Interview

Atze Schröder: Warum der Komiker ein guter Olper wäre

| Lesedauer: 7 Minuten
Biggesee Open Air: Der Komiker Atze Schröder kommt bald nach Olpe

Biggesee Open Air: Der Komiker Atze Schröder kommt bald nach Olpe

Foto: Stephan Pick

Olpe.  Atze Schröder kommt zum Biggesee Open Air nach Olpe. Für den Wahl-Hamburger ist die Stadt und der Biggesee aber gar nicht so fremd.

Man kennt ihn mit guter Laune, Locken und einer Pilotenbrille. Die Rede ist von Atze Schröder. Comedy-Legende, Rampensau, Sprücheklopfer und Bühnenfigur. Vor kurzem hat er seine Biografie rausgebracht. Keine Selbstverständlichkeit für einen Mann, der sein Privatleben immer eher im Verborgenem hält. Doch jetzt ist klar: Atze Schröder würde auch den Einbürgerungstest in der Stadt Olpe bestehen.

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Schön, dass Sie sich heute die Zeit genommen haben. Wo sind Sie denn gerade?

Atze Schröder: Ich bin gerade zuhause in Hamburg. Dort wohne ich jetzt seit drei Jahren.

Und wie leben Sie da so?

Totaler Luxus. 1400 Quadratmeter Penthouse. Ich lasse mir jeden Tag die Nägel machen und habe gerade den Chauffeur zusammengefaltet, weil er den Ferrari scheiße geparkt hat (lacht). Nein, war Spaß. Ganz normal in einer Wohnung in der Stadt, in der Nähe der Alster und mit sehr viel guter Laune.

Kennen Sie die Stadt Olpe?

Ja, natürlich. Wie sich das als guter Ruhrpottler gehört, war ich oft im Sauerland zur Naherholung. Im Biggesee bin ich sowohl geschwommen als auch mit dem Boot drauf gefahren.

Wie lange ist das jetzt her?

Das ist schon so zehn Jahre jetzt her.

Das heißt, Sie haben Olpe und den Biggesee in guter Erinnerung?

Ja, auf jeden Fall.

Ist ja auch eine super schöne Stadt. Wenn man es grün mag. Mögen Sie es grün?

Total, ich liebe es. Ich bin auch gerne in der Großstadt, aber ich bin so viel mit dem Fahrrad unterwegs und ich bin innerhalb von zehn Minuten im Grünen. Und da hole ich mir auch meine Energie.

Aber so ein Umzug von Hamburg nach Olpe wäre jetzt trotzdem nicht so in Ihrem Sinn, oder?

Das wäre jetzt wirklich, wirklich viel verlangt (lacht). Also ich fühle mich schon echt wohl in Hamburg, muss ich sagen. Aber wenn ich hier weg müsste, würde ich natürlich nach Olpe ziehen, das ist ja klar.

Ja, das müssen Sie jetzt auch sagen. Aber wenn sagen Sie bitte Bescheid, dann berichten wir groß.

Achso, ich dachte, Sie fassen dann mit an.

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Naja…ich weiß ja nicht, wie groß Ihr Hausrat ist, deswegen zögere ich etwas

Das ist einfach nur ein Rollkoffer, das schaffe ich schon.

Okay, gut. Aber werden Sie dann auch Mitglied im Schützenverein?

Ja, klar. Sonst wäre ich ja sozial ausgeschlossen. Da würde ich schon mitmachen, also ich würde schon versuchen, den Vogel abzuschießen.

Mit Gewehr auf Holzvogel zielen, wäre also ihr Ding?

Naja, ich glaube, ich würde eher in der Blaskapelle mitmachen. Mein erstes Instrument war ja Posaune.

Und ein Bier dazu?

Ein schönes Pils, da geht doch nichts drüber. Gerade im Sauerland mit Krombacher, Warsteiner und Veltins

Und wenn Sie sich zwischen Krombacher, Warsteiner und Veltins entscheiden müssten?

Veltins, das war das Lieblingsbier meines Papas. Und das lässt man ja nie wieder los.

Sie haben ja jetzt ganz neu eine Biografie veröffentlicht. Wie privat wird es denn in dem Buch?

Schon sehr privat. Also über meine Freundin spreche ich nicht im Buch, aber ansonsten ist alles schon sehr privat.

An welcher Stelle haben Sie am meisten gezögert, ob Sie das nun wirklich öffentlich machen sollen?

Als es um die vielen Selbstmorde in meiner Familie ging und eben die Abgründe in der erweiterten Familie, da habe ich mich schon teilweise überreden lassen, auch diese Türen aufzumachen.

Das fiel ja am Anfang mit Sicherheit super schwer, überhaupt darüber zu reden, oder?

Ja, das ist manche Träne geflossen. Jetzt bin ich froh, dass ich es aufgeschrieben habe.

Gibt es auch Themen, die Sie bewusst weggelassen haben?

Ich hätte auch viele Enthüllungsgeschichten reinschreiben können. Ich bin ja 28 Jahre in der Branche und kenne über die meisten bekannten Gesichter auch Geheimnisse. Aber das wollte ich nicht in meinem Buch haben.

Bei „Geheimnis“ werde ich immer sofort hellhörig

Das muss ja auch sein als Journalistin, oder?

Ja, eine gesunde Neugier sollte man mitbringen. Ich nehme an, Sie verraten mir jetzt keins dieser Geheimnisse, oder?

Ich will ja nicht die nächsten zwei Jahre vor Gericht verbringen. Deswegen, ne

Aber ich habs versucht. Auf welchen Lebensabschnitt sind Sie besonders stolz?

Also grundsätzlich bin ich ein zufriedener Mensch. Ich habe nicht viele Talente, aber mein größtes Talent ist, mein Talent zum Glücklich sein. Das habe ich in mir. Deswegen ist eigentlich immer jetzt die beste Zeit für mich. Aber ein eindrucksvoller Moment war ein Zusammentreffen mit einer Holocaust-Überlebende bei Markus Lanz. Das war schon eine Zäsur in meinem Leben. Darüber schreibe ich auch in meinem Buch.

Talent zum Glücklich sein, kann man das lernen?

Ich glaube, das hat man einfach. Genau wie es umgekehrt Menschen gibt, die alles haben, aber nie glücklich sind, war ich zu jeder Zeit, auch wo ich noch gar kein Geld hatte und nicht wusste, wie ich die Miete bezahlen soll, war ich glücklich.

Also es gibt jetzt kein besonderes Geheimrezept für Ihre gute Laune?

Mein Lieblingszitat ist „Du willst glücklich sein im Leben, dann sei es“. Und das ist glaube ich auch das Rezept. Man muss nicht warten. Wenn man morgens die Augen auf macht, kann man schon glücklich beginnen.

Letztlich heißt es, dass Glück eine Einstellung ist und kein Zustand?

Unbedingt. Und im Kleinen liegt das Glück.

Biggesee Open Air. Was hat Sie überzeugt, teilzunehmen?

Ich habe wieder so eine Lust auf die Bühne. Gerade Open Air macht besonders viel Spaß. Ohne nachzudenken, habe ich begeistert zuzusagen.

Und wegen der Location, natürlich

Ja, das ist wirklich was Besonderes. Das muss man schon sagen.

Hatten Sie jetzt schon wieder viele Auftritte?

Ja, so vor fünf Wochen ging es wieder los. Das war was Besonderes. Die ersten drei Tage habe ich mich gefragt, kriege ich das noch hin? Bin ich noch Komiker? Jetzt kann ich es sogar noch mehr genießen als früher. Weil ich genau weiß, was mir gefehlt hat.

Ja, schön. Dann hatte Corona ja sogar etwas Gutes.

Ja, man weiß ja erst so richtig, was man hat, wenn man es mal nicht mehr hat. So ist das ja ganz häufig.

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