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Neue Spezialambulanz in Kleve hilft Schmerzpatienten

Dr. Jörg Mühling leitet die schmerztherapeutische Spezialambulanz am St.-Antonius-Hospital Kleve.

Dr. Jörg Mühling leitet die schmerztherapeutische Spezialambulanz am St.-Antonius-Hospital Kleve.

Foto: THOMAS MOMSEN

Kleve.  Das St. Antonius-Hospital in Kleve schafft ein neues Angebot für Menschen mit chronischen Schmerzen. Dr. Jörg Mühling leitet die Ambulanz.

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Mit einer schmerztherapeutischen Spezialambulanz hilft das Katholische Karl-Leisner-Klinikum Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden. Professor Dr. Jörg Mühling leitet die Ambulanz, die immer dienstags am Klever St. Antonius-Hospital angeboten wird. „Chronische Schmerzen haben in der Regel vielschichtige Gründe“, weiß der Schmerzexperte. „Wir behandeln deshalb sehr individuell – mit einer komplexen Therapie, die der Schmerzform angepasst ist.“ Die Ambulanz richtet sich an alle Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden. Dies können etwa Kopf-, Nerven-, Rheuma- oder Tumorschmerzen sein. „Jeder Patient ist anders“, weiß der erfahrene Mediziner. „Schmerzen unterscheiden sich in Ursache, Dauer, und Intensität.“

Basis für die Behandlung in der schmerztherapeutischen Spezialambulanz des St. Antonius-Hospitals ist deshalb eine umfassende Vorbesprechung und Untersuchung der Beschwerden. „Der Leidensdruck ist meist groß. Wir möchten wissen, wie Patienten ihre Schmerzen genau beschreiben, an welchen Behandlungen sie mit welchem Erfolg bereits teilgenommen haben und welche Auswirkungen der Schmerz auf ihr Leben hat“, so Mühling.

Bei Anamnese und Behandlung greift der Facharzt für Schmerztherapie, Palliativmedizin, Akupunktur, Anästhesiologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin auf einen großen Erfahrungsschatz zurück: 18 Jahre war Mühling an der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Gießen tätig. Seit 2010 arbeitet er auch jenseits der Grenze in der Afdeling Anesthesiologie, Pijn- & Palliatieve Geneeskunde am Radboud Universitair Medisch Centrum in Nijmegen.

Viele Behandlungswege

Die Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Schmerzpatienten sind ebenso vielfältig und komplex wie die Schmerzursachen. Sie reichen von medikamentöser Therapie über Akupunktur, spezielle Nerven- und Sympathikusblockaden, therapeutische Lokalanästhesie, Darmsanierung, psychologische Mitbehandlung bis zur Physiotherapie. Das Ziel ist immer: Linderung oder Heilung.

„Bei manchen Behandlungsansätzen stutzen Patienten im ersten Augenblick“, erzählt Mühling mit Blick etwa auf interventionelle schmerztherapeutische Verfahren. „Das ist ein Bereich modernster Ansätze in der Schmerztherapie, der der konservativen Therapie (medikamentöse und physikalische Therapie) gegenübersteht.“ Schwerpunkte sind lokale Injektionstechniken, minimal-invasive, perkutane (durch die Haut) sowie mikrochirurgische Behandlungstechniken. Die meisten dieser kleinen Infiltrationsbehandlungen und Blockadetechniken werden unter Ultraschallkontrolle durchgeführt. Das ermöglicht eine Identifikation der Strukturen, die den Schmerz auslösen. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass die Patienten nicht durch Röntgenstrahlung belastet werden.

Vom Hausarzt anmelden lassen

Auch eine begleitende psychologische Therapie ist aus der modernen Behandlung chronischer Schmerzen nicht mehr wegzudenken. „Wir gehen in Gesprächen auch der Frage nach, ob es Situationen oder besondere soziale Strukturen gibt, die den Schmerz auslösen oder verstärken können“, so Mühling.

Patienten können sich direkt an die Schmerzambulanz des St.-Antonius-Hospitals wenden ( 02821/4 90 18 51 oder schmerztherapie@kkle.de) oder sich von ihrem Hausarzt/Facharzt anmelden lassen.

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