Gericht

Amtsgericht Olpe: Es war nicht ihr erster Betrugsfall

Eine Olperin verkaufte Ware, die sie gar nicht besaß.

Eine Olperin verkaufte Ware, die sie gar nicht besaß.

Olpe.   Olperin verkauft Ware auf Online-Plattformen, die sie nicht besitzt und kann Geld nicht zurück zahlen. Angeklagte muss ins Gefängnis.

Die Angst, dass die Ware beim Kauf auf Online-Handelsplattformen nie ankommt, kennen viele. Mehrere Betrugsfälle dieser Art wurden am Freitag, 10. August, vor dem Schöffengericht in Olpe verhandelt. Der Angeklagten wurde in vier Fällen vorgeworfen, Ware auf verschiedenen Online-Plattformen angeboten und verkauft zu haben, ohne dass sie diese je besaß. Das Geld konnte die Angeklagte nicht mehr zurück zahlen.

Rückblick: Ende 2016 bot die 32-Jährige über die Online-Marktplatz-Plattform Ebay eine Schallplattensammlung an, die sie für 101 Euro verkaufte. Die Olperin war jedoch weder in der Lage, die Ware zu versenden noch das Geld dem Käufer zu erstatten.

Mitte 2017: Die Angeklagte verkaufte nach demselben Muster über die Online-Plattform Shpock eine Wii-Konsole für rund 145 Euro sowie über Ebay-Kleinanzeigen eine Wii-Konsole mit Spielen für rund 70 Euro.

Am 23. und 24. Dezember 2017 die nächste Tat: Für 96,50 Euro verkaufte die 32-Jährige zwei Spiele für die Konsole Playstation. Die Besonderheit: Erst im August wurde die Mutter zweier Kinder aus dem Gefängnis entlassen. Inhaftiert war sie ebenfalls aufgrund von Betrug.

In allen Fällen erhielt die Angeklagte das Geld, die Käufer aber nicht ihre Ware.

Nicht der erste Betrug

Bereits seit 2003 ist die Olperin im Visier der Polizei. Aufgrund von insgesamt elf Betrugsfällen erhielt die Angeklagte bereits mehrere Freiheitsstrafen. Aktuell ist sie in der JVA in Bielefeld inhaftiert.

Zu Beginn der Verhandlung entscheiden Richter Richard Sondermann, Staatsanwältin Vera Ortlieb und Pflichtverteidigerin Christina Lang sich zu einem Rechtsgespräch zurückzuziehen. Anschließend beantragt die Staatsanwaltschaft, dass es sich nur noch um die Taten im Dezember handeln solle: „Die Taten vom 23. und 24. Dezember hat die Angeklagte bereits schriftlich eingeräumt. Die weiteren drei Taten sollen in Hinsicht auf eine Freiheitsstraße eingestellt werden“, verkündet Staatsanwältin Ortlieb.

Richter Sondermann, Verteidigerin Lang sowie die Angeklagte sind mit dem Vorschlag einverstanden. „Die Spiele gab es nicht und die Angeklagte hat das Geld bekommen, das sind klare Verhältnisse“, sagt

Pflichtverteidigerin Lang und die Angeklagte bestätigt die Aussage.

Richter Sondermann entlässt die Zeugen ohne sie angehört zu haben und schließt die Beweisaufnahme: „Das konnten wir vorher nicht absehen. Sonst hätten wir sie natürlich nicht eingeladen, das hat sich erst in den letzten 30 Minuten ergeben“, erklärt Sondermann die Situation den Zeugen.

Weitere Freiheitsstrafe

Im Plädoyer hebt die Staatsanwältin Ortlieb nochmals das umfassende Geständnis der Angeklagten hervor und sagt außerdem: „Dafür sind sie erheblich vorbestraft. Betrugsfälle ziehen sich quasi wie ein roter Faden durch ihr Leben.“ Auch Pflichtverteidigerin Lang sagt: „Es ist klar, dass es sich um eine Freiheitsstrafe handeln wird. Allerdings muss man auch sagen, dass der Schadensbetrag überschaubar ist.“

Nach einer kurzen Beratungszeit mit den Schöffen spricht Richter Sondermann das Urteil aus: Eine einjährige Freiheitsstrafe. „Wir können ihnen keine Bewährung geben, da sie sich von ihren vergangenen Verurteilungen nur wenig beeindrucken ließen. Wir können keine positive Prognose aussprechen.“

Nicht alle geladenen Zeugen sind mit der Einstellung der drei Verfahren zufrieden: „Das kann doch nicht sein, dass mein Fall jetzt einfach eingestellt wird“, beschwert sich einer der Zeugen.

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