Grenzenlos

Kreis Klever FDP wünscht mehr Austausch mit den Niederlanden

Sie kämpfen für Europa: Daniel Rütter, Michael Terwiesche und Stephan Haupt von der FDP.

Sie kämpfen für Europa: Daniel Rütter, Michael Terwiesche und Stephan Haupt von der FDP.

Foto: Andreas Gebbink

Kleve.   Die Kontakte zu den Niederlanden müssten deutlich verbessert werden:„Wir arbeiten heute viel weniger grenzüberschreitend als früher“.

Europa hat schon mal besser funktioniert. Wenn Stephan Haupt auf die jüngsten, politischen Auseinandersetzungen in der Grenzregion blickt, dann stellt er immer häufiger fest, dass die Kontakte zwischen Deutschen und Niederländern deutlich verbessert werden könnten. „Die Grenzregion begreift sich noch nicht als Einheit“, sagt der Landtagsabgeordnete der FDP. Zu selten werden wichtige Infrastrukturentscheidungen miteinander abgesprochen: Sei es die Reaktivierung der Bahnstrecke Kleve-Nimwegen, seien es die Kiesabgrabungen in der Region oder die Ausweisung von Windparks. Die Landesgrenze sei immer noch eine Informationsgrenze. „Aber wir müssen weniger in Grenzen denken und unseren Austausch deutlich intensivieren“, fordert Haupt.

Von zentraler Lage profitieren

Denn gerade der Niederrhein könne von der zentralen Lage profitieren, wenn man denn die Nähe zu den Niederlanden nicht als Handicap, sondern als Chance begreife: „Ich bin von der Notwendigkeit Europas überzeugt. Wir profitieren von den Errungenschaften der EU. Die Vorteile sind doch zum Greifen nah: die offenen Grenzen, der Austausch von Waren und Gütern, von Arbeitskräften“, so Haupt.

„Wir wollen keine Maut“

Dennoch müsse gerade im Kreis Kleve deutlich mehr gemacht werden: „Wir arbeiten heute viel weniger grenzüberschreitend als früher“, sagt der FDP-Abgeordnete. Niederländische Jugendliche sprächen zwar gut englisch, aber das Fach Deutsch werde kaum noch gewählt. „An der Klever Hochschule gibt es gerade mal 20 niederländische Studenten“, wundert sich Haupt. Der Austausch mit dem Nachbarn funktioniere nur über persönliche Kontakte.

Europawahl ist wichtig für die Region

Die anstehende Europawahl sei wichtig für die Region. Michael Terwiesche ist der Europakandidat der FDP und möchte, dass die EU transparenter dargestellt wird. Daher müsse es endlich feste Wahlkreise für EU-Abgeordnete geben. Wähler benötigen eine Identifikation mit einem Politiker vor Ort. Bei der anstehenden Wahl zählt aber allein das Votum für eine Partei. Die einzelnen Abgeordneten werden dann über eine zuvor von den Parteien festgelegten Liste bestimmt.

Offene Grenzen in der Grenzregion

Terwiesche, der aus Moers stammt und dort auf eine 20jährige Erfahrung in der Kommunalpolitik zurückblickt, steht für klassische liberale Werte: „Wir wollen zum Beispiel keine PKW-Maut. Gerade in der Grenzregion profitieren wir von den offenen Grenzen. Der Einzelhandel in Kleve lebt von den niederländischen Kunden“, so der 50-Jährige.

Bildungsabschlüsse in den europäischen Ländern

Terwiesche wünscht sich, dass die Bildungsabschlüsse in den europäischen Ländern übergreifend anerkannt werden, damit Lehrer, Handwerker und anderes Fachpersonal schneller im jeweiligen Nachbarland arbeiten kann. Auch beim Thema Klimaschutz benötige man künftig „mehr Europa“: „Alleine werden wir diese Probleme nicht lösen können.“

  • Der FDP-Kandidat Michael Terwiesche
  • Michael Terwiesche fühlt sich als Europäer. Er hat in London und Warschau studiert und in Brüssel einen Teil seiner juristischen Ausbildung absolviert. Er hat auch mehrere Jahre in Rumänien gearbeitet.


  • Der 50-Jährige wohnt in Moers und arbeitet als Rechtsanwalt in Düsseldorf. Beruflich beschäftigt er sich oft mit dem europäischen Vergaberecht.


  • Er ist stellvertretender Vorsitzender der FDP-Niederrhein und seit zehn Jahren Mitglied im Weseler Kreistag.

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