Gefährliche Raumluft

Weiterhin hohe PAK-Werte in der Klever Grundschule

Die Grundschule an den Linden.

Die Grundschule an den Linden.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Kleve.  Das jüngste Gutachten eines Sachverständigenbüros sorgt an der Grundschule An den Linden für Beunruhigung. Es wurden sehr hohe PAK-Werte gemessen.

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Seit Monaten wird versucht, die belastete Raumluft in den Klassenzimmern der Grundschule An den Linden zu verbessern. In einem aktuellen Gutachten wurde jetzt festgestellt, wie extrem hoch die Belastung in den bislang noch nicht untersuchten Klassenzimmern ist. In den Ferien sind zwei Räume im Obergeschoss des Altbaus vom Sachverständigenbüro Mokroß begutachten worden. Die Konzentration der PAK-Werte liegt hier bei 35. Damit ist der zweite Richtwert überschritten. Denn schon beim Erreichen der Norm 30 bestehe unverzüglich Handlungsbedarf, heißt es in der Expertise. „Diese Konzentration ist geeignet, insbesondere für empfindliche Personen bei Daueraufenthalt in den Räumen eine gesundheitliche Gefährdung darzustellen“, so die Gutachter.

Zum Hintergrund: Im Zuge der Sanierung der Grundschule wurden auch die Parkettböden überarbeitet. Anschließend sind die erhöhten Werte der gesundheitsgefährdenden Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffverbindung, kurz PAK, in den Klassenräumen gemessen worden. Die auch krebserregend sein können. Schüler und Lehrer klagten über Übelkeit und Kopfschmerzen. Nicht erfolgreich waren erste Maßnahmen der Stadt. Im Gegenteil. Die Schadstoffwerte waren nach der Überarbeitung des Holzbodens gestiegen.

Neue Werte mit sehr hohen Messergebnissen

Es wurde der Beschluss gefasst, den Bodenaufbau komplett zu entfernen. Dauerhaft fand auch Unterricht in den Räumen statt, in denen jetzt die sehr hohen Werte festgestellt wurden. Nach Information unserer Redaktion sind die Klassen erst seit Ende der Sommerferien geschlossen und die Kinder in anderen Räumen untergebracht.

Problematisch ist die Zeit seit der Renovierung bis zum Start in das neue Schuljahr. Hier waren die Kinder offenbar über Monate hinweg den extrem hohen PAK-Werten ausgesetzt. Vielleicht sogar jahrelang auch ohne Sanierung, bei der das Parkett abgeschliffen wurde. Dass hier Handlungsbedarf besteht, zeigen die aktuellen Maßnahmen. Zwei weitere Klassen sind umgezogen. Einige werden jetzt in dem Gebäude des ehemaligen Johanna-Sebus-Gymnasiums unterrichtet. Weitere Räume werden gesucht.

Die Frage drängt sich auf, warum nicht alle Klassen sofort auf erhöhte PAK-Werte untersucht wurden. Die Werte könnten durchaus noch höher liegen. In dem Gutachten des Sachverständigen heißt es: „Die Messung sollte unter Nutzungsbedingungen durchgeführt werden.“ Das Gutachten stammt vom 23. August. Einige Tage vor dem Ende der Sommerferien. Zudem fand die Untersuchung unter nahezu idealen Bedingungen statt. Fünf Minuten vor dem Beginn der Luftmessung standen die Fenster fünf Minuten auf. Nach jeder Schulstunde wurde ebenfalls stoßgelüftet.

Eltern fordern schnelle Überarbeitung der Böden

Eine aktuelle Anfrage an die Verwaltung konnte gestern nicht beantwortet werden. In der vergangenen Woche teilte Pressesprecherin Katrin Berns mit, dass alles nach Plan laufe. Als nächstes solle der Pavillon saniert werden. Diese Räume sind ebenfalls belastet. Es sind Werte mit einer PAK-Konzentration von 27 gemessen. Die liegen nur knapp unter der höchsten Gefahrenstufe. Eltern und Lehrer machten deutlich, dass sie die Situation in dem Pavillon nicht länger tolerieren. In den Herbstferien müsse die Überarbeitung abgeschlossen sein. Sonst könne dort kein Unterricht mehr stattfinden.

Als über die ersten Werte diskutiert wurde, verfolgte Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer ein Ziel. Er wollte Besorgnisbereich (unter 10) unterschreiten. Jetzt wird die Situation offenbar anders bewertet. In einem Schreiben aus dem Rathaus heißt es, dass bei einer Belastung von 27 keine aktuelle Gesundheitsgefährdung besteht.

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