Ausbildungsserie

Ausbildung bei der Firma dy-pack Verpackungen Wenden

Simon Hense macht unter der Leitung von Ausbilder Michael Schürholz bei dypack eine Ausbildung zum Packmitteltechnologen.

Simon Hense macht unter der Leitung von Ausbilder Michael Schürholz bei dypack eine Ausbildung zum Packmitteltechnologen.

Foto: Riem Karsoua / WP

Wenden.  In dieser Serie stellen wir Ausbildungsberufe mit Zukunft im Kreis Olpe vor. Heute: Simon Hense und seine Arbeit als Packmitteltechnologe.

Eine riesige Halle mit acht großen Maschinen ist der zentrale Arbeitsplatz von Simon Hense bei der Firma dy-pack Verpackungen GmbH in Wenden. Der 19-Jährige macht eine Ausbildung zum Packmitteltechnologen – Für ihn ein Beruf, den er so vorher noch nicht kannte. „Ich bin ganz zufällig auf den Beruf aufmerksam geworden“, erzählt der Auszubildende, der mittlerweile seine Abschlussprüfungen erfolgreich bestanden hat. „Ich habe mich erkundigt, welche Ausbildungsberufe es gibt und bin auf die Sack-Industrie gestoßen“, lacht er. Was während der dreieinhalbjährigen Ausbildung auf ihn zukommt, wusste er nach seinem Schulabschluss noch nicht. Denn die Berufsbezeichnung „Packmitteltechnologe“ habe ihm vorher nichts gesagt.

Doch das sollte sich in den nächsten Monaten schnell ändern. Während seines Arbeitsalltags steht das Bedienen von zwei Maschinen an oberster Stelle: Die Schlauchmaschine und Bodenlegermaschine. Diese beiden Anlagen stellen Säcke her, in denen sich später beispielsweise Zement befindet. Der wichtigste Aspekt ist jedoch, dass er die Maschinen versteht. Denn er muss die richtigen Einstellungen in Bezug auf Masse und Konstruktion durchführen. Er überprüft, ob genug Farbe vorhanden ist oder gegebenenfalls etwas angemischt werden muss. „Wir haben hier auch eine Druckerei. Die kümmern sich um Drucke mit einer höheren Anzahl an Druckfarben. Bei Drucken mit wenigen Druckfarben kann ich mich selbst darum kümmern“, erklärt er.

Der Arbeitsalltag

„Wir sind quasi die Industriemaßschneider für Pulververpackungen“, lacht Geschäftsführer Wilhelm Dyckerhoff. Was ein Packmitteltechnologe auf jeden Fall mitbringen muss? Fingerspitzengefühl, sagt Ausbilder Michael Schürholz und erklärt: „Papier ist ein lebendiges Produkt. Man weiß nie genau, wie es sich verhält.“

Dy-pack ist auf die Produktion von Säcken spezialisiert. Das Unternehmen hat drei Standbeine an Kunden. Die produzierten Säcke finden sich in der Baustoff- und Zementindustrie wieder sowie in der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie. Die Mitarbeiter der dy-pack arbeiten in drei Schichten. Ständige Kommunikation untereinander ist daher besonders wichtig. Vor Beginn seiner Schicht muss Simon Hense bereits im Vorfeld eine kurze Absprache mit seinem Kollegen treffen, den er ablösen wird: „Wir besprechen, wie der letzte Auftrag verlief. Dabei kläre ich, ob es Probleme gab und ich auf etwas Besonderes achten muss“, erklärt er.

Die Vielfalt und Verantwortung, die der Beruf mit sich bringt, ist das, was den 20-Jährigen begeistert: „Ich weiß einfach, dass ich morgens nicht hier her komme und stundenlang im Büro sitze und sich alle Aufgaben wiederholen“, denn das Gegenteil sei der Fall: „Es ist jeden Tag was anderes. Nicht immer derselbe Ablauf. Man lernt hier einfach nie aus.“

Hinzu kommt die Zukunftssicherheit. Denn trotz Digitalisierung und Industrie 4.0 ist ein Packmitteltechnologe unerlässlich, stellt Geschäftsführer Dyckerhoff klar. „Ich sehe nicht, dass der Beruf in absehbarer Zeit ersetzt wird. Wir arbeiten mit Naturmaterialien wie Papier und Leim und bringen ständig neue Verpackungslösungen auf den Markt. Am Ende des Tages steht das Verständnis des Maschinenbedieners an erster Stelle. Er weiß, welche Einstellung die richtige ist. Der Papiersack hat ebenso eine gute Zukunft, da er sehr nachhaltig ist und im Wesentlichen aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird. Die Digitalisierung wird den Papiersack nicht ersetzen, denn schließlich kann man Pulver nicht mit einem USB-Stick verpacken“, so Dyckerhoff.

Der Wandel des Berufs

„Die Digitalisierung geht an niemanden spurlos vorbei“, weiß der Ausbildungsleiter. Früher sei der Packmitteltechnologe ein erweiterter Maschinenführer mit Fachwissen was Papier und Leimen betraf gewesen. „Mit der Zeit werden die Maschinen immer digitalisierter und es wird mehr mit dem Computer gesteuert.“

Doch nicht nur die Digitalisierung, sondern auch die Spezialisierung erweitert sich. „Es wird immer komplizierter und die Anforderungen immer höher. Für alle Vorgänge, die hier getätigt werden, müssen auch die Hintergründe verstanden werden“, erklärt der Geschäftsführer. Mit diesem Verständnis werde die Grundausbildung geschaffen, um sich technisch weiterzubilden und beruflich weiterzuentwickeln. „Ich denke, dass die Digitalisierung immer weiter vorschreiten wird und, dass man das sogar mit der Automatisierung verbinden könnte“, gesteht der Ausbildungsleiter.

Einen Haken sieht er dennoch: „Der Packmitteltechnologe wird nie ganz außen vor sein. Eine komplett automatisierte Maschine wird es nicht geben“, ist er sich sicher. Diese Aussage stützt er damit, dass ein Packmitteltechnologe eine fehlerfreie Produktion garantiert. „Solange wir nicht rein virtuell leben, werden Verpackungen benötigt“, weiß Dyckerhoff und ist sich sicher, dass auch in naher Zukunft Packmitteltechnologen stets gebraucht werden.

Außerdem sei der Trend weg vom Plastik und hin zum Papier ebenfalls ein entscheidender Faktor für die Sicherheit des Berufs.

Weiterbildung

Neben dem Schulunterricht, gibt es auch Metall- und Pneumatik-Lehrgänge. Ein vierwöchiges Praktikum in Florenz, in Kooperation mit der Berufsschule, treten in diesem Jahr zum ersten Mal zwei Auszubildende des Unternehmens an. „Dort werden sie Einblicke in artverwandte Firmen erhalten“, so der Ausbildungsleiter. Nachwuchsförderung steht für das Unternehmen an oberster Stelle.

Die direkte Übernahme der Lehrlinge ist ihnen nach der Ausbildung garantiert. Außerdem wurde das Unternehmen von der Bundesagentur für Arbeit für ihre Nachwuchsförderung ausgezeichnet. Um das Gemeinschaftsgefühl der Auszubildenden untereinander zu stärken, findet alle zwei Jahre eine Azubi-Tour statt. „Da kommen sowohl die kaufmännischen, als auch die technischen Auszubildenden zusammen. Dort wird das Nützliche mit dem Praktischen verbunden“, lacht Schürholz.

Vor zwei Jahren ging der Ausflug nach Augsburg zu einem Kunden. Dort wurde eine Betriebs- und Werksbesichtigung gemacht. „Wir haben beim Kunden direkt sehen können, wie unsere Produkte weiterverarbeitet werden“, erzählt Hense. Den entscheidenden Lerneffekt erhielt er dadurch, dass ihm noch einmal bewusst wurde, welche Konsequenzen in der Weiterverarbeitung auftreten können, wenn bei ihm etwas an der Maschine falsch läuft. „Das hat mir nochmal gezeigt, wie wichtig meine Arbeit ist.“

Alle weiteren Folgen der Ausbildungsserie der WESTFALENPOST Olpe finden Sie hier

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben