Handwerk

Kreis Kleve: Steigende Umsätze beim Metzger

Viele Fleischer bieten einen Partyservice an.

Viele Fleischer bieten einen Partyservice an.

Foto: Kreishandwerkerschaft Kleve / NRZ Kleve

Kreis Kleve.  Die Umsätze stimmen das Fleischerhandwerk „leicht optimistisch“. Freie Stellen zu besetzen oder Azubis zu finden bleibt aber schwer.

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Die Umsätze im deutschen Fleischerhandwerk haben sich auch im Frühjahr und Sommer des Jahres erneut positiv entwickelt. Das zumindest weisen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das zweite Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus, die ein Plus von 2,7 Prozent vermelden. Auch das dritte Quartal sei für die handwerklich arbeitenden Fleischer-Fachgeschäfte nach bisherigen Erkenntnissen erfreulich gut verlaufen, heißt es dazu von der Kreishandwerkerschaft Kleve. „Diese Entwicklung stimmt uns leicht optimistisch“, bestätigt Lothar Quartier, Klever Fleischermeister und Geschäftsführer der Metzgerei Quartier GmbH. „Wir konnten ein leichtes Plus an Kunden verbuchen.“ Die Menschen kämen zurück zum lokalen Fleischer und legten offensichtlich immer mehr Wert auf Regionalität.

Die Ertragssituation ist durch den Preisanstieg für Schweinefleisch belastet

Die Ertragssituation sei allerdings belastet durch den starken Anstieg der Preise für Schlachtschweine und Schweinefleisch, dem wichtigsten Rohstoff der Branche, teilte die Kreishandwerkerschaft mit. Das verringerte Marktangebot und der starke Importbedarf Chinas aufgrund der dort grassierenden Afrikanischen Schweinepest sorgten in Deutschland für einen drastischen Anstieg der Notierungen, so die Kreishandwerkerschaft. Die zeitverzögerte und oft nur allmähliche Anpassung der Verkaufspreise in den Handwerksbetrieben engten so zeitweilig deren Ertragslage ein. Diese in Summe dennoch zufriedenstellenden Ergebnisse haben die Betriebe trotz eines gegenüber 2018 um 2,1 Prozent verringerten Personalbestandes erzielen können.

Dramatischer Mangel an qualifizierten Mitarbeitern

Denn größter Hemmschuh des seit Jahren anhaltenden Wachstums im Fleischerhandwerk war erneut der dramatische Mangel an qualifizierten Mitarbeitern, heißt es. Und: „Die Lage verschärft sich“, sagte Achim Zirwes, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, „weil es vor dem Hintergrund des demografischen Wandels immer weniger Leute gibt, die das Fleischerhandwerk erlernen wollen.“ Das sieht auch Lothar Quartier so. „Beim Personal ist die Situation eher schwierig.“ Zwar sei es so, dass es in seinem Betrieb kaum Fluktuation gebe. „Wer einmal bei uns ist, bleibt in der Regel.“

Frei werdende Stellen sind nur schwer zu besetzen

Frei werdende Stellen jedoch seien nur schwer zu besetzen. Ganz problematisch sei es jedoch bei den Auszubildenden: „Das hat sich in den letzten Jahren wesentlich verschlechtert. Wir konnten nur 50 Prozent unserer Stellen besetzen.“ Als mögliche Gründe führt er an, dass es in Zeiten der Vollkonjunktur für junge Leute „viele andere Möglichkeiten gegeben habe“.

Aufträge bei Partyservice und Catering mussten abgelehnt werden

Das fehlende Personal, so die Kreishandwerkerschaft, habe im Einzelfall bei den Handwerksfleischern zur Ablehnung von Aufträgen bei Partyservice und Catering, der Reduzierung von Öffnungszeiten oder gar der Schließung von Filialen geführt. Aus Sicht des Klever Fleischermeisters war dies kein Problem. „Wir haben gut zu tun und hatten genügend Leute.“ Wenn im Sommer ein Cateringauftrag abgelehnt werden musste, dann aus Kapazitätsgründen. Sein Betrieb sei aber durchaus für Kollegen eingesprungen, die Aufträge aus personellen Gründen nicht annehmen konnten.

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