Klever Kaskade

Klever Tiefbauamtsleiter: Betonteppich war absolut notwendig

Bei der Sicherung des Hangs kam viel Beton zum Einsatz.

Bei der Sicherung des Hangs kam viel Beton zum Einsatz.

Foto: Andreas Gebbink

Kleve.   Bernhard Klockhaus erläuterte im Klever Umwelt- und Verkehrsausschuss die Notwendigkeiten zur Sicherung der Kaskade.

Die Gemüter wollen sich angesichts dieses Anblicks immer noch nicht beruhigen. Viele Klever empfinden die Sicherung der Kaskade am Kermisdahl als ein ästhetisches Tauerspiel. Mit viel Beton ließ die Stadt die Uferböschung nach dem Erdrutsch am 4. Mai 2017 sichern. Von der ehemals eleganten Wassereinleitung in den Kermisdahl ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Tiefbauamtsleiter Bernhard Klockhaus erläuterte jetzt im Ausschuss für Umwelt und Verkehr, dass diese Maßnahme in dieser Form absolut notwendig gewesen sei. Zu Beginn seines Vortrages zeigte er ein Video, in dem die Ausschussmitglieder zu sehen bekamen, wie enorme Wassermassen die Kaskade hinunterrauschen. Im Mai 2017 sei der komplette Hang abgerutscht und auch bei späteren Starkregenereignissen sei die untere Böschung weggespült worden.

Klockhaus hat für die Bauausführung viel öffentliche Kritik einstecken müssen. Im Ausschuss sagte er: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der jetzt laut aufschreit, damals die Verantwortung übernommen hätte.“ Der Fokus der Maßnahme habe auf Sanierung und Sicherheit gelegen. Es habe die Gefahr bestanden, dass ein Wohnhaus am Eisernen Mann abrutscht.

Spundwände und Bodennägel

Detailliert klärte Klockhaus auf, welche Maßnahmen konkret durchgeführt worden sind. So wurden zwei Reihen Spundwände gesetzt, die nun sieben bis neun Meter in den Boden ragen. Zusätzlich wurde der Hang aufwendig mit Bodennägeln gesichert, die ebenfalls sieben Meter in den Hang hineinragen. Dafür wurde ein Spezialfahrzeug aus Frankfurt angeheuert.

Abschließend wurde ein großer Betonsockel errichtet: „Dieser sichert die Kaskade“, so Klockhaus. An der Böschung wurde Schottermaterial eingebracht und der Uferbereich mit Wasserbausteine versehen, die mit Beton bespritzt wurden: „Das diente nicht dazu, das Ganze hässlich zu machen, sondern eine Verklammerung der Steine hinzubekommen.“

Bürgermeisterin Northing: „Sicherheit geht vor“

Bürgermeisterin Sonja Northing betonte: „Das Thema ist eine Frage der Sicherheit. Der gesamte Hang drohte abzustürzen. Sicherheit geht nun mal vor. Das war eine gefährliche Situation.“

Zurzeit wird das Gelände beobachtet, um mögliche Erdbewegungen festzustellen. Im Uferbereich werde man eine Anspritzaussaat ausbringen, damit sich der unansehnliche Betonteppich begrünt.

Die Maßnahme hat bislang 1,5 Millionen Euro gekostet. Dies sei vor allem der aufwendigen Einbauarbeiten geschuldet. Insgesamt seien 6000 Tonnen Material verarbeitet worden, so Klockhaus.

Der Tiefbauamtsleiter kündigte an, dass in Zukunft der gesamte Bereich der Endmoräne untersucht werden soll. Die Stauchmoräne sei ein Überbleibsel der Saale-Eiszeit. Der Boden besteht vor allem aus Sand und Lehm.

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