Schule und Beruf

Klever Schulmodell soll Firmen und Nachwuchs zusammenbringen

Schülerinnen und Schüler der Joseph-Beuys-Gesamtschule sahen sich bereits im Dezember um beim Schulmodell der IHK mit den Städten Kleve und Emmerich sowie den Gemeinden Bedburg-Hau und Kranenburg. Es bringt Unternehmen und Schüler zusammen. 

Schülerinnen und Schüler der Joseph-Beuys-Gesamtschule sahen sich bereits im Dezember um beim Schulmodell der IHK mit den Städten Kleve und Emmerich sowie den Gemeinden Bedburg-Hau und Kranenburg. Es bringt Unternehmen und Schüler zusammen. 

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kreis Kleve.   Kleve, Emmerich, Bedburg-Hau und Kranenburg machen die Berufswahl zur gemeinsamen Sache. Ein Projekt will Firmen und Schüler zusammenbringen.

„Vier Städte und Gemeinden zusammen zu bringen, war nicht so einfach. Aber mit der Besetzung der Stelle ging es sofort los“, sagte Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing im Schulausschuss Kleve. Vier Kommunen taten sich zusammen, um ein Projekt zu finanzieren. Es nennt sich „Klever Schulmodell“, meint aber auch Bedburg-Hau, Kranenburg und Emmerich. Es geht darum, Schülern auf dem Weg von der Klasse in den Beruf mehr Sicherheit zu geben und Firmen künftige Azubis vorzustellen.

35 Kooperationen mit großen und kleinen Firmen

35 Kooperationen wurden bereits geschlossen zwischen großen und kleinen Firmen und folgenden Schulen: Gesamtschule am Forstgarten Kleve, Joseph-Beuys-Gesamtschule Kleve, Realschule Kleve, noch Europa-Hauptschule und Hanse-Realschule Emmerich, die ab Juli Gesamtschule Emmerich sind. Aber auch die Gymnasien dürfen sich angesprochen fühlen, wenn jetzt Workshops, Betriebsbesichtigungen und Einzelgespräche anlaufen. Am 5. Juni wird es ein erstes Speed-Dating zwischen 200 Schülern und 19 Unternehmen geben mit „Ausbildungsbotschaftern“, also echten Azubis, die von ihren Erfahrungen berichten. Es läuft in Emmerich.

Bedarf an Azubi-Nachwuchs wächst

Projektleiterin Sarah Thomas versteht sich als Jobcoach, erzählte, dass sie im Ruhrgebiet BWL, Marketing und Erziehungswissenschaften studierte, also alle Facetten des Themas kenne. Ihr Ausgangspunkt ist der wachsende Bedarf an Nachwuchs in regionalen Betrieben und die Kritik der Unternehmer, dass die Qualität der Bewerbungen schlechter werde.

Thomas stelle auch fest – etwa in Duisburg –, dass Schüler schlecht mit den Word-Programmen am Computer umgehen könnten.

Schüler sind oft recht orientierungslos

Die Schülerinnen und Schüler ihrerseits stünden recht orientierungslos da. Kleine Unternehmen sind nicht so bekannt und ebenso wenig die 300 Ausbildungsberufe. Die Hemmschwelle, sich einfach mal einen Betrieb, einen Beruf anzuschauen, sei sehr hoch.

Die „Landflucht“ treibt Schüler in Großstädte. „Hier ist es auch schön und an Wochenenden kann man immer noch nach Düsseldorf oder Köln fahren“, wirbt Sarah Thomas. Andererseits seien den Schülern auch viele der 3500 Dualen Studiengänge und mehrere Tausend Bachelor-Studiengänge nicht bekannt.

Berufswünsche der Mädchen und Jungen oft noch stereotyp

Noch seien die Berufswünsche der Mädchen und Jungen meistens stereotyp. „Ich versuche das aufzubrechen“, auch die Vorurteile gegenüber Berufen ohne Studium, sagt Sarah Thomas. Allerdings mache ein schlechtes ÖPNV-Netz für junge Leute den Weg zu möglichen Arbeitgebern schwer.

Im Dezember knüpfte die Projektleiterin erste Kontakte zu 28 Unternehmen mit 60 Schülern beim „Kick off“ unter dem Titel „Deine Reise zum Ausbildungsplatz“ im Klever Technologiezentrum. Im ersten Halbjahr kamen 22 Firmen mit 201 Schülern in Kontakt. Sarah Thomas gab 32 Einzelberatungen. Drei Schüler wurden in Ausbildung vermittelt – ein Metallbauer und zwei Speditionskaufleute.

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