Geschäftsschließung

Attendorn: Inhaberin gibt auf – Brüsers Kiosk macht zu

Michaela und Andreas Brüser schließen am Samstag ihren Kiosk.

Michaela und Andreas Brüser schließen am Samstag ihren Kiosk.

Foto: Barbara Sander-Graetz

Attendorn.  Nach 14 Jahren schließt Brüsers Kiosk am Niedersten Tor in Attendorn an diesem Samstag. Daran sei auch die Stadt schuld, sagen die Betreiber.

Am kommenden Samstag, 19. September, öffnet Michaela Brüser ihren Kiosk am Niedersten Tor in Attendorn zum letzten Mal. Nach 14 Jahren ist damit Brüsers Kiosk direkt am Kreisel Geschichte.

Die junge Frau hat Tränen in den Augen. Es fällt ihr sichtlich schwer über die bevorstehende Schließung ihres Kiosks zu sprechen. „Vor 14 Jahren hat mein Vater Ralf den Kiosk eröffnet und ich hab geholfen. Als er erkrankte, haben wir die Rollen getauscht und ich habe ab Mai 2016 die Leitung übernommen.“ Seit einigen Jahren steht ihr Mann Andreas ihr zur Seite.

Anfangs Zeitungen, auch internationale, Spirituosen, Getränke, Eis, kleine Snacks, Kaffee to go, Fußball-Fanartikel, Schulbedarf, Glückwunschkarten und Süßigkeiten, das Angebot auf den rund 80 Quadratmeter Verkaufsfläche wurde gerade von der Laufkundschaft, aber auch von treuen Kunden sehr geschätzt. „Hinzu kam unsere große Tabakabteilung mit speziellem Raucherzubehör“, ergänzt Michaela Brüser.

Als erstes sank die Nachfrage nach den Printmedien, die dann aus dem Angebot genommen wurden. „Dann hat die Stadt im Rahmen des Innenstadtentwicklungskonzeptes Poller vor die Tür gestellt. Damit wurde die Kundschaft, die auf den Weg zur Arbeit mal eben bei uns reingesprungen ist, deutlich weniger. Die Kunden fahren nicht um die Ecke auf den Parkplatz um sich mal eben einen Kaffee zu holen“, machte die Inhaberin die bittere Erfahrung.

Vom Innenstadtkonzept der Stadt Attendorn enttäuscht

Überhaupt ist das Ehepaar Brüser vom Innenstadtentwicklungskonzept der Stadt enttäuscht. „Die Straßenführung ist aus unserer Sicht falsch. Die Kunden finden den Weg in die Stadt nicht“, so Ehemann Andreas, der gebürtig aus Plettenberg kommt und gerade für diesen Kundenstamm die Straßenführung bemängelt.

„Dann kam Corona dazu und das hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, ergänzt Michaela Brüser. Nun haben sie die Reißleine gezogen. „Außerdem wird vieles über Ebay bestellt“, ergänzt sie noch weitere Beweggründe.

Sie selber wird zukünftig im Angestelltenverhältnis ihr Geld verdienen. „Außerdem habe ich mehr Zeit für die Familie.“ Am Samstag wird nun zum letzten Mal der Kiosk geöffnet. Dann wird alles abgebaut. Besonders gerührt zeigt sich Michaela Brüser allerdings über die Reaktion ihrer Kunden. Viele bedauern die Schließung. „Ich habe ein Verabschiedungsbuch angelegt, wo sich unsere Kunden eintragen können.“ Neben vielen guten Wünschen für die Zukunft gab es auch schon Blumen. „Ich bin ganz gerührt von so viel Zuspruch. Danke an alle Kunden, die mir die Treue gehalten haben, auch wenn es am Ende nicht reichte.“

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