Jugendarbeit

Moms-Mobil kommt zu den Jugendlichen in Kleve

Im Moms-Mobil unterwegs (von links): Jan Traeder, Steffen Thewis, Hildegard Holland und Andrea Schaffeld.

Im Moms-Mobil unterwegs (von links): Jan Traeder, Steffen Thewis, Hildegard Holland und Andrea Schaffeld.

Foto: Niklas Preuten

Kleve.  Beratung zu Schule und Beruf im umgebauten Bus: Das neue Moms-Mobil soll Jugendliche und junge Erwachsene an ihren Treffpunkten abholen.

Durch Kleve rollt ab sofort das erste Beratungsbüro auf vier Rädern für Jugendliche und junge Erwachsene. Das Jugendhaus Moms möchte mit dem umgebauten, grauen Opel Vivaro die jungen Menschen „dort aufsuchen, wo sie sich sicher fühlen“, sagt Leiter Steffen Thewis. Zusammen mit Hildegard Holland vom Theodor-Brauer-Haus, dem Jugendhaus-Träger, lenkt er das Moms-Mobil von montags bis freitags zu Treffpunkten in der Klever Südstadt und darüber hinaus, um im Rahmen des Projekts „Jugend stärken im Quartier“ kostenlose Unterstützung im Bereich Schule und Beruf anzubieten.

„Das ist ein ganz niederschwelliges Angebot ohne Termin oder andere Verbindlichkeiten“, sagt Holland. „Nachdem das Moms mittlerweile gut etabliert ist, erweitern wir mit dem Bus unseren Radius.“ In dem Mobil können die Sozialpädagogen auf sich gegenüber stehenden Sitzbänken mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von zwölf bis 26 Jahren über individuelle Berufswünsche sprechen und am Laptop gemeinsam eine Bewerbung anfertigen. Dunkle Scheiben ermöglichen eine vertrauliche Gesprächsatmosphäre.

Jugendhaus verfolgt ganzheitlichen Ansatz

„Unser Fokus liegt auf den Themen Schule und Beruf, wir verfolgen aber einen ganzheitlichen Ansatz. Wenn jemand mit Drogenproblemen zu uns kommt und die Ausbildungssuche erst der zweite oder dritte Schritt ist, dann kümmern wir uns auch darum“, macht Hildegard Holland deutlich.

Am Anfang habe eine Frage gestanden, erzählt Steffen Thewis: „Wie erreichen wir die Unerreichbaren?“ Die jungen Menschen, die durchs Raster fallen, weil sie nicht zur Schule gehen und die Angebote der offenen Jugendarbeit oder andere soziale Hilfeleistungen nicht wahrnehmen. Die These: „Wir müssen uns vom Haus wegbewegen“, sagt der Moms-Leiter, der sich bei den Jugendlichen selbst umhörte, wo ihre Treffpunkte liegen.

Erfahrungen im Quartier sammeln

So wird das Moms-Mobil beispielsweise regelmäßig am EOC, Bahnhof oder an der Hochschule stehen. „Wir werden aber auch andere Orte ausprobieren und im Projekt flexibel bleiben“, kündigt Thewis an. „Es geht ums Sehen und Gesehen werden.“ Die Mitarbeiter des Theodor-Brauer-Hauses hoffen, dass ihre mobile Anlaufstelle durch Mund-zu-Mund-Propaganda innerhalb der Zielgruppe bekannt wird.

Jan Traeder, Leiter des städtischen Fachbereichs Jugend und Familie, freut sich, dass das Projekt mit dem Moms zur Quartiersentwicklung im Bereich innerhalb der Straßenzüge Linden-, Hoffmann- und Königsallee sowie Merowingerstraße beiträgt. „Wir sammeln dadurch praktische Erfahrungen im Quartier“, stellt er fest.

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