„Fridays for Future“

Kreis Klever Klima-Aktivistin setzt sich für die Zukunft ein

Elena Janßen aus Bedburg-Hau organisiert in Kleve die Bewegung „Fridays for Future“ mit.

Elena Janßen aus Bedburg-Hau organisiert in Kleve die Bewegung „Fridays for Future“ mit.

Foto: Andreas Daams

Bedburg-Hau.   Elena Janßen ist im Vorstand der „Fridays-for-Future“-Bewegung. Die 17-Jährige ist überzeugt, dass die Politik reagiert, wenn der Druck da ist.

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Der nächste „Streik“ ist gar keiner. Am 29. März werden die Klever Schüler und Studenten erst um 16 Uhr mit ihrer Demonstration beginnen. Damit die Kritiker nicht behaupten können, bei den „Fridays for Future“ gehe es nur ums Schule-Schwänzen. Elena Janßen kann diesen Vorwurf sowieso nicht verstehen. „Wer schwänzen will, würde nicht zu unseren Demonstrationen kommen“, ist sie überzeugt. „Jugendliche sollen begreifen, dass es um ihre Zukunft geht.“

Schüler treten für einen besseren ÖPNV ein

Die 17-Jährige aus Bedburg-Hau war ganz überrascht, dass die Fridays for Future in Kleve so einen großen Zulauf haben. „Ich hatte das Gefühl, dass die Jugend sich viel zu wenig mit Politik auseinandersetzt.“ Jetzt lernt sie dort viele Gleichgesinnte kennen, ältere und jüngere. Sie diskutieren in WhatsApp-Gruppen, haben Arbeitskreise gebildet, die sich etwa um Organisatorisches kümmern, um Social Media, um Werbung. Sogar einen Vorstand gibt es und Sprecher, alles demokratisch gewählt.

Elena Janßen ist im Vorstand aktiv. „Wir möchten, dass sich die Leute einbringen können“, beschreibt sie die Struktur, die die Bewegung sich gegeben hat. Verantwortung übernehmen, sich abstimmen, Entscheidungen treffen – man könnte es als gute Übung für die Zukunft ansehen, wenn, ja wenn es nicht genau darum ginge: um die Zukunft.

„Ich versuche schon immer, mein Bestes zu geben“

Elena Janßen ist schon als Kind zu Umweltbewusstsein erzogen worden. Sie ist schon immer Vegetarierin, nutzt das Fahrrad, kauft Klamotten auf dem Trödelmarkt. „Ich versuche schon immer, mein Bestes zu geben“, sagt sie. Gegenwärtig besucht sie nur noch einmal wöchentlich das Berufskolleg in Kleve. Ein Jahr lang dauert ihr Praktikum in einem Krankenhaus, ein Baustein auf dem Weg zum Fachabitur. Morgens steht sie um vier Uhr auf, um mit dem öffentlichen Nahverkehr nach Meerbusch zu kommen. Womit man schon bei einer Forderung der Fridays-Demonstranten ist: Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs auch auf dem Land. „Wie will man beispielsweise von Keeken nach Goch kommen?“, fragt sie.

Ein kleiner Punkt nur auf der Liste der großen Forderungen, aber einer, den man lokal anpacken kann. „Die Politiker müssen sich mit diesen Themen auseinandersetzen“, fordert sie. Und warum gibt es eigentlich keine Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden? Je größer der Druck, desto eher wird so etwas gelingen. Davon ist Elena Janßen überzeugt. Auch die großen Dinge: Einhaltung des Klimaabkommens von Paris. Reduzierung fossiler CO2-Emissionen. All das, wofür Menschen in 120 Ländern auf die Straße gehen. „Ich lasse mich nicht runterziehen von Leuten, die sagen, es sei eh schon zu spät“, sagt sie. „Aber ich werde auch nicht aufhören, bis die Ziele erreicht sind.“

„Jeder muss anfangen zu verzichten“

Die „Fridays-for-Future“-Demos haben Elena Janßen dazu gebracht, selber noch genauer hinzuschauen, was man tun kann. „Jeder muss anfangen zu verzichten“, glaubt sie. Manches ist nicht schwer. Auf dem Wochenmarkt einkaufen zum Beispiel, plastikfrei. Sie hat ihre Eltern davon überzeugt, regelmäßig wieder dorthin zu gehen. Anderes wird schwieriger werden. Nicht zuletzt, weil es irgendwann immer ums Geld geht. Für Elena Janßen ist die Priorität jedenfalls klar: „Geld kann man nicht essen. Und Umwelt haben wir nur eine.“

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