Nachfolge

Attendorn: Sauerländer Dom sucht neuen Organisten

Martin Nyqvist spielte gerne die Klais-Orgel in der Pfarrkirche von Attendorn (unser Bild). Doch ab 1. November ist der Kirchenmusiker an einer neuen Wirkungsstätte in Waldkraiburg (Oberbayern) tätig.

Martin Nyqvist spielte gerne die Klais-Orgel in der Pfarrkirche von Attendorn (unser Bild). Doch ab 1. November ist der Kirchenmusiker an einer neuen Wirkungsstätte in Waldkraiburg (Oberbayern) tätig.

Foto: Meinolf Lüttecke / WP

Attendorn.  Ab 1. November wechselt Organist Martin Nyqvist ins Erzbistum München. Für den Domchor in Attendorn soll es eine Interimsleitung geben.

Ab 1. November ist die Stelle des Organisten am Sauerländer Dom vakant. Nach gut vier Jahren wechselt Martin Nyqvist vom Erzbistum Paderborn ins Erzbistum München und Freising.

Für Musik ist weiterhin gesorgt

„Im Wechsel liegt das einzig Beständige“: Dieser Spruch trifft auf die Aufgabe in Attendorn zu, denn in der jüngsten Vergangenheit war hier immer wieder einmal ein Wechsel bei der Organisten-Vollzeitstelle. Jetzt dürfen sich erst einmal die Vertretungs-Organisten bereit halten, denn in der neuerlichen Übergangszeit möchte man nicht auf Orgelmusik in der Pfarrkirche verzichten. Für den Domchor wird es voraussichtlich eine Interimschorleitung geben. Die Organistenstelle wird in der Fachzeitschrift Musica sacra ausgeschrieben.

Die Verabschiedung von Martin Nyqvist ist für Samstag, 24. Oktober, um 19 Uhr, mit einem musikalischen Rahmenprogramm vorgesehen. Wegen der Corona-Pandemie ist eine Anmeldung im Attendorner Pfarrbüro notwendig.

Martin Nyqvist spricht von schönen und angenehmen Jahren in Attendorn. Auch die Chorarbeit entwickelte sich gut. Orgelschüler wurden von dem 1984 in Frankfurt am Main geborenen Kirchenmusiker ausgebildet und in die Gottesdienste eingebaut. „An der Klais-Orgel habe er gerne gearbeitet“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung und „ohne Lockdown wäre er vielleicht länger geblieben“. Doch jetzt tritt er am 1. November in Waldkraiburg, der größten Stadt im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn, die A-Kirchenmusikerstelle an. Hier wird er vor allem an der Pfarrkirche Christkönig tätig sein. Nyqvist motiviert es auch, denn er hat an seiner neuen Wirkungsstätte ein Orgelneubau-Projekt vor sich. Involviert ist er für die D- und C-Ausbildung nebenamtlicher Kirchenmusiker in der Diözese München und Freising. Die neue Stelle bringt auch private Vorteile mit sich, denn Verwandtschaft wohnt in unmittelbarer Nähe, wie etwa die Patentante seines Sohnes Johannes.

Kirchenmusiker in Regensburg

Aus seiner bayerischen Zeit sind noch viele musikalische Freundschaften vorhanden. Seine Frau Cecilia Roh-Nyqvist, eine gebürtige Südkoreanerin, die freiberufliche Gesangslehrerin ist, kennt in dieser Gegend zahlreiche Landsleute. 2012 bekam Martin Nyqvist die erste Festanstellung und zwar eine halbe Stelle als Kirchenmusiker in der Dompfarrkirche Niedermünster in Regensburg, die er bis Juli 2016 ausübte. In dieser Zeit machte er sich einen Namen, indem er ein eigenes Musical über Thomas Morus (1478-1535) schrieb. Dazu gekommen war er, weil die Chöre der Dompfarrei Lust auf ein Musical hatten. Nyqvist dachte sich: „Warum nicht selber eines schreiben?“ Ein Jahr hat Martin Nyqvist an diesem Musical gearbeitet. Für die Aufführung wurden 50 Laiendarsteller und Statisten eingebunden. Die Parts von Thomas Morus und dessen Tochter erforderten professionelle Sänger. Außerdem kam ein 15 Personen Orchester hinzu.

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