Ausstellung

Museum Schloss Moyland zeigt Hunde und Katzen

Blick in die Moyländer Ausstellung „Tierische Freunde“. Im Vordergrund: „Zwei böse Katzen“ von Carl Moritz Schreiner, 1920/30, aus Gips.

Blick in die Moyländer Ausstellung „Tierische Freunde“. Im Vordergrund: „Zwei böse Katzen“ von Carl Moritz Schreiner, 1920/30, aus Gips.

Foto: Claudia Gronewald

Bedburg-Hau.  Museum Schloss Moyland zeigt „Tierische Freunde. Hunde und Katzen aus der Sammlung“. Zu sehen sind 160 Werke aus 100 Jahren. Eröffnung Sonntag.

Verträumt blickt der junge Bernhardiner, mit großen grünen Augen fixiert die Katze ihr Gegenüber. Mit einem riesigen Satz springt der Kater mitten zwischen die kleinen Glasfläschchen, fliehende Mäuse im entschlossenen Blick. Sie sind aus Bronze, Porzellan oder Gips, radiert, gestochen oder gedruckt. Museum Schloss Moyland lädt ab Sonntag, 26. Mai, zu einer eher ungewöhnlichen Ausstellung ins Erdgeschoss des Schlosses ein. „Tierische Freunde – Hunde und Katzen aus der Sammlung“ heißt die Präsentation der rund 160 Werke vom ausgehenden 19. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.

Ein Streifzug durch die museumseigene Sammlung

Kurator Dr. Alexander Grönert unternahm dafür einen Streifzug durch die museumseigene Sammlung und förderte Überraschendes zutage. In Moyland besitzt man knapp 500 Kunstwerke, die sich mit Darstellungen von Hunden und Katzen beschäftigen. Erstmals gibt es damit eine thematische Präsentation, die sich durch alle Gattungen zieht.

„Die Ausstellung zeigt die Bandbreite und den eigenwilligen Charakter der Sammlung“, sagt die kommissarische Museumsleiterin Dr. Barbara Strieder.

Bedeutende Schenkungen sind zu sehen

Zu sehen seien teils bedeutende Schenkungen wie die von Axel Vater und Bea Vater Dobberstein oder die Werke von Fritz Lang. Neben so bekannten Namen wie Heinrich Campendonk, Ernst Ludwig Kirchner, Erwin Heerich oder Joseph Beuys sind es vor allem die Vielfalt und die genutzten Materialien, die die Ausstellung sehenswert machen. „Es geht auch nicht darum zwischen Hochkunst oder Kunsthandwerk zu unterscheiden“, betont Alexander Grönert. Hübsche Figürchen aus Porzellan aus der Rosenthal-Werkstatt, bronzene Besteckhalter oder die winzige Papp-Katze – in den 1950er Jahren Werbeikone für die Firma Hoffmann – stehen gleich neben dem schönen Holzschnitt von 1897, der Queen Victoria mit Hund zeigt. Aus dem Museumspark in die Ausstellung geholt hat Grönert auch die bronzene „Amerikanische Witwe“, die Helmut Moos 1969/70 schuf.

Zurück in die Anfänge der Sammlertätigkeit der van der Grintens

Die Ausstellung, so Strieder, führe auch zurück in die Anfänge der Sammlertätigkeit der Brüder van der Grinten. Sie hätten, sagt die Kunsthistorikerin, ihren Fokus zunächst auf Druckgrafik gelegt. Ihr Ziel sei es gewesen, dem Betrachter diese Technik näher zu bringen. Es sei den Sammlern darum gegangen, das Schaffen einzelner Künstler in ihrer Breite darstellen zu können. Ihre Sammlung, sagt Strieder, sollte die Entwicklung in der modernen Kunst reflektieren.

Gleichzeitig führen die so verschiedenen Darstellungen von Hund und Katze an das vergleichende Sehen heran. „Dem Betrachter ist natürlich sofort klar, was er sieht“, erklärt Strieder. Spannend sei es das Wie zu erkunden.

Die Schau ist ein Museum zum Mitmachen

Die Moyländer Schau wendet sich ganz besonders an Familien mit Kindern. Eingeladen wird ins „Museum zum Mitmachen“. Kinder erhalten einen Flyer mit einem Hunde- und einem Katzenbild. Beide Motive müssen in der Ausstellung gesucht und gefunden werden. Für einen Fotowettbewerb können Besucher Fotografien ihrer eigenen Hunde oder Katzen ins Museum mitbringen. „So kann das eigene Tier zum Star der Ausstellung werden, auch wenn es das Museum gar nicht betreten darf“, schmunzelt Museumssprecherin Sofia Tuchard. Ausdrücklich erwünscht sind auch Fotos, Selfies und Schnappschüsse in der Ausstellung.

Buchbar sind außerdem Führungen und (individuelle) Workshops.

Künstler Jochen Geilen schuf eine Jahresgabe aus zehn kleinformatigen Holz- und Linolschnitten – natürlich mit Hunden- und Katzenmotiven. Weitere Informationen zum Begleitprogramm gibt’s unter www.moyland.de.

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