Meilertage

Attendorn: Jetzt qualmt der Kohlenmeiler endlich

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Mit einigen Tagen Verspätung und unter strengen Brandschutzvorkehrungen darf der Kohlenmeiler angezündet werden. Darüber freuen sich (von links): Olaf Homberg vom Osterfeuerverein, die beiden Köhler Christof Kordes und Georg Sasse, Poskevatter Janik Klement und Matthias Höffer von der Waterpoote.

Mit einigen Tagen Verspätung und unter strengen Brandschutzvorkehrungen darf der Kohlenmeiler angezündet werden. Darüber freuen sich (von links): Olaf Homberg vom Osterfeuerverein, die beiden Köhler Christof Kordes und Georg Sasse, Poskevatter Janik Klement und Matthias Höffer von der Waterpoote.

Foto: Martin Droste

Attendorn.  Der Kohlenmeiler auf dem Osterkopp der Waterpoote raucht und qualmt. Dafür wurden erhebliche Schutzmaßnahmen getroffen.

Seit Dienstagmorgen raucht und qualmt der Kohlenmeiler auf dem Osterkopp der Waterpoote. Aber er brennt nicht. Darauf legen die Organisatoren der „Attendorner Meilertage 2022“ und die beiden erfahrenen Köhler Georg Sasse und Christof Kordes großen Wert. Nach einem Ortstermin mit Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil, Vertretern des Regionalforstamtes Kurkölnisches Sauerland und der Feuerwehr und unter strengen Sicherheitsvorschriften durfte der auf dem Platz der Waterpoote aufgebaute Meiler mit einigen Tagen Verspätung angezündet werden.

„Wir haben nach wie vor eine gefährliche Situation. Die Sorgen sind berechtigt“, weiß natürlich Peter „Pittjes“ Höffer von der Waterpoote. Angesichts der weiterhin hohen Waldbrandgefahr hätten es sich alle Verantwortlichen nicht leicht gemacht. „Wir haben erhebliche Brandschutzmaßnahmen getroffen“, verweist Höffer unter anderem auf die Bewässerung des nahen Waldes und eine rund um die Uhr besetzte Brandwache (siehe auch unter glut-fueer.de). Dazu gehören die beiden erfahrenen Köhler und einige Poskebrüder.

Es gibt keine Bedenken

Seit Montagabend sind Georg Sasse aus Oberhundem und Christof Kordes aus Heinsberg vor Ort. Unter Aufsicht und Anleitung der beiden Köhler war der Kohlenmeiler zuvor aufgebaut worden. „Wir waren nur Handlanger und Zuträger“, schmunzelt Walter Sinzig von der Waterpoote. Wenn es nach Sasse gegangen wäre, hätte der Kohlenmeiler auch – wie geplant – am Freitagabend angezündet werden können. „Ohne Bedenken“, wie er betont. Schon der Vater des 77-Jährigen aus Oberhundem war Köhler, von ihm hat er das Handwerk gelernt.

„Ein Kohlenmeiler brennt nicht ab, er verkohlt nur. Es gibt auch kein offenes Feuer“, erzählt Georg Sasse den Schülerinnen und Schülern der Klassen 6a und 6b des Rivius-Gymnasiums, die an diesem Vormittag mit Oberstudienrätin Sabine Heim die Meilertage besuchen. Von Janik Klement, dem jungen Poskevatter der Waterpoote, und Peter „Pittjes“ Höffer erfahren die Mädchen und Jungen viel Wissenswertes rund um das einzigartige Attendorner Osterbrauchtum.

Auf einer Bank neben dem Kohlenmeiler, der nach dem Ortstermin um genau 10.11 Uhr angezündet worden ist, sitzen Köhler Georg Sasse und Olaf Homberg und trinken schwarzen Köhlerkaffee. Dem 2. Vorsitzenden des Osterfeuervereins ist „ein dicker Stein vom Herzen gefallen“. Denn was wären Meilertage ohne einen rauchenden und qualmenden Kohlenmeiler?

„Über 70 Meiler“ hat Georg Sasse in vielen Jahren angezündet, überwacht und wieder aufgebrochen. Davon standen einige mitten im Wald. „Passiert ist noch nie etwas“, sagt der Oberhundemer zu den Mädchen und Jungen vom Rivius-Gymnasium. Alle ein bis zwei Stunden muss einer der beiden Köhler auch nachts nach dem Meiler sehen. „Ein Köhler ruht nur, er schläft nicht“, berichtet Sasse mit einem Augenzwinkern. Anschließend erklärt der 77-Jährige den jungen Besuchern noch den Unterschied zwischen einem Festmeter und einem Raummeter. Da hat auch der Reporter wieder etwas dazugelernt.

Das Rahmenprogramm läuft bis zum großen Finale am kommenden Sonntag weiter. Ab sofort werden auch Kohlemarken verkauft. Aber das Aufbrechen des Meilers und die Ausgabe der begehrten Holzkohle verzögert sich um einige Tage. Mitte nächster Woche könnte es soweit sein.

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