Straßenverkehr

142 km/h in Lennestadt: Verfahren könnte vor Gericht landen

Ein Moderator filmt sich in Trockenbrück. Der Tacho zeigt auf diesem Screenshot 142 km/h in geschlossener Ortschaft.

Ein Moderator filmt sich in Trockenbrück. Der Tacho zeigt auf diesem Screenshot 142 km/h in geschlossener Ortschaft.

Foto: Privat / WP

Lennestadt.  Der Kreis Olpe hat einen Bußgeldbescheid gegen den Moderator, der durch Trockenbrück gerast sein soll, erlassen. Der Beschuldigte wehrt sich.

Der Kreis Olpe hat gegen den aus Auto- und Tuningformaten bekannten Fernsehmoderator für seine Raserei durch Trockenbrück ein Bußgeld und drei Monate Fahrverbot verhängt. Zudem erhält er zwei Punkte in Flensburg. Das teilte Heinz Kirchhoff, Fachdienstleiter Straßenverkehr beim Kreis Olpe, auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Dabei liegt das Bußgeld über den im Bußgeldkatalog vorgesehenen 480 Euro. „Wir haben finanziell noch eine Erhöhung draufgeschlagen“, so Kirchhoff, der die genaue Summe nicht nennen wollte. Eine solche Erhöhung ist laut Bußgeldkatalog bei vorsätzlichem Handeln des Fahrers möglich.

Der Moderator soll zwischen dem 2. und 19. Juni mit 142 km/h über die B 55 in Trockenbrück gerast sein, wo maximal Tempo 50 erlaubt ist. Auf dem Youtube-Kanal des Tunings-Stars war ein Video mit einem weißen Elektroporsche aufgetaucht. Der Tacho zeigte auf einem Screenshot besagte 142 km/h. Nach mehreren Anzeigen ermittelte die Staatsanwaltschaft, die das Verfahren aber einstellte und an die Bußgeldstelle des Kreises Olpe weiterleitete.

Kein offizielles Messergebnis

Da es kein offizielles Messergebnis der Geschwindigkeitsübertretung von Kreis oder Polizei gibt, habe der Kreis Olpe 20 Prozent abziehen müssen, so Kirchhoff: „Aufgefallen ist das nur durch das Video, wo auf dem Tacho 142 Kilometer zu erkennen sind.“ Mit diesem Abzug bleibt es bei 113 km/h.

Den Bußgeldbescheid hat der Kreis Olpe dem aus dem Ruhrgebiet stammenden Beschuldigten am 21. September zugestellt. Dieser habe dann über einen Rechtsanwalt Einspruch eingelegt und Akteneinsicht bekommen, so Heinz Kirchhoff. Derzeit prüfe man noch die Begründung des Rechtsanwaltes.

Zur Nachfrage, wie lange der Kreis Olpe noch abwarte, sagte Kirchhoff: „Bis Ende dieses Monats. Wenn wir dabei bleiben und der Einspruch nicht zurückgezogen wird, geben wir das dann an die Staatsanwaltschaft ab. Das ist dann Sache der Justiz.“ Der Fall würde dann am Amtsgericht Olpe verhandelt.

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