Landgericht

Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen Klever

Der Prozess wird vor dem Landgericht auf der Schwanenburg geführt.

Der Prozess wird vor dem Landgericht auf der Schwanenburg geführt.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.  Zwangsprostitution und Weitergabe von Drogen an Minderjährige: Ein Klever muss sich wegen schwerer Vorwürfe vor dem Landgericht verantworten.

Die Vorwürfe der Anklage wiegen schwer: Ein 28-jähriger Mann aus Kleve muss sich derzeit vor dem Landgericht unter anderem wegen Zwangsprostitution, Weitergabe von Drogen an Minderjährige, Diebstahl und Raub verantworten.

Laut Staatsanwaltschaft überließ der Angeklagte im Jahr 2017 von Anfang Juni bis Ende Oktober einer damals 16- bzw. 17-Jährigen und einer weiteren Minderjährigen mindestens zwölfmal Crack. Zudem soll er die Jugendliche zur Prostitution gezwungen haben, um deren und seinen eigenen Drogenkonsum zu finanzieren. In der Anlage ist von bezahltem Geschlechtsverkehr in mindestens fünf Fällen die Rede. Gemeinsam mit dem Mädchen soll der Angeklagte 800 Euro aus der Geldkassette der Mutter genommen haben, um mit dem Geld in Nimwegen Crack zu kaufen.

Schlägerei mit Drogendealer am Gocher Bahnhof

Wegen Raubes in Tateinheit mit Körperverletzung ist außerdem ein 23-Jähriger aus Kalkar angeklagt. Die beiden Männer sollen in der Nacht zum 3. August 2016 einen Drogendealer in der Nähe des Gocher Bahnhofs abgezogen haben. Demnach bestellte eine junge Frau bei dem Mann 40 Ecstasy-Tabletten und 15 Gramm Marihuana. „Plötzlich stand jemand neben mir“, sagte der Zeuge im Gericht. Es waren nach seiner Aussage, die er erst nach Rücksprache mit einem Anwalt tätigte, die beiden Angeklagten.

Er habe dem Klever „eine verpasst“, dann selbst einen Schlag eingesteckt und sei überwältigt worden. „Beim Schlag sind mir das Weed und die Pillen aus der Tasche gefallen“, so der Zeuge. An mehr könne er sich nicht erinnern, er sei betrunken gewesen und habe unter Drogen gestanden.

Keine Einschränkung der Steuerungsfähigkeit

Der Sachverständige Dr. Jack Kreutz kam in seinem psychiatrischen Gutachten zu dem Ergebnis, dass bei dem mehrfach wegen Diebstahls und weiterer Delikte vorbestraften Hauptangeklagten – unter anderem verletzte er bei einem illegalen Autorennen einen Passanten leicht – keine Einschränkung der Steuerungsfähigkeit vorliege.

Der Prozess wird am Mittwoch, 29. Mai, unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit den Plädoyers fortgesetzt.

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