Umweltschutz

Kleve möchte Vorreiter beim Klima- und Insektenschutz sein

Bürgermeisterin Sonja Northing wirbt für mehr Umweltschutz in der Stadt.

Bürgermeisterin Sonja Northing wirbt für mehr Umweltschutz in der Stadt.

Foto: Andreas Gebbink / nRZ

Kleve.  Die Stadt Kleve und die Schulen informierten über Maßnahmen, die dem Klima nützen können. Auch der Insektenschutz wird forciert.

Kleve sendet ein Aufbruchsignal für den Klimaschutz. In der Stadthalle präsentierte die Stadtverwaltung ihre Vorhaben und Projekte für eine grünere Zukunft. Bürgermeisterin Sonja Northing hat auf Anregung der Jugend-Initiative Fridays For Future zu dieser Klimaschutzveranstaltung eingeladen. Sie appellierte an alle Klever: „Wir wollten nicht die Hände in den Schoß legen, sondern etwas tun. Ich würde mir wünschen, dass viele Menschen erkennen, dass das Thema Klimaschutz sich nicht zum Streiten eignet.“

CO2-Ausstoß senken

Bau- und Planungsdezernent Jürgen Rauer zeigte in einem Fachvortrag, welche Initiativen die Stadt bereits genommen habe und welche konkreten Maßnahmen man für die Zukunft plane. Wie berichtet möchte die Kreisstadt den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent senken (Basisjahr 2010). „Ich hoffe, dass wir die 30-Prozent-Marke locker reißen“, sagte Rauer. Man habe bereits eine Menge unternommen. So wurden die Feuerwehrgerätehäuser mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, die Straßenbeleuchtung wird peu à peu auf LED umgestellt, das Rathaus sei ein Passivhaus und gerade wird ein Konzept zur Erstellung einer Thermokompaktanlage für das Klärwerk erstellt. „Allein damit lassen sich 800 Tonnen CO2 einsparen. Das ist eine unvorstellbare Menge.“

Die Verwaltung entwickle zu dem ein neues Verkehrskonzept. Rauer verriet, dass hier der Öffentliche Personennahverkehr eine viel wichtigere Rolle spielen werde. „Ich persönlich halte das E-Auto für keinen Heilsbringer. Das beste Auto ist jenes Auto, das nicht fährt“, sagte Rauer. Er wies auf die Problematik der Batterietechnik hin und auch die vorhandenen Stromnetze seien für eine massive Nutzung von Stromautos nicht geeignet.

Kleve betreibt aktiven Insektenschutz

Neben dem Klimaschutz ist auch der Insektenschutz ein wichtiges Thema in der Kreisstadt geworden. USK-Leiter Karsten Koppetsch erläuterte das Konzept „Insektenfreundliche Stadt“ (wir berichteten). Mittlerweile habe man auf 3,5 Hektar Blühwiesen angelegte und dies werde man in diesem Sommer auch deutlich wahrnehmen können. Den ersten Aufschlag mache man auf städtischen Flächen – in Parks, auf Schulhöfen, Friedhöfen, Sportanlagen. Acht Mitarbeiter würden sich mit diesem Thema beschäftigen. Die Verwaltung regt auch Unternehmen an, etwas zu tun. So seien gerade große Rasenflächen an Gewerbehallen ideal, um diese als Blühstreifen auszuweisen. Die Kosten für den Insektenschutz sind relativ gering: Kleve wendet für das erste Jahr gut 130.000 Euro auf.

Neuauflage des Stadtradelns

Nur über den Klimaschutz zu reden ist wohlfeil. Vielmehr kommt es auf das Handeln an. Daher startete gestern in der Stadthalle auch die Neuauflage fürs Stadtradeln. Drei Wochen lang sollen die Klever das Fahrrad aus dem Schuppen holen und dafür das Auto in der Garage lassen. Möglichst viele Strecken sollen mit dem Fahrrad zurückgelegt werden: den Weg zur Arbeit, zur Schule, in die Stadt, zum Supermarkt oder zur Entspannung.

Bislang haben sich für Kleve 43 Teams angemeldet. Auch der Stadtrat ist prominent vertreten. Um auf die Aktion besser aufmerksam zu machen, hat die Verwaltung zwei „Stadtradelstars“ gefunden: Bruno Janßen, Lehrer am KAG, ist oft mit seinem Handbike unterwegs. „Ich bin ein überzeugter Handbikefahrer. Aus meinem Fenster sehe ich jeden Tag den Verkehrsinfarkt an der Kreuzung Römerstraße/Ringstraße. Mit dem Fahrrad bin oft sehr viel schneller in der Stadt unterwegs, als wenn ich das Auto nehmen würde. Allein auf der Emmericher Straße gibt es sieben Ampeln. Da bin ich mit dem Bike schon längst in der Schule.“

Mit dabei ist auch Hendrik Heiting, der jeden Tag mit seinem Fahrrad zur Karl-Kisters-Realschule fährt. „Hoffentlich sind viele Kinder und Jugendliche mit mir unterwegs“, sagt er.

Wer mitmachen möchte und bis zum 4. Juli weitestgehend aufs Auto verzichten will, der kann sich im Internet noch anmelden, das Fahrrad putzen, die Kette ölen und einfach losfahren.
Detaillierte Informationen gibt es auf der Seite www.stadtradeln.de/kleve.

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