Kunsthandwerk

Klever Ehepaar stellt wetterfeste Outdoorfackeln her

Herbert Ginters aus Reichswalde ist ein begabter Handwerker.

Herbert Ginters aus Reichswalde ist ein begabter Handwerker.

Foto: Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kleve-Reichswalde.  Mit seiner Frau stellt Herbert Ginters Fackeln her, die Wind und Wetter trotzen. „JuHe Outdoorfackeln“ sind echte Wertarbeit aus Reichswalde.

Hätte man Herbert Ginters (55) noch vor rund sechs Jahren gefragt, wovon er denn so richtig schlechte Laune kriegt, dann hätte er vermutlich geantwortet: „Von Fackeln, die bei jedem Windstoß und/oder Regentropfen aus gehen.“ Denn damals – vor seinem 50. Geburtstag, den er groß gefeiert hat – wollte er die Partygäste vor allen Dingen mit einem toll illuminierten Garten überraschen. Trotz verschiedenster Versuche mit Fackeln, Brennschalen, Öllampen und Co. war das Ergebnis immer das gleiche: Bei Wind und Regen war Schluss mit dem romantischen Feuerschein.

Also tüftelte der begabte Handwerker und chemisch geschulte Reichswalder so lange mit Materialien und Formen, bis ihm die perfekte Outdoorfackel gelang: „Ich habe über ein Jahr lang jede Menge abgefackelt, um schließlich das passende Material, die passende Zusammensetzung zu finden.“ Seine Frau Jutta Ginters (54) sorgte stilsicher und kreativ begabt für ein höchst ansprechendes Äußeres der Fackeln.

Das Ehepaar meldete ein Kleingewerbe an

Das Ergebnis war mehr als zufriedenstellend und konnte sich offensichtlich sehen lassen. Die Geburtstagsgäste waren so begeistert von der Eigenkreation des Ehepaares Ginters, dass alle dazu rieten, die Fackeln einem breiten Publikum zu präsentieren und zum Verkauf anzubieten. „Mit zehn Fackeln haben wir dann begonnen. Wir meldeten ein Kleingewerbe an und nennen uns bis heute ,JuHe Outdoorfackeln’.“

Hauptberuflich ist Herbert Ginters bis heute im Außendienst einer chemisch-technischen Produktion unterwegs. Seine Frau arbeitet im Sekretariat eines Klever Pfarrheims. Der Vater zweier erwachsener Söhne ist froh, dass er durch die Fackel-Idee sein handwerkliches Geschick weiterhin nutzen kann. Denn gelernt hat er ursprünglich Tischler. Diesen Traumberuf konnte er aufgrund einer schweren Holzstauballergie aber nur acht Jahren ausüben. Dann musste er ihn an den Nagel hängen und umschulen.

Verkauf beim Moyländer Kräutergartenfest

„JuHe Outdoorfackeln“ kamen da gerade recht, um den Tüftler und Handwerker Ginters weiterhin zu fordern. Der Name „JuHe“ setzt sich übrigens aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen des Ehepaares Ginters (Jutta und Herbert) zusammen. Die Nachfrage nach den Fackeln ist bis heute ungebrochen. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes Dauerbrenner und wurden bereits im Rahmen des Moyländer Kräutergartenfestes ausgestellt und bereichern seit fünf Jahren auch den Borkener Weihnachtsmarkt.

Das Geheimnis der Fackeln gibt Ginters nicht preis, zumindest nicht bis ins Detail. Nur soviel: Die Außenhülle besteht aus einer sehr speziell behandelten Pappröhre, die durch die Beschichtung brennen kann, wie eine Art Docht. Aber eben ein außenliegender Docht. Das ganze Rohr wird dann mit Kerzenwachs gefüllt und erhält nur ganz oben am Rand eine Art Anbrennhilfe.

Die Fackel an sich steht auf einem höhen verstellbaren Dreibein mit einem durchbrennsicheren Boden. Die Fackel brennt dann innerhalb von 24 Stunden mit einer bis zu 30 Zentimeter hohen warmen Flamme vollständig ab. „Es sei denn, sie wird gefüttert“, erklärt der Fackelmann. Soll heißen: Wird Wachs nach gefüllt, brennt sie bis zu 240 Stunden lang.

Fackeln kosten zwischen 55 und 106 Euro

Die großen bunten Outdoorfackeln werden auf Wunsch auch personalisiert hergestellt. Kostenpunkt: 55 Euro. „Dafür ist meine Frau zuständig. Sie ist eine echte Künstlerin“, freut sich Ginters über die Begabung seiner Frau, die ebenso wie er für die „Made in Reichswalde“-Fackeln brennt. Er ist der Macher, der Konstrukteur für die Fackel an sich.

Eine ebenfalls von Ginters konstruierte Edelstahlfackel (Kostenpunkt 106 Euro) brennt allerdings nicht ab, sondern ewig – voraus gesetzt sie wird regelmäßig mit Wachsresten gefüttert. Aber ganz gleich welche Fackelart und Größe – sie alle sind wetterfest, brennen auch bei Wind und Regen.

Wer mehr über die Fackeln und die Erfinder wissen möchte, der kann Herbert Ginters auch anrufen: Weitere Infos gibt’s auch im Netz unter www.outdoorfackel.de. Zu sehen sind die Fackeln zudem im Kerzenhaus Hasselt sowie im Blumenhaus Floralis in Materborn.

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