Geburtstag

70 Jahre Musik in Olpe mit ganz viel Herzblut

In Reminiszenz an die Anfänge in historischer Besetzung und Ausrüstung sowie unter dem Dirigat von Ehrendirigent Heinz Heider.

In Reminiszenz an die Anfänge in historischer Besetzung und Ausrüstung sowie unter dem Dirigat von Ehrendirigent Heinz Heider.

Foto: Birgit Engel

Olpe.   Spielmannszug St. Sebastianus Olpe feiert mit Konzert auf dem Ümmerich. 700 Gäste bei „70 Jahre Herzblut“.

Es war ein wunderschönes Fest, zu dem der Spielmannszug ­St. Sebastianus Olpe anlässlich seines 70. Geburtstages eingeladen hatte. Wo lässt es sich schließlich besser feiern, als auf dem Ümmerich, dem überhaupt allerschönsten Biergarten, bei bester Verpflegung, Olper Wetter und mit einem begeisternden Konzert?

Etwa 700 Besucher kamen, um den Spielleuten der Kreisstadt zu gratulieren, darunter der Bürgermeister sowie die Vertreter der befreundeten Vereine, allen voran der „St. Sebastianus Schützenverein Olpe“, dem sich der Spielmannszug 1960 angeschlossen hatte. Indes gehörte man die ersten zehn Jahre des Bestehens, also ab 1949, zur Freiwilligen Feuerwehr. So fand der erste öffentliche Auftritt statt, als man 1950 die Feuerwehrkapelle bei ihrer Rückkehr von der Musikolympiade in Kerkrade am Bahnhof abholte und zum Schwanensaal begleitete. In Reminiszenz daran gab es bereits zu Beginn des Geburtstagskonzertes eine erste Glanznummer: Zu Preußens Gloria und unter Stabführung des Ehrendirigenten Heinz Heider marschierte man in historischer Besetzung und Ausrüstung auf.

Historische Marschfolge

Ein passender Auftakt für einen Abend, an dem man alle musikalischen Register zog und die ganze Bandbreite seines Könnens zeigte. Aus dem damaligen Tambourcorps mit vier Trommeln und zwölf Flöten - geprobt wurde anfangs im alten Café auf dem Schützenplatz und damit die Finger nicht einfroren, brachte jeder Musiker vier Briketts zur wöchentlichen Probe mit – ist ein gestandener Verein mit einem ganzen Arsenal an Schlaginstrumenten und noch viel mehr Flöten geworden, der über ein beeindruckendes Repertoire und eine große Stilvielfalt von Pop bis Klassik verfügt. „70 Jahre Herzblut“ titelte dann auch das Konzert. „Damit möchten wir unsere Geschichte musikalisch Revue passieren lassen und ausdrücken, was unsere Musiker heute wie damals mit dem Tambourcorps Olpe verbindet“, sagte der 1. Vorsitzende Markus Stachelscheid und dankte zunächst allen Förderern, Freunden, Unterstützern und Helfern. „Ohne eure Unterstützung wäre unsere heutige Veranstaltung wohl etwas kleiner ausgefallen.“

Wieviel Herzblut in den Musikern wirklich steckt, war in jedem gespielten Stück zu hören, wobei Rüdiger Wurm und Markus Heider abwechselnd das Dirigat übernahmen. Brillant war beispielsweise die historische Marschfolge, die an die Anfänge der Spielleute im Mittelalter erinnerte und innere Bilder von bunten Jahrmärkten, Ritterfräuleins und Reitturnieren hervorrief. Großartig auch „Der alde Gotte“, das Markus Heider - nicht nur Dirigent, sondern ausgebildeter Kapellmeister - komponiert hat und damit im Rahmen des Landesmusikfestes 2018 einen tollen dritten Platz beim ausgeschriebenen Kompositionswettbewerb belegt hatte. Nach dem offiziellen Schluss, der auf Wunsch der jüngsten Musiker – Mia Weber (10) und Sarah Heuel (14) – mit Abba besetzt war, stimmte der Spielmannszug „Es war an einem Sommertag“ an. Dafür sowie für das gesamte Konzert gab es verdiente stehende Ovationen und anschließend eine ebenso stimmungsvolle Geburtstagsparty.

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