Expressionismus

Attendorner Schüler malen im Stil von Jackson Pollock

Schüler des Rivius-Gymnasiums aus Attendorn befassen sich mit der Kunst der 50er-Jahre und dem abstrakten Expressionismus. Es ist ein Unterricht der etwas anderen Art.

Schüler des Rivius-Gymnasiums aus Attendorn befassen sich mit der Kunst der 50er-Jahre und dem abstrakten Expressionismus. Es ist ein Unterricht der etwas anderen Art.

Foto: Flemming Krause

Attendorn.   Schüler vom Rivius befassen sich mit der Kunst der 1950er-Jahre. Amtshilfe für den Literaturkurs, der im September sein Theaterstück aufführt.

So macht der Kunst-Unterricht doch mal richtig Spaß: Rein in die Schutzkleidung, Pinsel in die Hand, und los geht die kleine Sauerei. Tatsächlich toben sich einige Schüler aus der Oberstufe des Rivius-Gymnasiums in Attendorn am Freitagmorgen auf ihrem Schulhof richtig aus. Besondere Vorgaben bekommen sie von ihrem Lehrer Gregor Gülker nicht. Die Schüler sollen bei dem Projekt einfach nur ihrer Kreativität und ihrer Spontanität freien Lauf lassen.

Was auf dem großen weißen Tuch entsteht, das ist final noch gar nicht absehbar. Es wird bunt, soviel ist klar. Ansonsten wissen die Schüler nur, dass sie am Ende ein Werk schaffen, das an den abstrakten Expressionismus der 1950er-Jahre erinnert. Und vor allem an Jackson Pollock, einem der bekanntesten Künstler dieser Kunst-Phase, der vor allem durch seinen Stil des Action-Paintings bekannt wurde.

Die Herangehensweise für die Schüler ist simpel: Sie schleudern mit ihren Pinseln die Farbe auf das Tuch, berühren dürfen sich Pinsel und Tuch dabei aber nicht.

Acryl- und Siebdruckfarben

Mit dabei sind Rica Elsner (17) und Lukas Bocianowski (18). Sie gehören dem Kunst-Kurs an. Und haben offensichtlich viel Freude an dieser etwas anderen Form des Unterrichts. „Das Coole ist doch, dass ich am Ende keine Ahnung habe, wie unser Werk aussehen wird“, betont die junge Frau aus Valbert. Und Bocianowski, der in Ennest wohnt, ergänzt: „Es ist schon einzigartig und ein besonderes Erlebnis, wenn wir die Farbe über das Tuch schmeißen.“ Sie benutzen dabei nicht nur Acryl-, sondern auch alte Siebdruckfarben. Die wären sonst in den Mülleimer gewandert.

Natürlich hat sich Gregor Gülker, seit 2010 Lehrer für Kunst und Französisch am Rivius-Gymnasium, bei dieser Aktion etwas gedacht. Die jungen Künstler leisten quasi Amtshilfe für ihre Mitschüler aus dem Literaturkurs, der im September ein Stück aufführen wird, das sich eben mit den 1950er-Jahren beschäftigt. Der Lehrer spielt mit dem Gedanken, dass das Tuch möglicherweise als große Leinwand und als Kulisse für das Theater-Stück Verwendung findet. Vielleicht finden weitere Tücher auch Platz an den Wänden der Schule. Vergleichbar mit dem vergangenen Jahr, als sich die Rivianer ausführlich mit den 1920er-Jahren befassten. Damals führte der Literaturkurs das Stück „Nana“ auf (erste Schülerin am Rivius), parallel befassten sich die Kunst-Kurse mit dieser Zeit.

Auch wenn dem Lehrer nur die Zuschauerrolle bleibt, so hat auch er sichtlich Spaß an der Aktion. Vor allem komme es hierbei nicht so sehr auf die künstlerischen Fähigkeiten der Schüler an. Jeder ist geeignet. „Die Art und Weise, wie hier ein expressionistisches Werk entsteht, ist das Besondere. Und unser Literaturkurs wird davon auch profitieren“, betont Gülker.

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