Wenden

Attraktives Radeln über die alte Bahntrasse

Über die ehemalige Bahntrasse - so wie hier auf diesem Symbolbild - soll der Radweg von Rothemühle bis Wildenburg-Bahnhof führen.

Über die ehemalige Bahntrasse - so wie hier auf diesem Symbolbild - soll der Radweg von Rothemühle bis Wildenburg-Bahnhof führen.

Foto: VON BORN, Ulrich (uvb)

Wenden.   Mit der Verbandsgemeinde Kirchen plant Wenden den Lückenschluss des Radweges über die ehemalige Bahntrasse von Rothemühle bis Wildenburg-Bahnhof.

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„Wir sehen da eine erhebliche Attraktivität für unser Radwegenetz. Auf dem Bahndamm hat man eine schöneAussicht. Es ist eine gerade Strecke, die ich bis in die Nachbargemeinde fahren kann, und die für einen attraktiven Lückenschluss sorgt“, war Baudezernent Markus Hohmann voll des Lobes für den geplanten Radweg über die ehemalige Bahntrasse von Rothemühle bis Wildenburg-Bahnhof. Wie Torgen Mörschel, Fachdienstleiter Tiefbau, im Bauausschuss erläuterte, geht es um den Abschnitt von der Gemeindegrenze bei Trömbach bis zur Biggestraße in Rothemühle, wo der neue Weg an das vorhandene Radwegenetz anschließt. Dazu sei die Sanierung zweier Brückenbauwerke erforderlich, zudem der Neubau der Brücke unterhalb des Sportplatzes Rothemühle. Mit den Stimmen von CDU und UWG bei einer Gegenstimme von Klaus-Peter Exner (Grüne) und drei Enthaltungen beauftragte der Ausschuss den Bürgermeister, mit der Verbandsgemeinde Kirchen eine gemeinsame Planung zu erarbeiten und einen Förderantrag zu stellen.

Laut Verwaltung sei gerade der Abschnitt von Freudenberg bis Wildenburg-Bahnhof mit dem „Hohenhainer Tunnel“ und „Klein Tirol“ ein beliebter Abschnitt und werde stark frequentiert. Aufgrund der im Augenblick noch erforderlichen Befahrung der Kreisstraßen 83 oder 84 könnte ein durchgehender Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse den Radverkehr verstärkt in das Gemeindegebiet ziehen. Hier biete die alte Bahntrasse mit ihren Brücken und dem Dammverlauf bei Heid einen schönen Blick über das Biggetal, bevor sie mit einem tiefen Einschnitt in Rothemühle auf das vorhandene Radwegenetz treffe.

80 Prozent Landeszuschuss

Die Kostenschätzung der Verwaltung für die Ausbaulänge des Radweges von 1690 Metern beträgt 645 500 Euro. Der Ausbau sei förderfähig und werde mit 80 Prozent bezuschusst. Für eine Umsetzung der Maßnahme in 2018 muss der Förderantrag bis Juni 2017 eingereicht werden.

Robert Dornseifer (SPD) meinte, dass der Radweg ab Trömbach über den Wirtschaftsweg mit Anschluss an die Wildenburger Straße im Prinzip schon vorhanden sei. Lediglich der Weg Richtung Kirchen müsse noch ertüchtigt werden. „Wenn eine Brücke, die damals abgerissen wurde, wieder errichtet wird, können das viele nicht nachvollziehen“, so Dornseifer. Und: „Ein Lückenschluss ist ohne großen Aufwand an vorhandene Wege möglich. Wir müssen so etwas ja nicht machen, nur weil es 80 Prozent Landesmittel gibt. Das ist nicht umsonst. Knapp 130 000 Euro zahlt die Gemeinde. Und das für die 1,5 Kilometer. Es muss alles eine Sinnhaftigkeit haben.“ Zudem seien die damit verbundenen Sicherungs- und Unterhaltungsmaßnahmen nicht kalkulierbar. Er sehe insgesamt keine Attraktivitätssteigerung bei der neuen Trasse über den ehemaligen Bahndamm, unterstrich Robert Dornseifer. Auf die Folgekosten wies ebenfalls Klaus-Peter Exner (Grüne) hin: „Wenn die beiden Bahnbrücken marode sind, dann reiße ich sie ab. Das ist kostengünstiger.“

Franz-Josef Henke (CDU) hob indes den historischen Bezug zu den alten Bahngleisen hervor: „Das ist eine gute Chance, dass wir unser Radwegenetz perfektionieren. Wir kommen in überörtliche Verzeichnisse. Radfahren ist ein Megatrend.“ Auch Fraktionskollege Jürgen Greis hob die überregionale Bedeutung des Radweges hervor: „Das ist schon eine sehr hohe Attraktivität. Diese Chance sollten wir nutzen.“

Brücken verkehrssicher machen

Ausschuss-Vorsitzender Matthias Quast (CDU) meinte, dass ein solcher Radweg gut angenommen werde, da es auf der Bahnstrecke keine Steigungen gebe. Die Oberfläche werde asphaltiert. Die Brückenbauwerke müssten verkehrssicher gemacht werden: „Die Gemeinde muss Geld für die Sanierung investieren. Das ist ein Teil der Kosten, die sowieso entstehen.“

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