Abstimmung fern bleiben

Gemeinschaftsgrundschule Hünsborn.   In Nordrhein-Westfalen bestanden im Schuljahr 2015/16 von 2845 öffentlichen Grundschulen 845 katholische, 90 evangelische und zwei jüdische Bekenntnisgrundschulen. In diesen Bekenntnisgrundschulen werden Kinder nach den Grundsätzen des betreffenden Bekenntnisses unterrichtet. Lehrerinnen und Lehrer mussten dem betreffenden Bekenntnis angehören. Seit April 2015 sind allerdings „zur Sicherung des Unterrichts“ Ausnahmen möglich. Die Position der Schulleitung ist nach wie vor bekenntnisgebunden. (Wikipedia) Bei einer Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule kommt es aber nicht zu einer Art „oekumenischer“ Öffnung für Kollegen/innen evangelischer Religionszugehörigkeit, sondern die Schulleitung kann dann unabhängig von jeder Religionszugehörigkeit in Anspruch genommen, und jedwede Lehrperson der Schule zugewiesen werden. Die Gemeinde Wenden verfügt zur Zeit nur über Katholische Bekenntnisgrundschulen, nämlich in Wenden mit dem Zusatzstandort Rothemühle, in Gerlingen und Hünsborn. Am 4. Februar 1968 sprachen sich 92 % der Eltern in Hünsborn für die Errichtung der Katholischen Bekenntnisgrundschule aus. Bei einer Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule könnten die Eltern in der Gemeinde Wenden ihre Kinder sofort in Hünsborn anmelden, falls sie für ihre Kinder keine religiös fundierte Erziehung wünschen. Zudem bestünde für die verbleibenden Bekenntnisgrundschulen in Wenden und Gerlingen die Möglichkeit, eine Aufnahme bekenntnisfremder Kinder zu verweigern, weil dann in zumutbarer Entfernung eine Gemeinschaftsgrundschule bestehen würde. Für Hünsborn könnte dies eine Steigerung der Schülerzahlen bedeuten, unter Umständen sogar einen Schülerfahrverkehr bringen. Für eine Umwandlung einer Bekenntnisgrundschule zu einer Gemeinschaftsgrundschule waren bis März 2015 zwei Drittel der Elternstimmen erforderlich, seither nur mehr als die Hälfte. Das würde in Hünsborn bedeuten, dass bei 144 Schulkindern 73 Eltern für eine Umwandlung stimmen müssten. Wer sich an der Abstimmung nicht beteiligt, bekundet damit seinen Willen zum Erhalt der bestehenden Katholischen Bekenntnisgrundschule Hünsborn. Ich wünsche ihr, dass sie in zwei Jahren ihr 50-jähriges Bestehen feiern kann. Günther Gröger, Schönau, von 1969 bis 1996 Schulleiter an der Bekenntnisgrundschule Hünsborn

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In Nordrhein-Westfalen bestanden im Schuljahr 2015/16 von 2845 öffentlichen Grundschulen 845 katholische, 90 evangelische und zwei jüdische Bekenntnisgrundschulen. In diesen Bekenntnisgrundschulen werden Kinder nach den Grundsätzen des betreffenden Bekenntnisses unterrichtet. Lehrerinnen und Lehrer mussten dem betreffenden Bekenntnis angehören. Seit April 2015 sind allerdings „zur Sicherung des Unterrichts“ Ausnahmen möglich. Die Position der Schulleitung ist nach wie vor bekenntnisgebunden. (Wikipedia)


Bei einer Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule kommt es aber nicht zu einer Art „oekumenischer“ Öffnung für Kollegen/innen evangelischer Religionszugehörigkeit, sondern die Schulleitung kann dann unabhängig von jeder Religionszugehörigkeit in Anspruch genommen, und jedwede Lehrperson der Schule zugewiesen werden.


Die Gemeinde Wenden verfügt zur Zeit nur über Katholische Bekenntnisgrundschulen, nämlich in Wenden mit dem Zusatzstandort Rothemühle, in Gerlingen und Hünsborn. Am 4. Februar 1968 sprachen sich 92 % der Eltern in Hünsborn für die Errichtung der Katholischen Bekenntnisgrundschule aus. Bei einer Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule könnten die Eltern in der Gemeinde Wenden ihre Kinder sofort in Hünsborn anmelden, falls sie für ihre Kinder keine religiös fundierte Erziehung wünschen. Zudem bestünde für die verbleibenden Bekenntnisgrundschulen in Wenden und Gerlingen die Möglichkeit, eine Aufnahme bekenntnisfremder Kinder zu verweigern, weil dann in zumutbarer Entfernung eine Gemeinschaftsgrundschule bestehen würde. Für Hünsborn könnte dies eine Steigerung der Schülerzahlen bedeuten, unter Umständen sogar einen Schülerfahrverkehr bringen.


Für eine Umwandlung einer Bekenntnisgrundschule zu einer Gemeinschaftsgrundschule waren bis März 2015 zwei Drittel der Elternstimmen erforderlich, seither nur mehr als die Hälfte. Das würde in Hünsborn bedeuten, dass bei 144 Schulkindern 73 Eltern für eine Umwandlung stimmen müssten. Wer sich an der Abstimmung nicht beteiligt, bekundet damit seinen Willen zum Erhalt der bestehenden Katholischen Bekenntnisgrundschule Hünsborn.


Ich wünsche ihr, dass sie in zwei Jahren ihr 50-jähriges Bestehen feiern kann.


Günther Gröger, Schönau, von 1969 bis 1996 Schulleiter an der Bekenntnisgrundschule Hünsborn

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