Windkraft

Acht Stimmen für die Windkraft im Frettertal

Zwei Windkraftanlagen vor aufgehende Sonne. Eine Mehrheit der Bewohner im Frettertal möchte solche Bilder nicht sehen. Die Grundstückseigentümer geplanter Anlagen sehen das anders. Sie haben jetzt beantragt, das ausgesetzte Planverfahren wieder aufzunehmen.

Foto: Julian Stratenschulte

Zwei Windkraftanlagen vor aufgehende Sonne. Eine Mehrheit der Bewohner im Frettertal möchte solche Bilder nicht sehen. Die Grundstückseigentümer geplanter Anlagen sehen das anders. Sie haben jetzt beantragt, das ausgesetzte Planverfahren wieder aufzunehmen. Foto: Julian Stratenschulte

Serkenrode.   Grundstückseigentümer im Frettertal wollen die Wiederaufnahme der Planungen für Vorranggebiete. Finnentroper Rat entscheidet am 24. April.

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Im Frettertal treten die Konflikte rund um das Thema Windkraft jetzt offen zutage. Während bei den politischen Beratungen zum Thema Vorranggebiete für Windkraft immer eine große Zahl von Windkraftgegnern präsent war, haben jetzt acht Grundstückseigentümer einen Antrag gestellt, die vom Rat ausgesetzte Bauleitplanung wieder aufzunehmen.

Einen eigenen Weg

Die Gemeinde Finnentrop ist mit Blick auf den Bau von Windkraftanlagen einen eigenen Weg gegangen. Sie wollte, losgelöst vom Verfahren der Landesregierung, Vorrangflächen im Rahmen von Bebauungsplänen ausweisen. So sollte der privilegierten Windkraft entsprechend der Vorgaben der Bundesregierung einerseits substanziell Raum gegeben werden, anderseits sollten die Anlagen auf einige wenige Gebiete konzentriert werden.

Windkraft-Streitfälle in Südwestfalen Der Rat hat in seiner Sitzung am 20. Februar aber beschlossen, das Verfahren zur Ausweisung von Vorranggebieten für Windenergieanlagen für maximal zwölf Monate auszusetzen, bis Klarheit über der Ziele der Landesregierung bestehe. Sollten sich vor Ablauf der zwölf Monate neue Erkenntnisse ergeben, soll nach diesem Beschluss eine erneute Beschlussfassung des Rates über die weitere Vorgehensweise erfolgen, dies soll in jedem Fall nach Ablauf der zwölf Monate gelten.

Die acht Bürger des Frettertals beantragen, die Planungen wieder aufzunehmen. Nach ihrer Auffassung sind die 1500 Meter Abstand zu reinen Wohngebieten im Windenergieerlass nicht verbindlich, sondern lediglich ein Fallbeispiel, welche Lärmschutzverordnungen an einen durchschnittlichen Windpark anzulegen seien.

Außerdem weisen sie darauf hin, dass es sich bei einem Erlass lediglich um eine Verwaltungsvorschrift handele, die keine direkte Auswirklungen habe, sondern „ermessenslenkend“ wirke.

Planung weit fortgeschritten

Der aktuell gültige und somit immer noch rechtlich bindende Landesentwicklungsplan sehe für das Planungsgebiet Arnsberg eine Flächenfestlegung für die Windenergie von 18 000 Hektar vor.

Mit den Beschlüssen zur Aufstellung von Bebauungsplänen und dem Abschluss städtebaulicher Verträge mit den Investoren habe die Politik in Finnentrop klare Signale pro Windenergie gesendet. Deren Planungen seien im übrigen weit fortgeschritten.

Die Gemeinde Finnentrop weist darauf hin, dass der im Bürgerantrag genannte Windenergie-Erlass entgegen der Ankündigung des Wirtschaftsministeriums immer noch nicht in Kraft getreten sei. Der Entwurf könne aber auf der Homepage des Ministerium eingesehen werden.

Weiter weist die Gemeinde darauf hin, dass die für das Planungsgebiet Arnsberg genannten 18 000 Hektar bedeutet hätten, dass auf den Gebiet der Gemeinde Finnentrop mehr als 100 Windkraftanlagen hätten gebaut werden können. Dieser Grundsatz solle durch die neue Landesregierung aus dem Landesentwicklungsplan gestrichen werden.

Entgegen der Ankündigung der Landesregierung enthalten die bislang bekannten Änderungen zum Landesentwicklungsplan aber keine Aussagen zur Windkraftnutzung im Wald. Diskutiert werden soll der Antrag in der Ratssitzung am 24.April.

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