Verkehrsbelastung

Anwohner sauer: Fast jeden Tag 100 Lkw auf Thetener Straße

Die Anlieger der Thetener Straße, hier im Gespräch mit der SPD-Fraktion, kritisieren  die Belastung durch den Schwerlastverkehr  vor ihren Häusern. 

Die Anlieger der Thetener Straße, hier im Gespräch mit der SPD-Fraktion, kritisieren  die Belastung durch den Schwerlastverkehr  vor ihren Häusern. 

Foto: Privat / WP

Lennestadt/Theten.  SPD-Fraktion Lennestadt will sich für eine zweite Straße für den Gewerbeverkehr stark machen, um die Thetener Straße zu entlasten.

Das Problem ist nicht neu. Nachdem die Rheinkalk Grevenbrück GmbH vor gut zwei Jahren die Produktion von Branntkalk in ihren beiden Schachtöfen wieder aufgenommen hat, hat der Lkw-Verkehr auf der Thetener Straße stark zugenommen. Die Lennestädter SPD-Fraktion fordert deshalb den Bau einer neuen Straße, um die Thetener Straße zu entlasten.

SPD vor Ort

Die Genossen trafen sich am Montagabend mit betroffenen Bürgerinnen und Bürgern zum Meinungsaustausch. Allgemeiner Tenor: So kann es nicht weitergehen. Manchmal befahren mehr als 100 Lastwagen die Thetener Straße, die die Rheinkalk-Öfen und das Gewerbegebiet anfahren. Die meisten Lkw transportieren vom Steinbruch an der B 236 das Rohmaterial zu den beiden Öfen, aus dem pro Jahr rund 55000 Tonnen Branntkalk produziert werden.

Lkw bis zum späten Abend

Fraktionschef Heinz Vollmer: „Ich habe mir das in der letzten Woche selber angesehen. Es ist Wahnsinn, wie viel Lkw-Verkehr über die Straße läuft.“ Die SPD-Fraktion sei von Anwohnern auf das Problem angesprochen worden. Der Verkehr sorge nicht nur für die Geräuschimmissionen, teilweise bis in den späten Abend, sondern immer führe dies auch zu erhebliche Gefährdungen für Fußgänger und Radfahrer.

„Wir müssen den Schwerlastverkehr von der Wohnbebauung weg kriegen“, war die einhellige Meinung der SPD-Fraktion. Doch weil die Thetener Straße die einzige Zuwegung von der B 55 aus ist, wäre das nur durch den Bau einer neuen Straße möglich.

Zweite Straße bauen

„Eine mögliche Alternative wäre die Anbindung des Gewerbegebietes über eine mit Abstand parallel laufende eigene Trasse durch die angrenzende städtische Wiese. Dann könnte die Thetener Straße verkehrsberuhigt für den Pkw-Verkehr genutzt werden“, so die SPD-Fraktion. Positiver Nebeneffekt: Möglicherweise könnten so auch acht bis zehn neue Bauplätze auf der bisher unbebauten Seite der Thetener Straße entstehen. Die Stadt hatte in einer Anliegerversammlung vor geraumer Zeit mehrere Varianten vorgestellt, u. a. einen Ausbau der Thetener Straße, verbunden mit einer Verbreiterung.

Verbreiterung bringt Rennstrecke

Die SPD lehnt dies ab: „Lediglich eine Straßenverbreiterung würde durch den geraden Streckenverlauf zu einer echten Rennstrecke führen und die gefährlichen Situationen noch erhöhen“, heißt es in der Pressemitteilung der Fraktion. Die SPD werde sich deshalb für die berechtigten Interessen der Anlieger bei den kommenden politischen Beratungen starkmachen, und für eine Zweistraßenlösung werben.

Dass der Neubau einer „Industriestraße“ durch Wiese an der Lenne, die dann nicht nur die Öfen der Kalkwerke, sondern auch das gesamte Gewerbegebiet anbinden soll, schon aus Naturschutzgründen kein leichtes Unterfangen sein wird, ist SPD-Chef Heinz Vollmer klar. Andererseits hätte man dann eine tragfähige und langfristige Lösung des Problems geschaffen.

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