Taschengeldbörse

„AtTa“: Taschengeldbörse geht in Attendorn an den Start

Mit dem Hund (hier ein Symbolbild) eine Runde drehen: Solche Aufgaben könnten die Jugendlichen, die sich bei der Taschengeldbörse bewerben, übernehmen.

Mit dem Hund (hier ein Symbolbild) eine Runde drehen: Solche Aufgaben könnten die Jugendlichen, die sich bei der Taschengeldbörse bewerben, übernehmen.

Foto: dpa

Attendorn.   Initiatoren sind „Agil“, das Jugendparlament und die Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes. Angebot für Jugendliche ab 14 Jahre.

Wenn die Großeltern rufen, dann sind die Enkel schnell vor Ort: Für einen kleinen Obolus nehmen sie der geliebten Oma das Einkaufen ab oder mähen den Rasen, weil Opa es nicht mehr schafft. Allerdings haben nicht alle Senioren die Möglichkeit, auf die schnelle Hilfe aus der eigenen Familie zurückzugreifen. Für sie bietet sich ab sofort eine interessante Alternative: Die Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes hat gemeinsam mit dem „Agil“-Büro aus Attendorn und dem Jugendparlament der Hansestadt eine Taschengeldbörse unter dem Namen „AtTa“ ins Leben gerufen.

Die Initiative geht vom Attendorner Ehrenamts- und Seniorenbüro aus. Kreisweit fördert, koordiniert und vernetzt „Agil“ verschiedene Angebote für ältere Menschen. „Bei uns sind schon häufiger haushaltsnahe Dienstleistungen angefragt worden“, berichtet Guido Raith, der das „Agil“-Büro in Attendorn leitet. Er spielt dabei auf kleinere Tätigkeiten wie das Schneeschaufeln, das Babysitten oder den Hundegang an. Allerdings sei „Agil“ weder Arbeitgeber noch Dienstleister. Abhilfe leistet nun die Taschengeldbörse. Denn darüber übernehme man nun eine Vermittlerrolle zwischen künftigem Jobanbieter (etwa dem Senior) und Jobber (dem Jugendlichen).

Idealen Partner gefunden

Den idealen Partner hatte Raith schnell gefunden, denn das Jugendparlament verfügt über die nötigen Kontakte zur anderen Zielgruppe, also zu Schülern oder junge Erwachsenen ab 14 Jahre, die sich ein paar Euro dazuverdienen wollen.

„Ich bin überzeugt davon, dass dieses Projekt in Attendorn funktionieren wird“, betont Raith im Gespräch mit dieser Redaktion und ergänzt: „Durch dieses Projekt können wir das Verständnis der einzelnen Generationen füreinander fördern und einer drohenden Vereinsamung der Älteren entgegenwirken.“

Patrick Schauerte, im Attendorner Sozialamt für die Belange des Jugendparlaments zuständig, ist ebenso optimistisch: „Ich denke, die Börse wird großen Anklang finden. Wir wollen sie auf jeden Fall kräftig bewerben, beispielsweise in den Schulen oder über die sozialen Netzwerke.“ Wichtig: Die künftigen Jobber dürfen zum einen nur leichten, gefahrlosen und gelegentlich ausgeübten Tätigkeiten (maximal zehn Stunden pro Woche) nachgehen und zum anderen müssen sie über eine Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung verfügen. „Die Jugendlichen werden sicherlich nicht mit dem Freischneider am Ufer arbeiten“, so Schauerte. Die Vergütung wird schließlich zwischen den betroffenen Parteien vereinbart, ein Stundenlohn von mindestens fünf Euro wird aber vorausgesetzt.

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