Großmicketal

450 Kubikmeter Erde illegal in Naturschutzgebiet abgeladen

Etwa 450 Kubikmeter Erde sind laut Kreis Olpe ungenehmigt im Naturschutzgebiet Großmicketal angeschüttet werden. Das Bodenmaterial muss vom Verursacher beseitigt werden.

Etwa 450 Kubikmeter Erde sind laut Kreis Olpe ungenehmigt im Naturschutzgebiet Großmicketal angeschüttet werden. Das Bodenmaterial muss vom Verursacher beseitigt werden.

Foto: Roland Vossel

Ottfingen/Hünsborn.   Etwa 450 Kubikmeter lagern ungenehmigt im Großmicketal zwischen Ottfingen und Hünsborn im Kreis Olpe. Übeltäter ist wohl ein SPD-Ratsmitglied.

Die Landschaft ist ein Gedicht. Wie gemalt. Wer über den Radweg von Ottfingen nach Hünsborn fährt, erlebt Idylle pur. Er durchquert das Großmicketal, eine Perle der Natur. 2008 wies der Kreistag das Areal deshalb auch als Naturschutzgebiet aus.

Doch die Schönheit der Natur hat jetzt einen herben Dämpfer hinnehmen müssen. Kaum zu glauben, aber wahr: Ein paar hundert Meter von Ottfingen entfernt sieht es aus wie auf einer Baustelle. In beachtlichem Maße wurden und werden Erdmassen auf der Wiese angehäuft.

Es ist sogar schon so etwas wie eine festgefahrene „Erschließungsstraße“ entstanden. Die Zufahrt unmittelbar nach rechts vom Radweg aus in die Wiese sieht aus wie planiert. Da drängt sich die Frage auf: Gibt es hier ein neues Bau- oder Gewerbegebiet? Und das mitten im Naturschutzgebiet Großmicketal?

Altes Haus abgerissen

Elmar Holterhof fiel bald vom Rad, als er das Desaster vor ein paar Tagen erblickte. „Ich habe gedacht: Was ist das denn? Das gibt es doch nicht“, berichtet der Wendener Grünen-Chef im Gespräch mit unserer Zeitung. Er hat Fotos geschossen und die zuständige Untere Landschaftsbehörde beim Kreis Olpe informiert.

Wer war der Verursacher? Recherchen unserer Zeitung ergaben, dass das Grundstück im Naturschutzgebiet, auf dem die Erde abgekippt wurde und wird, der Frau des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD Wenden, Robert Dornseifer, gehört.

Die Dornseifers haben in Ottfingen ein altes Haus abreißen lassen und den Bauschutt entsorgt. Nun wird derzeit auf dem Grundstück ein großes Loch ausgehoben und diese Erde auf das Grundstück einige hundert Meter entfernt ins Naturschutzgebiet transportiert. Ein Unding, wie Holterhof, Kollege Dornseifers im Wendener Rat und Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen aus Hünsborn, betont: „Da liegt nicht nur Erde, da ist auch etwas Bauschutt dazwischen. Und das in unserem schönen, herrlichen Tal. Das geht gar nicht.“

Material muss beseitigt werden

Bleibt die Frage: Gibt es eine Genehmigung vom Kreis Olpe für das Abkippen des Erdaushubs mitten im Naturschutzgebiet? „Es ist von uns im Naturschutzgebiet Großmicketal auf einem Grundstück eine ungenehmigte Anschüttung festgestellt worden. Dort lagern etwa 450 Kubikmeter Bodenmaterial bzw. Erdaushub. Das ist ungenehmigt und muss daher beseitigt werden. So etwas kann nicht genehmigt werden, weil es dem Schutz des Naturschutzgebietes widersprechen würde“, sagte Kreisdirektor Theo Melcher auf Anfrage unserer Zeitung.

Kreis behält sich Geldbuße vor

Der Kreis Olpe habe einen Anhörungsbogen an den Verursacher geschickt. Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren mit einer möglichen Geldbuße behalte man sich vor, so Melcher.

Robert Dornseifer zeigte sich überrascht vom Anruf unserer Zeitung: „Ich habe noch keine Mitteilung vom Kreis erhalten.“ Und: „Es war mir nicht bekannt, dass das im Naturschutzgebiet liegt. Das ist dort auch nur als Zwischenlagerung gedacht. Das wird nachher wieder zurückgebaut. Die Erde wird dann wieder bei dem Haus angeschüttet.“

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