Abschied

Ära geprägt: Clemens Steiling geht in den Ruhestand

Pfarrer Clemens Steiling in seinem Element. Das Archivfoto zeigt, dass das Gemeindeleben in Olpe vielfältig ist. Das Schützenwesen, die Kolpingsfamilie und der Karneval gehören zum Leben einer katholischen Pfarrei im Sauerland dazu. Das sollte auch der Nachfolger wissen.

Pfarrer Clemens Steiling in seinem Element. Das Archivfoto zeigt, dass das Gemeindeleben in Olpe vielfältig ist. Das Schützenwesen, die Kolpingsfamilie und der Karneval gehören zum Leben einer katholischen Pfarrei im Sauerland dazu. Das sollte auch der Nachfolger wissen.

Foto: Birgit Engel

Olpe.  Nach zwei Jahrzehnten als Pfarrer in Olpe und als Leiter des Pastoralverbundes Olpe geht Clemens Steiling in den Ruhestand.

Wolfgang Hesse, langjähriger Weggefährte von Olpes Pfarrer Clemens Steiling, wagte im Gespräch mit unserer Redaktion einen humorvollen Rückblick: „Als Clemens Steiling hier anfing, nannten ihn manche Katholiken nach den ersten heiligen Messen den ,Flotten Steiling’, weil er es schaffte, die Messfeiern sehr zügig zu halten.“

Der Rückblick auf zwei zurückliegende Jahrzehnte hat einen verständlichen Grund: Aus dem „Flotten Steiling“ ist in den vergangenen 20 Jahren der akribisch arbeitende Leiter des Pastoralverbundes geworden, der es geschafft hat, trotz des riesigen Organisationsapparates, den er bewältigen musste, stets innere Ruhe auszustrahlen. Jetzt sieht Clemens Steiling seinem 75. Geburtstag entgegen und wird sein arbeitsreiches Amt am kommenden 1. März einem Jüngeren überlassen: „Meine Ziele habe ich erreicht. Mir war es wichtig, den pastoralen Prozess in die richtigen Bahnen zu lenken. Zum Schluss freue ich mich, dass es mit den Martinushöfen noch klappt.“

Obwohl der Pfarrer, wie ihm Weggefährten wie auch Wolfgang Hesse bescheinigen, ein hervorragender Rhetoriker ist, wollte er von seinem bevorstehenden Abschied nicht viel Reden machen. Die Verabredungen seien schon lange mit dem Bistum getroffen. Die Entscheidung über seine Nachfolge obliegt dem Erzbistum. Dennoch hofft Wolfgang Hesse, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstandes von St. Martinus Olpe: „Ich würde mich freuen, es gäbe einen dialogischen Prozess.“ Im Klartext: Die maßgeblichen Mitglieder der Pfarrei würden, was die Nachfolge Steilings angeht, gerne nach ihrer Meinung gefragt.

Mit Steiling verliere die Pfarrgemeinde, so Hesse weiter, „einen sehr guten Prediger, wenngleich die Vorträge dem einen oder anderen manchmal ein bisschen zu intellektuell waren.“

Der scheidende Pfarrer habe stets „unheimlich viel Kraft“ in die Arbeit im Kirchenvorstand gesetzt.

Den Kirchenvorstand, aber auch den Pfarrgemeinderat hatte Steiling bereits vor einiger Zeit über seinen Abschied in Kenntnis gesetzt. Überrascht hatte das die wenigsten.

Steiling darf sich jetzt mit Fug und Recht auf den Ruhestand freuen, endlich Urlaub machen ohne den ewigen Druck eines so großen und vielfältigen Pastoralverbundes.

Entlastung wichtig

Sein Nachfolger wird es in dieser Hinsicht besser haben: Denn der geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Wolfgang Hesse, und Ralf Henze als Verwaltungsleiter des Pastoralverbundes, einer der ersten in dieser Funktion in der Erzdiözese, können den künftigen Pfarrer erheblich entlasten.

Was auch nötig ist, denn Clemens Steiling traf den Nagel wohl auf den Kopf, als er bei Henzes Einführung sagte: „Pastorale Räume und Verbünde sind mittlerweile wie kleine Unternehmen. Da ist es gut, wenn uns ein Fachmann bei der Verwaltung unterstützt und entlastet.“

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