Erfolgsbilanz

30 000 Radler auf dem SauerlandRadring

Foto: WP-BILD,

Lennestadt/Finnentrop.   Der SauerlandRadring hat es in nur einer Dekade zu einer Marke des Sauerlands gebracht. Aber es soll im kommenden Jahr noch besser werden.

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Normalerweise sind Fledermäuse grau. Aber es gibt eine rote und die kennt wohl jeder ambitionierte Radfahrer im Sauerland. Sie schmückt das Logo des SauerlandRadrings und steht steht somit für eine 10-jährige Erfolgsgeschichte. Der Radring hat es in nur einer Dekade zu einer Marke des Sauerlands gebracht.

Nebenbei steht auch dafür, was mit interkommunaler Zusammenarbeit möglich ist, wenn alle mit vereinten Kräften in die Pedale treten. Der Erfolg in Zahlen: In der diesjährigen Radfahrsaison fuhren rund 30000 Radfahrer auf dem Radring.

Die Wanderausstellung von Franz-Josef Keite aus Eslohe, Mitglied des Arbeitskreises SauerlandRadring, dokumentiert dies auf rund 30 Schaubildern. Es ist viel passiert seit 2007. Stück um Stück wurde der Ring erweitert und verbessert. Anfangs war gar kein Rundkurs geplant. „Zuerst sollte es nur eine Radstrecke auf einer früheren Bahntrasse sein“, erinnert sich Clemens Lüdtke, Chef der Tourismus-AG Lennestadt-Kirchhundem und ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises. Aber schon bald hatten sich die sieben Mitglieder verständigt, dass ein Rundkurs viel attraktiver wäre.

Auslöser für das Projekt war damals die Tatsache, „dass das Sauerland für Radler hoffähig wurde“, so Lüdtke und die Touristiker die Zielgruppe auf zwei Rädern zunehmend in den Blick nahmen.

Die neue Radlerbewegung hat sich in den letzten Jahren verselbstständigt. Mit dem E-Bike wurde vielen die Angst vor schweißtreibenden Steigungen genommen. Das Rat etabliert sich zunehmend als ernst zu nehmendes Verkehrmittel, das nicht nur für die Freizeit, sondern auch für die Fahrt zum Arbeitsplatz taugt.

Schritt für Schritt

„Wir wollten mit bescheidenden Mitteln in einem Arbeitskreis das Produkt entwickeln“, blickt Lüdtke zurück. Dabei ist es bis heute geblieben. Der siebenköpfige Arbeitskreis trifft sich acht- bis zehn Mal im Jahr und kümmert sich zusammen mit der Sauerlandradwelt, dem Service-Portal des Sauerland-Tourismus, um Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen etc. und macht Vorschläge, wie die 124 Kilometer einschließlich der Henneseeschleife weiter verbessert werden können.

„Ein Schritt nach dem anderen“ war und ist die Devise, so Lüdtke. Was mit Mitteln der Kommunen und aus vielen anderen Fördertöpfen nach und nach entstanden ist, zeigt die Ausstellung „Vom Bahnfahren zum Radfahren“ im Rathaus eindrucksvoll.

Dabei geht es nicht um die Verbesserung der Trassenführung, sondern auch um den Service. Seit 2013 gibt es in jeder der fünf „Radring-Kommunen“ Verleihstationen von E-Bikes und Treckingrädern.

Wo Menschen, also auch Radler sind, profitiert auch die Gastronomie. Gregor Heimes vom Café Heimes in Saalhausen bestätigt das: „Unser Kundenpublikum hat sich seitdem ziemlich geändert.“

Auch in diesem Jahr wurden wieder einige Teilstücke optimiert, vor allem in der Gemeinde Finnentrop. Im Zuge der Beseitigung des Finnentroper Bahnübergangs und dem Bau des neuen Lenneparks wurden insgesamt sechs Kilometer neue Radwege zwischen Bamenohl und Lenhausen entlang der Lenne gebaut. Der Auftrag für eine Unterführung zwischen Stellwerk Süd und Lennepark ist vergeben, sie wird im Frühjahr 2018 fertig sein.

Positives Echo

Die fehlenden 600 Meter von der Brücke „Lichtblick Lenneschiene“ an der B 236 bis nach Lenhausen sollen in der nächsten Saison ebenfalls radelbereit sein. Ludwig Rasche, Arbeitskreismitglied der Gemeinde Finnentrop: „Die Verbesserungen werden anerkannt, wir bekommen viele positive Rückmeldungen. Die Radfahrer und auch Fußgänger erleben die Lenne jetzt anders, sie war früher so gut wie nicht zugänglich.“

Damit hat sich vor allem Finnentrop als „Drehkreuz des Radtourismus im südlichen Sauerland entwickelt“, so Lüdtke. Von hier haben Radler Anschluss an den Ruhrtal-Radweg Richtung Norden oder über den Ruhr-Sieg-Radweg an das Bigge-Lister-Gebiet und darüber hinaus Richtung Süden.

„Noch ist nicht alles Gold was glänzt. Aber wir arbeiten daran, den SauerlandRadring in einen Topzustand zu bringen“, so Clemens Lüdtke.

Weitere Maßnahmen sind in der Pipeline:

Vor allem die Abschnitte, wo die Radler von gesicherten Nebenstraßen oder von den ehemaligen Bahntrassen unerwartet über oder neben Hauptverkehrsstraßen fahren müssen, stößt manchem Radfahrer negativ aus. Am Hennesee gibt es hier noch Optimierungsbedarf, ebenfalls auf der Strecke von Hundesossen (B 236) bis Störmecke bei Saalhausen, wo an einer Lösung gearbeitet wird.

Warten auf Tunnel 2

Eine neue große Attraktion bekommt der SauerlandRadring, wenn irgendwann einmal der Finnentroper Eisenbahntunnel zur Verfügung steht und die Radfahrer an der Brücke Lichtblick Lenneschiene die B 236 überqueren und durch den Tunnel ins Frettertal abbiegen können.

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