Biergarten

An der Wendener Pfarrkirche entsteht ein Biergarten

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Maurice König sowie Martha und Friedhelm Hüttenhölscher (v.l.) im Biergarten im Schatten der Pfarrkirche Wenden.

Maurice König sowie Martha und Friedhelm Hüttenhölscher (v.l.) im Biergarten im Schatten der Pfarrkirche Wenden.

Foto: Birgit Engel

Wenden.  Die Wiese an der Pfarrkirche St. Severinus Wenden wird zum Biergarten. Jetzt „kehrt die Gastfreundschaft an diesen Ort zurück“.

Die Idee ist schon mehr als drei Jahrzehnte alt. Nun wird sie zur handfesten Tatsache: Die Wiese an der Pfarrkirche St. Severinus Wenden wird zum Biergarten. Seit einiger Zeit schon legen die jetzigen Eigentümer des direkt nebenan liegenden Hotel-Restaurants Zeppenfeld, Maurice und Claudia König, sowie die Pächter Friedhelm und Martha Hüttenhölscher Hand an, um aus dem etwa 1000 Quadratmeter großen Gelände eine Außengastronomie zu machen. Kommenden Sonntag wird nach dem Hochamt mit einem Frühschoppen Einweihung gefeiert. Und Vikar Christian Albert wird den Biergarten in dem Rahmen segnen. „Das gehört unbedingt dazu. Der Biergarten soll unter einer guten Schirmherrschaft stehen“, so König und Hüttenhölscher.

Eigentlich für kirchliche Zwecke

Die älteren Einwohner von Wenden werden sich noch erinnern. Bis Ende der 1960er-Jahre befand sich besagtes Grundstück noch in Besitz der Familie Zeppenfeld. Einst stand dort ein Minifachwerkhaus, das Heinrich Feldmann und seine Frau Antonia, eine geborene Zeppenfeld, nach dem 1. Weltkrieg umbauten. Roswitha Kirsch-Stracke, weithin bekannt als engagiertes Vorstandsmitglied des Kreisheimatbundes Olpe, ist die Enkelin der beiden und wurde hier geboren. Als sie zwölf Jahre alt war, verkaufte die Familie an die Kirche. „Eigentlich sollte das Haus dann für kirchliche Zwecke genutzt werden, damals gab es ja auch noch nicht das Pfarrheim. Daraus wurde aber nicht wirklich etwas Dauerhaftes und so riss man es in den 1970ern ab“, erinnert sich Kirsch-Stracke, die sich sehr darüber freut, dass nun das Wirklichkeit wird, was das Hotel-Restaurant Zeppenfeld gerne in die Tat umgesetzt hätte, indes nie die Erlaubnis dafür bekam. „Mein Elternhaus war immer gastfreundlich. Vorne standen die Türen meiner Eltern stets für jedermann offen. Und hinten die Türen meiner Großeltern. Mit dem Biergarten kehrt die Gastfreundschaft an diesen Ort zurück.“

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Im November 2020 wechselte das Hotel-Restaurant Zeppenfeld den Besitzer. Ende letzten Jahres dann wandte sich König mit seinem Anliegen an die Kirche. Vom Erzbistum Paderborn kam eine positive Rückmeldung. Ebenso vom Kirchenvorstand Wenden. „Es war keine einhundertprozentige Entscheidung. Die Mehrheit aber war dafür. Bedenken gab es auch dahingehend, dass die Familie Zeppenfeld mehrfach eine Absage bekommen hat“, so Günter Stracke vom Kirchenvorstand. „Ich denke, dass das aber kein Problem ist und bin überzeugt, dass wir richtig entschieden haben. Die Zeiten haben sich geändert. Man muss über den Tellerrand schauen. Beide Seiten, die Kirche und die Gemeinde, werden davon profitieren. Es geht um das Miteinander. Um das Zusammensein von Kirche und Umfeld.“

König ist rumgefahren. Im ganzen Land. Überall gebe es Biergärten neben einer Kirche, einem Dom. „Nur hier im Sauerland nicht. Mönche aber haben das Bierbrauen erfunden“, so König. „Toll, dass auch Vikar Albert dafür gestimmt hat. Und Günter Stracke hat wirklich alles dafür getan.“

Zwölf Tonnen Mutterboden aufgeschüttet

Aus dem abschüssigen Gelände haben König und Hüttenhölscher zwei Ebenen gemacht; 30 Tonnen Schotter verfüllt, zwölf Tonnen Mutterboden aufgeschüttet und 40 Kubikmeter zertifizierte Fallschutz-Hackschnitzel auf der oberen Ebene aufgebracht. Die untere Ebene ist mit Rasen eingesät. Hier muss sich bis zum kommenden Jahr das Gras richtig verwurzeln. Auf der oberen Ebene werden zur Eröffnung sowie zur Kirmes Bierbänke stehen, erst danach kommt die endgültige Einrichtung. Tapas und bürgerliche Küche möchte Hüttenhölscher dann anbieten. Und Flammkuchen wie im Elsass. Dazu muss er noch einen Außenofen bauen. Geplant ist eine Kinderspielecke. Und eine Weinlaube, genau an dem Platz wo einst der Schuppen der Familie Zeppenfeld stand. Bei alldem sind viele Auflagen zu beachten. So darf beispielsweise nichts direkt an die Kirchenmauer gebaut werden. Denn sie ist wertvoller Lebensraum, wachsen an ihr doch ganz besondere Farne.

Die Macher haben viele Ideen für ihren Biergarten im Schatten von St. Severin. Heimelig und lauschig soll er sein, ein einladender Ort. Hüttenhölscher hat große Öllampen angeschafft, die am Geländer installieren werden. „Sie geben ein tolles Ambiente. Und sie helfen gegen Insekten. So macht man es in Kolumbien, der Heimat meiner Frau.“ Und die Natur leistet ihren ganz eigenen Beitrag. Hier stehen zwei große Ahorne und zwischen ihnen eine noch größere Birke mit einer weit ausladenden Krone, die lichten Schatten spendet. „Eine Birke kann nur so imposant wachsen, wenn sie viel Platz hat“, sagt Kirsch-Stracke. Ihr Onkel Karl-Josef Feldmann hat sie vor genau 90 Jahren gepflanzt.

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