Bildung

Attendorn: Schüler erschaffen einmalige Mini-Bahnlandschaft

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Stolz zeigen Leon (links) und Ibrahim die wie die anderen Modellbauten nach Bauplänen zusammengesetzte Kirche.

Stolz zeigen Leon (links) und Ibrahim die wie die anderen Modellbauten nach Bauplänen zusammengesetzte Kirche.

Foto: Martin Droste

Ennest.  Grundschüler aus Ennest haben beim Wettbewerb „Spielen macht Schule“ gewonnen. Mit Berufsschülern haben sie ein einzigartiges Projekt umgesetzt.

Zum zweiten Mal hat die Offene Ganztagsschule (OGS) in Ennest an der bundesweiten Bildungsinitiative „Spielen macht Schule“ teilgenommen – und wieder gewonnen. Nach einem Spielwarenpaket konnten sich die 60 Kinder der Gemeinschaftsgrundschule, die hier nach dem Unterricht betreut werden, über eine Modelleisenbahn samt Gleisen, Miniaturhäusern, Bäumen und Figuren freuen. „Als wir die Sachen erhalten haben, hat uns fast der Schlag getroffen“, erinnert sich OGS-Leiterin Petra Peuker bei der Übergabe der Eisenbahn in der Aula der Gemeinschaftsgrundschule. Denn die Modellhäuser, dazu gehören ein Bahnhof und eine Kirche, wurden in 25 Baukästen angeliefert und mussten in mühsamer Kleinarbeit zusammengesetzt werden.

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Hier kam der Standort Attendorn des Berufskollegs Olpe ins Spiel. „Wir wurden gefragt, ob wir uns das vorstellen können“, erinnern sich Peter Grebe (Standortleiter Technik) und Sonderpädagoge Ulrich Müller. Zusammen mit Werkstattlehrer Uwe Kasperski machte sich Klassenlehrer Müller mit fünf Schülern seiner Ausbildungsvorbereitungsklasse an die Arbeit. „Ich war am Anfang skeptisch, ob die Jugendlichen das schaffen. Denn es erfordert viel Fingerspitzengefühl und Konzentration. Viele Teile in den Baukästen passten auch nicht zu den Häusern. Es war eine Herausforderung. Es hat auch nicht alles geklappt, aber es hat Spaß gemacht“, blickt Ulrich Müller vom Berufskolleg auf die Arbeit mit den 16- bis 18-jährigen Jugendlichen aus dem Christlichen Jugenddorf Eichhagen zurück.

Auch Leon (18) und Ibrahim (17) hat die Puzzlearbeit Spaß gemacht. „Vorher haben wir so etwas noch nicht gemacht“, sagen der angehende Fachlagerist und der Auszubildende zum Metallwerker. Zwei Stunden pro Schultag haben Leon, Ibrahim und ihre Mitschüler teilweise mit der Pinzette die kleinen Gebäude für die Modelleisenbahn nach den mitgelieferten Bauplänen zusammengesetzt. Stolz zeigen die beiden beim Besuch unserer Zeitung die Kirche und ein Haus, das sie gebaut haben. „Die Kirche war die größte Herausforderung“, berichtet Leon.

Aber auch die Mädchen und Jungen der Offenen Ganztagsschule Ennest haben kräftig mitgeholfen, dass sie in der Aula mit der Modelleisenbahn der Marke „Märklin“ spielen können. „Mit Pulver und Sprühkleber“ haben Paul und Samu künstliches Gras auf die Platte mit der Eisenbahn gezaubert. „Es war ganz schön schwer, die Bäume festzumachen“, erzählen die neunjährigen Jungen. Zuhause haben die beiden schon mit Holzeisenbahnen gespielt. Aber mit einer Märklin-Modellbahn sind Paul und Samu noch nicht gefahren.

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Längst sind Modelleisenbahnen keine reinen Jungensache mehr. Erva hat geholfen, die Schienen zu legen. Revan und Wajiha sind mit großem Eifer dabei, die mitgelieferten kleinen Figuren zu bemalen und zu kleben. So sind verschiedene Module entstanden, eines sogar mit einem großen Windrad, die etwa je nach Jahreszeit auf die Platte nebenan mit der Modellbahn gestellt werden können. Die Arbeit für die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klasse ist aber noch nicht zu Ende. „Das macht den Kindern so viel Spaß“, freut sich OGS-Leiterin Petra Peuker.

Schulleiterin Sigrid Sundermann findet das Projekt und die Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg „großartig“. Am meisten begeistert sie, „wie die Kinder bei der Sache sind“ und gerade die Älteren Verantwortung und soziale Kompetenz lernen. „Die Kinder haben eine tolle Idee“, verrät ihre Kollegin Peuker. Sie wollen Häuser aus Ennest in Miniaturform nachbauen. Allerdings gibt es dafür keine Vorlagen und Baukästen.

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