt“, so der Ordnungsamtsleiter.

6500 Kontrollen durchgeführt

Natürlich gäbe es hier und da Ausnahmen, aber auch im positiven Sinne, wo es nichts zu beanstanden gibt. Seit Beginn des Corona-Lock-Ups mit den jetzigen Lockerungen wurden 6500 Kontrollen in Kleve durchgeführt. Es gab 220 Bußgeldverfahren, von denen nur drei Gewerbetreibende waren. Der Rest ergibt sich aus dem Fehlverhalten von Privatleuten.

Auch in anderen Städten und Gemeinden haben die Teams vom Ordnungsamt ähnlich viel Arbeit zu schultern. Das gilt auch beispielsweise für die Restaurantstadt Kalkar. 35 Gaststätten, Cafés, Imbisse und Co. haben hier geöffnet. Andreas Stechling vom Ordnungsamt der Nicolaistadt hat eigentlich nur drei Mitarbeiter, die nun auf sieben aufgestockt wurden. Immer noch wenig, wenn man bedenkt, dass für das Kalkarer Ordnungsamt auch das Wunderland Kalkar mit auf der „To-do-Liste“ steht.

„Aber wir stimmen uns alle miteinander ab und noch am Donnerstag vor der Lockerung für die Gaststätten hat die Bürgermeisterin mit den Gastronomen zusammen gesessen. Gemeinsam wurde und wird überlegt, wie wir das alles meistern können. Das läuft hier in Kalkar gut“, betonte auch Stadtsprecher Harald Münzner.

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