Sanierungsfall Wendener Hütte

Archäologen nehmen Schlackenpoche unter die Lupe

Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe nehmen die sogenannte Schlackenpoche unter die Lupe. Zahlreiche Grauwacken der ausgegrabenen Anlage hatten sich gelöst, jetzt muss umfangreich saniert werden.

Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe nehmen die sogenannte Schlackenpoche unter die Lupe. Zahlreiche Grauwacken der ausgegrabenen Anlage hatten sich gelöst, jetzt muss umfangreich saniert werden.

Foto: Foto: Josef Schmidt

Wendener Hütte.  Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) nahmen am Dienstag Morgen die Schlackenpoche im Museum Wendener Hütte unter die Lupe.

Dr. Manuel Zeiler von der archäologischen Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) verzieht für einen kurzen Moment das Gesicht, als er den Blick über die „Schlackenpoche“ des Museums Wendener Hütte schweifen lässt: „Das wird eine Menge Arbeit“, sagt er und meint damit das anstehende Sanierungsprojekt, das durch die Baufälligkeit des Industriedenkmals notwendig wird. Schritt für Schritt dokumentiert er mit seiner Fotokamera nahezu jeden Stein: „Viele haben sich gelockert oder schon ganz gelöst“, vermerkt er, während Dr. Eva Cichy und Professor Michael Baales damit beschäftigt sind, den Sanierungsfall Stück für Stück zu vermessen. Fotos und Vermessung dienten unter anderem als Grundlage für ein späteres 3-D-Modell der Anlage, wie es beispielsweise von einer alten Dampfmaschinenhalle der Grube Landeskrone bei Wilnsdorf bereits existiere.

Wegen der Dringlichkeit hatten sich zunächst die Fachleute der LWL-Baudenkmalpflege die Schäden an der Hammerhütte bzw. an der Mauer neben dem Wasserrad angesehen, die in das Rad hineingestürzt war. Jetzt waren die LWL-Archäologen gekommen, um die einstmals unterirdische und erst 1992 freigelegte Schlackenpoche akribisch unter die Lupe zu nehmen.

„Das hat zeitliche Dringlichkeit“, sagt Dr. Eva Cichy, wissenschaftliche Referentin beim LWL, „in diesem Zustand ist es aber akut einsturzgefährdet.“ Auch durch die lang anhaltenden Trockenperioden hätten die unter den Steinen befindliche Erdschicht offenbar Tragfähigkeit eingebüßt. „Das Ganze fängt an, sich zu bewegen“, resümiert die LWL-Fachfrau.

Stützwände stabilisieren

Was im Nachgang zu den jetzt abgeschlossenen Vorarbeiten getan werden muss, erklärt Dr. Manuel Zeiler: „Da muss jede einzelne Grauwacke per Hand entnommen werden.“ Dann müssten die Steinmauern mit Stützwänden stabilisiert werden. Danach würden die Steine wieder in ihre ehemalige Position gebracht. Und das sei alles in allem ein beträchtlicher Aufwand.

Dass sich der Aufwand lohne, daran lässt Zeiler keinen Zweifel aufkommen: „Das ist ein sehr schönes Ensemble, so etwas gibt es ganz selten.“ Um gleich auf die Dringlichkeit hinzuweisen: „Es wird Zeit, dass das gemacht wird. Ein Winter mit Frost wird dem Gemäuer sicher nicht guttun.“ Noch in diesem Jahr solle mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden.

Auch die Sanierungsarbeiten am Hammerwerk, so Museumsleiterin Monika Löcken, seien umfangreich: „Das muss alles demontiert, das Wasserrad herausgehoben und anschließend wieder eingebaut werden.“ Bereits am Dienstag Nachmittag traf sich die Museums-Chefin noch mit Bauunternehmern, um das Projekt und den zeitlichen Rahmen zu besprechen. Auch sie hofft, „dass die Ausführung der Bauarbeiten noch dieses Jahr gelingt.“

Beschluss des Kreises fehlt noch

Die finanziellen Voraussetzungen, um die Arbeiten in Auftrag geben zu können, sind zum Teil bereits erfüllt. Der Gemeinderat Wenden hatte per Dringlichkeitsbeschluss 25.000 Euro losgeeist, noch einmal 25.000 Euro darf der Museumsverein Wendener Hütte vom Kreis Olpe erwarten, der das Thema in seinem nächsten Sitzungsblock berät und den Betrag voraussichtlich durchwinken wird. Kreis und Gemeinde sind beide Träger des Museums.

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