Integration

Afghanisches Cricket-Team sucht Mitspieler aus der Region

Das Cricket-Team afghanischer Flüchtlinge auf dem Sportplatz es TuS Rhode mit den Bauftragten für Breitensport beim TuS Rhode, Hanno Schmidt (2.v.l.) und Anne Töllner (rechts) sowie Dagmar Sprenger (2.v.r.) vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Olpe

Foto: privat

Das Cricket-Team afghanischer Flüchtlinge auf dem Sportplatz es TuS Rhode mit den Bauftragten für Breitensport beim TuS Rhode, Hanno Schmidt (2.v.l.) und Anne Töllner (rechts) sowie Dagmar Sprenger (2.v.r.) vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Olpe Foto: privat

Rhode.   Eine Gruppe Afghanischer Flüchtlinge will den Nationalsport ihres Heimatlandes bekanntmachen: Cricket. Dazu suchen sie noch Mitspieler.

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Drahtige junge Männer, sportlicher Eindruck, allesamt in einheitlichem Outfit. Die Sportkleidung in Schwarz-Rot-Gold trägt die Aufschrift „Siegen Cricket Team“.

Hanno Schmidt, Beauftragter für Breitensport beim TuS Rhode, empfing die jungen Männer aus Afghanistan auf dem Sportplatz in Rhode. Sie hatten schon einiges der Cricket-Ausrüstung dabei – denn darum geht es: Sie wollen den Volkssport ihres Heimatlandes in der Gegend bekannt machen. Ihr Ziel: die Gründung einer eigenen Mannschaft.

Idee für Cricket-Team bei Workshop

„Die Idee, gemeinsam Cricket zu spielen, brachten die jungen Geflüchteten aus Afghanistan bei einem Workshop im vergangenen Jahr zur Sprache“, erzählt Dagmar Sprenger vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Olpe, „aber dazu musste sich erst einmal ein Verein bereit erklären, die jungen Männer zu unterstützen.“ Und der wurde dank der Mitarbeit von Hanno Schmidt in Rhode gefunden.

Freundlich und höflich präsentieren sich die Jungs bei der Ankunft. Ihre Sprachkenntnisse sind unterschiedlich, aber mit Osman Khan haben sie einen Sprecher, der sich gut Deutsch spricht und im Gespräch mit den Vereinsvertretern die Gruppe vertritt.

Cricket-Regeln sind geheimnisvoll

Auf dem Kunstrasenplatz allerdings ging es schon zur Sache, wurden die Schläger und die anderen notwendigen Utensilien für ein Spiel herausgeholt, dessen Regeln zunächst einmal ziemlich geheimnisvoll sind. Es erinnert an Baseball – und, heute wohl nicht mehr so üblich, ein wenig an Brennball im Schulsport. Bei dem gleißenden Sonnenschein ließ der Schweiß nicht lange auf sich warten.

Dass Cricket für unsere Breiten eine ziemlich exotische Sportart ist, versteht sich fast von selbst.

„Und doch“, hat Hanno Schmidt eine Vision, „könnte bei regelmäßigem Training der Flüchtlinge in Rhode eine Anziehungskraft auf deutsche Jugendliche entstehen.“ Seit ihrer Zusammenkunft zur Cricketgruppe trainieren die ambitionierten Afghanen auf einem Parkplatz in Dahlbruch.

Materialbeschaffung kostet Geld

Es fehlt an allem. Schläger, Helme, Knieschoner – alles kostet Geld. Der Landessportbund fördert solche Aktionen (siehe Kasten). „Die Gastfreundschaft des TuS Rhode ist erfreulich. Alle Cricketspieler und Interessenten sind herzlich eingeladen“, so Hanno Schmidt, „sich am kommenden Samstag ab 16 Uhr auf dem Rhoder Sportplatz einzufinden.“

„Es ist ein kleiner Schritt. Aber wir müssen die integrative Kraft des Sports nutzen, um neu Zugewanderte an die deutsche Vereinskultur heranzuführen“, so Dagmar Sprenger, die sich freut, dass die Bereitschaft zur Annäherung über den Sport möglich gemacht wird. „Mit Cricket in Rhode ist es ein optimistischer Anfang. Wir hoffen auf noch mehr Spieler am Samstag, um zu sehen, was sich daraus machen lässt. Wir sind sehr optimistisch.“

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