Natur

Landschaftsökologinnen kartieren Pflanzen im Kreis Kleve

Lisa Marga auf der Suche nach Wasser- und Sumpfpflanzen im Naturschutzgebiet Moiedtjes in der Emmericher Wardt.

Lisa Marga auf der Suche nach Wasser- und Sumpfpflanzen im Naturschutzgebiet Moiedtjes in der Emmericher Wardt.

Foto: Isabel Schlurmann / NABU

Kreis Kleve.  Die Landschaftsökologinnen Katja Plumbaum und Lisa Marga kartieren die Flora. Unterwegs sind sie in den Rindernschen Kolken und in der Wardt.

Artenschutz rückt nicht nur aufgrund der kürzlich gestarteten „Volksinitiative Artenvielfalt NRW“ ins Blickfeld informierter Menschen. Sie ist laut Nabu-Naturschutzstation Niederrhein grundsätzlich Schlüsselthema beim Engagement für die Umwelt. Die Erfassung von seltenen und gefährdeten Pflanzen in den Naturschutzgebieten spielt dabei eine grundlegende Rolle und gehört zu den Aufgaben der Landschaftsökologinnen Katja Plumbaum und Lisa Marga.

Mit Karte, Lupe und Bestimmungsbuch unterwegs

Mit Karte, Lupe und Bestimmungsbuch ausgestattet sind die beiden von Frühlingsanfang bis in den Hochsommer in den Naturschutzgebieten unterwegs, in denen sie für die Station die Vegetationskartierung durchführen. Das bedeutet, sie erfassen, in welcher Kombination und Dichte die Pflanzen in den Gebieten vorkommen. Eine Zusammenstellung typischer Arten ergibt eine Pflanzengesellschaft. Beispiele sind etwa eine Sumpfdotterblumen-Wiese oder ein Orchideen-Buchenwald. Die Pflanzengesellschaften werden dann in eine Vegetationskarte eingetragen.

Die Summe der Arten geben Auskunft über Boden, Klima, Wasser und Bewirtschaftung. Selbst ohne das Gelände zu kennen, wissen Botaniker so anhand der Vegetationskarte sehr genau über die dortige Natur und den Zustand des Gebiets Bescheid. „Wenn du nicht weißt, was vor Ort wächst, hast du keine Möglichkeit, richtig zu handeln“, erläutert Katja Plumbaum den Zweck der Kartierungen. Und Lisa Marga ergänzt: „Die Verarmung und der Rückgang des Grünlands und von Feuchtgebieten in NRW sind nur weitere Teile des großen Umwelt-Puzzles. Artenschutz ist neben klimafreundlichem Handeln und Energiewende Schlüsselthema für eine lebenswerte Zukunft.“

Auswirkungen der Trockenheit

Aktuell sehen Plumbaum und Marga unter anderem Auswirkungen der Trockenheit und eines Überschusses von Stickstoff in der Landschaft. So beobachten die beiden, dass Pflanzen, die Feuchtigkeit anzeigen wie die Kuckuckslichtnelke oder der Beinwell, zurückgehen.

Anhand des Wissens aus den Kartierungen können Maßnahmen für den Naturschutz ergriffen werden. Das können etwa umfangreiche Veränderungen beim Wassermanagement wie etwa das Rückstauen von Gräben sein, aber auch kleinere Aktionen, zum Beispiel das Rückschneiden von Gehölzen.

In diesem Jahr beschäftigt sich Katja Plumbaum mit dem Grünland in den Rindernschen Kolken und der Hartholz-Aue in der Emmericher Ward. Auwälder sind durch periodisch einströmendes Wasser gekennzeichnet und für die Emmericher Ward gebietsprägend. Hier untersucht Plumbaum die Pflanzengesellschaften in Kraut-, Strauch- und Baumschicht. In den Rindernschen Kolken werden Wiesen und Weiden auf ihre Pflanzengesellschaften untersucht.

Sumpfpflanzen im Naturschutzgebiet Moiedtjes

Ähnlich sieht die Arbeit von Lisa Marga aus, die für die Gewässerpflanzenkartierung verantwortlich ist. Mit Wathose und Kescher ausgerüstet, kartiert sie die Wasser- und Sumpfpflanzen im Naturschutzgebiet Moiedtjes.

Bei seiner Arbeit erstellt das Duo neben der Vegetationskarte auch eine Artenliste, in der aufgeführt ist, wie viel Anteile jede Art vor Ort ausmacht. Pflanzen von der Roten Liste gefährdeter Arten oder mit besonderen Merkmalen, beispielsweise ein sehr hohes Alter bei Bäumen, werden gesondert dokumentiert. „Mir begegnen immer mal wieder Arten, die ich nicht kenne“, antwortet Plumbaum auf die Frage, ob sie alle Pflanzen aus dem Stehgreif bestimmen kann.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben