Schule

Ringschüler aus Kleve ziehen vorübergehend nach Pfalzdorf

Schüler der Ringschule Kleve ziehen während der Umbauphase in die Nachbarstadt.

Schüler der Ringschule Kleve ziehen während der Umbauphase in die Nachbarstadt.

Foto: NRZ

Kreis Kleve.  Frühere „Ringschule“ wird saniert. Die Schüler brauchen keinen Baulärm zu ertragen. Stadt und VHS Goch bieten dem Kreis Kleve Alternative.

In Kleve entsteht eigenes Förderzentrum in der Frankenstraße 25. Dazu wird die frühere „Ringschule“ komplett saniert. Die Schüler brauchen aber keinen Baulärm zu ertragen, denn sie können vorübergehend alle zusammen nach Pfalzdorf umziehen.

Ringschule war kurz „Zweigstelle“ der Förderschule Grunewald Emmerich

Die Klever „Ringschule“ war im Zuge der Umstrukturierung der Förderschulen im Kreis Kleve 2015/16 zu einer „Zweigstelle“ der Förderschule Grunewald Emmerich ernannt worden. Doch die Synergien, die man sich davon versprochen hatte, erfüllten sich nicht. Aus dieser Erkenntnis darf die Ringschule wieder eigenständig werden, heißt dann „Förderzentrum Kleve“ und braucht aber eine modernere Lernumgebung.

Schwerpunkte Sprache sowie Lernen und Emotionale und soziale Entwicklung

Das teilen Vertreter des Kreises Kleve, der Städte Goch und Kevelaer sowie des Zweckverbands der VHS Goch mit. Zum 1. August 2020 wird das „Förderzentrum Kleve“ eine Förderschule mit den Schwerpunkten Sprache (Primarstufe) sowie Lernen und Emotionale und soziale Entwicklung im integrativen Verbund (Primarstufe und Sekundarstufe I) sein.

Die Stadt Goch bot dem Kreis an, während der Umbauphase kurzfristig die Räume in der ehemaligen Hauptschule in Goch-Pfalzdorf anzumieten. Eigentlich wollten die Volkshochschulen Goch, Kevelaer, Uedem und Weeze (im gemeinsamen Zweckverband) das Pfalzdorfer Haus nutzen, sie traten aber von der Planung zurück, um dem Kreis als Schulträger Vortritt zu lassen.

Landrat dankt: Das ist nicht selbstverständlich

„Das ist nicht selbstverständlich und ich danke allen Beteiligten, dem Bürgermeister der Stadt Goch, Ulrich Knickrehm, dem Leiter der Vermögensbetriebe der Stadt Goch, Wolfgang Jansen, dem Leiter der Volkshochschule Goch, Theo Reintjes, und dem Zweckverbandsvorsitzenden der Volkshochschule, Bürgermeister Dr. Dominik Pichler der Stadt Kevelaer, dass sie die kurzfristige Anmietung des Gebäudes durch den Kreis Kleve ermöglicht haben“, freut sich Landrat Wolfgang Spreen über das Entgegenkommen. Der Schülerbusverkehr wird entsprechend angepasst, „so dass die Schulwege kein Problem darstellen“, melden die Beteiligten.

Schulleitung, Lehrer und Eltern stehen hinter der Idee

Die Schulleitung, Lehrerschaft und Eltern stehen hinter der Idee und freuen sich auf die modernisierte Schule, die voraussichtlich im Frühjahr 2021 bezugsfertig sein wird.

Der Betrieb der VHS Goch am Standort Pfalzdorf läuft dabei wie gewohnt weiter. Wenn die Förderschule in ihre renovierte Heimat in Kleve zurück zieht, können die anderen VHS-Nutzungen greifen.

Neben den eigenständig bestehenden Förderzentren in Goch und Geldern mit jeweiligen Teilstandorten existiert derzeit das Förderzentrum Grunewald in Emmerich am Rhein mit Teilstandorten noch in Kleve und in Rees. Die grundsätzliche strukturelle Änderung der Förderschullandschaft in NRW und somit im Kreis Kleve sollte einen Ausbau des gemeinsamen Lernens in allen Regelschulen mit sich bringen und Förderschulen bündeln.

Zahl der Förderschüler im gesamten Kreisgebiet konstant

Die Zahl der Förderschüler im gesamten Kreisgebiet blieb aber konstant, Eltern entschieden sich weiter für die Schulform „Förderschule“ und damit weniger als erwartet für das System des „Gemeinsamen Lernens“. Die aktuelle Landesregierung in NRW will in der schulischen Inklusion eine größere Flexibilisierung der Schullandschaft vor Ort. Demnach reichen für eigenständige Förderschulen nun 112 Anmeldungen – zuvor waren es 144, was die Fusion der Standorte nötig machte. Dennoch bestanden die beiden voll ausgebauten Parallelsysteme in Emmerich am Rhein und Kleve weiter und können sich problemlos wieder trennen. Förderschüler*innen aus Bedburg-Hau und Kalkar könnten zukünftig statt nur nach Goch nun auch nach Kleve und Emmerich verwiesen werden. Damit wäre aus Sicht des Schulträgers Kreis Kleve eine willkommene Absenkung der Kosten für die Schülerbeförderung zu erwarten.

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