Großeinsatz - Update

Brand im Hotel Carpe Diem: Stundenlanger Einsatz

Die Feuerwehr kämpft gegen die Flammen.

Die Feuerwehr kämpft gegen die Flammen.

Foto: Kai Osthoff / WP

Schwartmecke.  Ein Dachstuhlbrand hielt die Feuerwehr Kirchhundem in Atem. 200 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen.

Ein Brand im Hotel Carpe Diem in Kirchhundem-Schwartmecke hielt am Sonntag fast die gesamte Feuerwehr im Kreis Olpe, DRK, Rettungsdienst und THW in Atem. Zeitweise waren rund 200 Personen im Einsatz. Obwohl der Sachschaden in die Hunderttausende gehen dürfte, kam glücklicherweise nur ein Hotelgast zu Schaden. Er wurde mit einer leichten Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Zwei Feuerwehrleute verknacksten sich laut Thomas Beckmann, Sprecher der Feuerwehr Kirchhundem, den Rücken.

Gegen 5 Uhr in der Früh hatten Zeugen der Leitstelle „einen unklaren Feuerschein“ gemeldet, „wahrscheinlich noch bevor die Brandmeldeanlage des Hotels losging“, so Feuerwehrsprecher Christopher Hendrichs.

Doch schon auf der Anfahrt der alarmierten Feuerwehr Kirchhundem entpuppte sich der Feuerschein als ausgewachsener Dachstuhlbrand, weitere Wehren wurden nachalarmiert, ebenso das DRK. Das DRK Kirchhundem war in wenigen Minuten vor Ort. Einige Hotelgäste mussten sogar noch geweckt werden. „Die Leute waren geschockt“, so Werner Hesse, DRK Kirchhundem: „Sie mussten in Schlafkleidung ihr Zimmer und das Hotel verlassen.“

Die Namen der Evakuierten wurden registriert und mit der Gästeliste des Hotels abgeglichen. Insgesamt waren noch rund 40 Menschen im Hotel, als das Feuer ausbrach. Der größte Teil gehörte zu einer Hochzeitsgesellschaft, die am Samstagabend in dem Hotel gefeiert hatte. Alle wurden vom DRK in der Schützenhalle in Oberhundem untergebracht, wo sie mit Decken und heißen Getränken versorgt wurden. In der Halle herrschte betretenes Schweigen, niemand wollte sich zu den bangen Minuten in der Morgenstunde äußern. „Wir sind einfach nur müde“, so eine jüngere Frau.

Problem Wasserversorgung

Für die Feuerwehr erwies sich die Lage schwierig, vor allem die Wasserversorgung bereitete Kopfzerbrechen. „Das Löschwasser des Hotels reichte für zwei Stunden“, so Thomas Beckmann. Der HFS-Zug der Olper Feuerwehr, spezialisiert auf den Aufbau einer Wasserversorgung in schwierigen Einsatzlagen, wurde frühzeitig alarmiert. Die Experten bauten dann mittels einer sogenannten F-Leitung mit einem Schlauch von etwa 30 Zentimetern Durchmesser sowie Hochleistungspumpen eine Versorgung vom Wassergraben der Adolfsburg in Oberhundem zum Einsatzort auf. Damit gelang es, die Flammen von den übrigen Dächern des Hotels fern zu halten und den Brandherd einzudämmen.

Zweite Schwierigkeit: Der Hotelbau einschließlich des Daches ist sehr verschachtelt, der Brandherd innerhalb der Dachkonstruktion war nicht erkennbar. Immer wieder flackerten neue Flammen auf. Um die Flammen innerhalb des Daches zu bekämpfen, setzte die Wehr sogenannte Fognails ein, mit denen das Löschwasser sprühartig verteilt werden kann. Wegen des starken Rauches konnten die Einsatzkräfte nur unter Atemschutz arbeiten.

Gegen 10 Uhr war die betroffene Dachfläche, ca. 150 bis 200 Quadratmeter, so weit gelöscht und abgekühlt, dass die Einsatzkräfte mit dem Entfernen der Dachpfannen beginnen konnten, um so an die restlichen Brandnester zu gelangen.

Bis in die Mittagsstunden dauerte der Einsatz, dann waren alle Brandnester weitgehend abgelöscht. Mit einer Wärmebildkamera wurde der Brandherd noch einmal untersucht, bevor die Feuerwehrleitung zum „Aufräumen“ blies.

Feuerwehrlöschgruppen aus fünf Kommunen waren an dem Einsatz beteiligt, nur die Blauröcke in Wenden und Drolshagen wurden nicht alarmiert. Mehrere Feuerwehrvertreter lobten die gute Zusammenarbeit aller Rettungsorganisatoren vor Ort. Thomas Beckmann: „Das ist sehr gut gelaufen.“

Ermittlungen aufgenommen

Die Polizei hat noch am Sonntagmorgen die Ermittlungen aufgenommen. Zurzeit ist die Brandursache noch ungeklärt.

Fest steht: der Sachschaden, der durch den Brand entstanden ist, ist beträchtlich. Das Feuer ist im dritten Obergeschoss oder im Dachgeschoss des Hotels ausgebrochen. Durch den massiven Wassereinsatz ist das kontaminierte Wasser bis in die Hotellobby im Erdgeschoss gelaufen. Die Wehr setzte deshalb einen Wassersauger ein, um das Wasser aufzufangen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben