Lohnaufstockung

Attendorner zahlen Verwaltungsmitarbeitern freiwillig mehr

Überall muss für Lohnerhöhungen gestreikt oder demonstriert werden, in Attendorn geht es  einfacher: Die Stadtverwaltung lässt die Stellen neu bewerten.

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Überall muss für Lohnerhöhungen gestreikt oder demonstriert werden, in Attendorn geht es einfacher: Die Stadtverwaltung lässt die Stellen neu bewerten.

Attendorn.   Die Attendorner Stadtverwaltung lässt 240 Stellen im Rathaus freiweillig neu bewerten. 320 000 Euro mehr müssen dafür eingeplant werden.

Der 1. Juli wird für die Angestellten und Beamten der Attendorner Stadtverwaltung in finanzieller Hinsicht ein Freudentag. An diesem Tag wird ein Vorhaben abgeschlossen, an dem die Verwaltung mit externer Unterstützung seit dem 25. Januar 2017 arbeitet: eine Neubewertung aller 240 Stellen im Rathaus. In der Praxis bedeutet das mehr Lohn und Gehalt für die städtischen Angestellten und Beamten und zwar unabhängig von der jüngst ausgehandelten Tariferhöhung, die kommt oben drauf. Nach Aussage von Kämmerer Klaus Hesener plant er deshalb rund 320 000 Euro mehr in den Haushalt des kommenden Jahres ein.

Bürgermeister Christian Pospischil verweist zur Begründung auf eine neue, seit dem 1. Januar 2017 geltende Entgeltordnung für Beschäftigte. Danach habe jeder Angestellte das Recht prüfen zu lassen, ob die von ihm ausgeführten Tätigkeiten mit der Stellenbeschreibung übereinstimmen. Wenn das nicht der Fall sei, habe der Betreffende einen Anspruch, neu eingruppiert zu werden. „In Absprache mit dem Personalrat haben wir beschlossen“, so Pospischil, „dass wir nicht abwarten, bis der eine oder andere einen Antrag stellt, sondern flächendeckend für alle eine Stellenbeschreibung und -bewertung vornehmen - auch für die Beamten.“

Vorgabe: Kein Mitarbeiter darf weniger verdienen als zuvor

Damit beauftragt worden ist das Büro Schneider & Zajontz aus Heilbronn, weil „wir eine solche Arbeit gar nicht leisten können“, so Pospischil. Außerdem ist es aber wohl auch überzeugender, wenn Externe eine solche Stellenüberprüfung vornehmen. „Wir haben damit“, so der Bürgermeister weiter, „einen fairen und transparenten Weg gefunden, um die Stellenbewertung unter Akzeptanz der Belegschaft durchzuführen.“

Eine Vorgabe war, dass am Ende kein Mitarbeiter nach Abschluss des Verfahrens weniger verdienen sollte als zuvor. Das hätte theoretisch passieren können, wenn ein Angestellter oder Beamter zwar höher gruppiert worden wäre, dadurch aber Zulagen verloren hätte.

Verwaltung steht in einem Wettbewerb

Unabhängig von der Tatsache, dass es nur gerecht sei, so der Bürgermeister, wenn sich Lohn und Gehalt an der tatsächlich geleisteten Arbeit orientierten, sei es wichtig, Arbeitsplätze in der Verwaltung auch finanziell attraktiv zu gestalten: „Auch wir stehen in einem Wettbewerb.“

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