Neujahrsempfang

Attendorn: Bei Neujahrsempfang geht’s um die Digitalisierung

Die Gastgeber des Neujahrsempfang der Hansestadt Attendorn, Bürgermeister Christian Pospischil (rechts) und Martin Diller, 1. Vorsitzender des Attendorner DRK (links) bedanken sich bei den Festrednern des Abends, Dr. Martin Stein von der Uni Siegen und Larissa Aldehoff vom DRK-Landesverband Westfalen-Lippe.

Die Gastgeber des Neujahrsempfang der Hansestadt Attendorn, Bürgermeister Christian Pospischil (rechts) und Martin Diller, 1. Vorsitzender des Attendorner DRK (links) bedanken sich bei den Festrednern des Abends, Dr. Martin Stein von der Uni Siegen und Larissa Aldehoff vom DRK-Landesverband Westfalen-Lippe.

Foto: Flemming Krause / WP

Attendorn.  Bürgermeister Christian Pospischil referiert im Attendorner Rathaus über das Thema der Zukunft– genauso wie die beiden Festredner des Abends:

Es gehört seit mittlerweile acht Jahren zur Tradition, dass die Stadt Attendorn gemeinsam mit dem DRK-Ortsverband zum Neujahrsempfang einlädt. Als Festredner hatten die Gastgeber am Freitagend Larissa Aldehoff vom DRK-Landesverband Westfalen-Lippe (Thema: „Die digitale Transformation des DRK) sowie Dr. Martin Stein von der Uni Siegen (Thema: „Von analogen zu digitalen Chancen – Modulare Unterstützungssysteme für den digitalen Wandel) ins Rathaus eingeladen.

Die Begrüßungsworte an die rund 200 gekommenen Gäste richtete Martin Diller, 1. Vorsitzender des DRK-Ortsverbandes. Er merkte süffisant an: „Die Weihnachtsbäume sind zwar weg, dafür hängt in einer Stadt im Sauerland noch die Weihnachtsbeleuchtung. Ein Indiz dafür, dass der Neujahrsempfang der Hansestadt noch stattfindet“. Den längsten Redeanteil nahm indes Bürgermeister Christian Pospischil in Anspruch. Er blickte kurz zurück, schaute dann vor allem aber nach vorn. Ein kurzer Überblick:

Wirtschaft

Die positive Entwicklung der Hansestadt sei vor allem ein Verdienst der starken Mittelständler, die in den letzten Jahrzehnten unfassbar erfolgreich gewesen seien, betonte Pospischil. „Wir gehören zu den Top Ten der Kommunen in NRW mit der niedrigsten Grund- und Gewerbesteuer. Trotzdem erfreut sich die Stadt seit Jahren an hohen Gewerbesteuerzahlungen, die uns in die Lage versetzen, jährlich hohe Investitionen in die öffentliche Infrastruktur zu tätigen“, lobte und dankte er zugleich.

Einzelhandel

Der Bürgermeister erwähnte anschließend gern, dass die Leerstandsquote in der Innenstadt rückläufig sei. „Die Wiederbesetzung großer Ladenlokale durch renommierte regionale Anbieter wie bei ehemals Mode Schuster durch Mode Maiworm und beim Schuhhaus Hoberg durch das Schuhhaus Hammerschmidt, ist ein Hinweis darauf, dass Attendorn wieder als ein guter Einzelhandelsstandort angesehen wird.“ Dies sei ein Indiz dafür, dass der Einzelhandel in Attendorn absolut zukunftsträchtig ist.

Städtebauliche Entwicklung

Als ein architektonische Highlight beschrieb Pospischil das neue Attendorner Kino, das bekanntlich zu den zehn beliebtesten in Deutschland gehört (wir berichteten). „Wir hatten hier so lange kein Kino, dass mir das manchmal zu schön vorkommt, um wahr zu sein. In diesen Momenten habe ich Angst, dass einer kommt und das Kino einfach wieder mitnimmt.“

Das Kino steht, und die nächsten baulichen Großprojekte stehen schließen sich bald an: In diesem Jahr soll unter anderem der Startschuss zum Umbau des Alten Bahnhofes hin zu einem neuen, modernen Bürgerhaus fallen. „Ich freue mich, dass der Bahnhof nach langer Vorgeschichte endlich umgebaut werden kann und zu einem Treffpunkt für Jung und Alt, für Einheimische und Ankommende, für Dialog und Integration, für Jugend, Kultur und Gastronomie wird.“ Darüber hinaus werde in diesem Jahr etwa der Kloster- und Rathausplatz sowie der Alte Markt umgebaut, ergänzte das Stadtoberhaupt.

Industriegebiet Fernholte

Das geplante Industriegebiet Fernholte bezeichnete Pospischil als Untoten dieser Stadt. „Ich sage Ihnen: Das Industriegebiet muss kommen, und das Industriegebiet wird auch kommen, und auch dafür wird 2020 ein entscheidendes Jahr sein.“ Er warb in seiner Rede für einen konstruktiven Dialog mit der Bürgerinitiative, die sich gegen die Errichtung des Industriegebietes wehrt und Flora und Fauna bedroht sieht. Pospischil machte deutlich, dass die Stadt die Gewerbeflächen im Eckenbachtal unbedingt benötige, um den Unternehmen etwa Expansionsmöglichkeiten anzubieten.

Die Digitalisierung

„Die Digitalisierung wird die Arbeit im Rathaus verändern“, betonte Pospischil und wies darauf hin, dass künftig etwa Dienstleistungen online abgerufen werden können. „Das Rathaus soll eine moderne Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter sein, aber vor allem einladender für die Bürger werden und besten Service online und offline bieten.“ Dies sei eine der zentralen Aufgaben der kommenden Monate.

Das Klima:

„Wir wollen in Attendorn unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten.“ Dazu gehören laut des Bürgermeisters beispielsweise klimafreundliche Mobilitätsangebote sowie eine Stadtplanung, die „der Schaffung von Grüninseln und vernetzten Grünzügen im gesamten Siedlungsbereich zur Verbesserung des Mikroklimas wie auch als Lebensraum für Pflanzen und Tiere hohe Priorität einräumt“.

Mobilität:

„Im Bereich der Mobilität gibt es viele neue Ideen. Im ländlichen Raum wird zwar das Auto auf absehbare Zeit sicherlich weiter eine Rolle spielen, doch nichts hindert uns, auch hier klimafreundliche Alternativen zu fördern. Darunter verstehe ich vor allem einen kräftigen Ausbau des Fahrradwegenetzes und der Fahrradinfrastruktur“, betonte Pospischil. In diesem Zusammenhang sei auch der Citybus, der ab dem Frühjahr im Halbstundentakt durch die Innenstadt und das Schwalbenohl kreist, ein wichtiger Schritt. Bei all diesen Herausforderungen gelte es, gemeinsam mit den Bürgern und Unternehmen vor Ort voranzugehen.

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