Nach Attendorn

Auf dem Weg zur Fairtradetown

Drolshagens Bürgermeister Uli Berghof (vorne links) möchte mit Unterstützung der KjG St. Clemens den Fairtrade-Prozess in Drolshagen in Gang setzen.

Drolshagens Bürgermeister Uli Berghof (vorne links) möchte mit Unterstützung der KjG St. Clemens den Fairtrade-Prozess in Drolshagen in Gang setzen.

Foto: privat

Drolshagen.   Die Rosestadt soll zweite Fairtradetown in der Leader-Region werden. Bürgermeister Berghof will das Projekt mit der KjG St. Clemens vorantreiben.

In Attendorn ist das Projekt Fairtradetown bereits in aller Munde, die Hansestadt trägt den Titel bereits seit 2011. Drolshagens Bürgermeister Uli Berghof ist jetzt auch durch das Förderprogramm „Leader“, zur Förderung ländlicher Entwicklung und Vernetzung auf das Projekt aufmerksam geworden. Gemeinsam mit der KjG St. Clemens Drolshagen will er dies auf den Weg bringen und nach Attendorn die zweite Fairtradetown in der Leader-Region (Attendorn, Olpe, Wenden, Drolshagen) werden.

Gemeinsam mit dem Team der KjG, Adelheid Lütteke, Theresia Wurm und Louise Springop aus dem AK Fairer Handel/Eine Welt e.V. aus Attendorn sowie Wolfgang Silbermann, Eine Welt Regionalpromotor für den Kreis Olpe aus Siegen, fand jetzt das erste Treffen zur Umsetzung des Projekts in Drolshagen statt.

Arbeitsbedingungen im Vordergrund

Fairtrade beginne im kleinen, so Silbermann: „Oft verkaufen die Einzelhändler bereits Fairtradeprodukte, ohne dass es ihnen bewusst ist, da sie qualitativ hochwertiger sind.“ Neben den hochwertigen Produkten stünden vor allem die Arbeitsbedingungen im Vordergrund: Sowohl Kinder- als auch Zwangsarbeit werde verhindert, Schulbildung ermöglicht, Handelsbeziehungen gefördert, Lebensbedingungen der Arbeiter verbessert und zudem noch die Umwelt geschützt. Und das zu einem fairen Preis: Fairer Kaffee zum Beispiel koste nur etwa zwei Cent mehr als der herkömmliche.

„Es ist ein nicht immer einfacher Weg zur Fairtradetown“, sagt Theresia Wurm. Um den Titel zu erlangen, müssen einige Kriterien erfüllt werden. Zuerst müsse der Bürgermeister hinter dem Projekt stehen, einen Ratsbeschluss herbeiführen und sich verpflichten, mindestens zwei faire Produkte bei Versammlungen anzubieten. Anschließend müsse eine Steuerungsgruppe zur Koordination gebildet werden, bestehend aus dem Bürgermeister und, im Fall Drolshagen, aufgrund der Einwohnerzahl, aus zwei weiteren „Aktiven“.

Zu diesen zählt nun die KjG, ein anderer Partner müsse noch gefunden werden. Es könne zum Beispiel jemand aus der Wirtschaft oder der Gastronomie, aus Schule, Vereinen oder Kirche sein.

Stand beim Erntefest

Als viertes Kriterium wird das Angebot im Einzelhandel der Stadt genannt, es müssen Unterstützer gefunden werden. „Sozusagen geht man auf Missionsreise. Es bringt oft viel mehr, den potentiellen Unterstützer gegenüber zu stehen, um sie zu überzeugen“, rät Lütteke. Als letzter Punkt stehe die Berichterstattung in lokalen Medien.

Kopenhagen, London, Paris, Attendorn, Drolshagen. Seit 2009 gebe es das Projekt, bereits 550 Städte in 17 Ländern führen den Titel, welcher alle zwei Jahre erneuert werden müsse. Einhelliger Tenor bei dem Treffen: Drolshagen will nun folgen und mit einem Stand zum Thema beginnen, der von der KjG auf dem Ernte- und Tierschau Fest am 16. und 17. September in Drolshagen präsentiert wird.

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