Ausbildungs-Serie

Ausbildung zum Baustoffprüfer bei Firma Horn & Co. Analytics

Artan Krasniqi macht bei Horn und Co Analytics in Wenden eine Ausbildung zum Baustoffprüfer in der Fachrichtung Geotechnik. Krasniqi ist im zweiten Lehrjahr. Sein Ausbildungsleiterin Maximilian Wagener steht ihm hilfreich zur Seite.

Artan Krasniqi macht bei Horn und Co Analytics in Wenden eine Ausbildung zum Baustoffprüfer in der Fachrichtung Geotechnik. Krasniqi ist im zweiten Lehrjahr. Sein Ausbildungsleiterin Maximilian Wagener steht ihm hilfreich zur Seite.

Foto: Viktor Dobek

Wenden.  Artan Krasniqi macht eine Ausbildung zum Baustoffprüfer in Wenden. Warum Maschinen seine Aufgaben nie ersetzen werden.

„Ich wollte schon immer Chemie studieren“, sagt Artan Krasniqi. Das angepeilte Studium hat er vorerst aber vertagt, denn er absolviert derzeit eine Ausbildung zum Baustoffprüfer mit der Fachrichtung Geotechnik bei der Firma Horn & Co. Analytics in Wenden – mittlerweile ist der 19-Jährige in seinem zweiten Lehrjahr. Den Entschluss, die Ausbildung vor das Studium zu schieben, bereut er nicht. Ganz im Gegenteil. Er sieht darin sogar Vorteile: „Chemiker analysieren das reine Endprodukt. Als Baustoffprüfer ist man schon bei der Entnahme dabei, bereitet die Proben vor und führt physikalische Versuche an ihnen durch“, erklärt Krasniqi. Das klingt nach einem Haufen Arbeit.

Breitgefächertes Spektrum

Die Horn & Co. Analytics GmbH wurde 1994 gegründet und gehört zur Unternehmensgruppe Horn & Co. Es handelt sich um ein neutrales, unabhängiges und akkreditiertes Prüflabor, das im gesamten Bundesgebiet und über dessen Grenzen hinaus agiert: „Wir nehmen auch Proben im Ausland – beispielsweise in den Niederlanden“, sagt Ausbildungsleiter Maximilian Wagener.

Dies wirke sich auch auf das Kundenspektrum aus: „Das ist sehr breitgefächert. Da gehören quasi alle zu. Beispielsweise Privatleute, Mülldeponien oder Stahlwerke“, erklärt Wagener, der noch selbst vor gut sechs Jahren in einer Ausbildung zum Baustoffprüfer bei Horn & Co. Analytics war: „Nachdem ich die drei Lehrjahre abgeschlossen hatte, habe ich direkt die Ausbildungsleitung übernommen“, erläutert er.

Die Firma selbst bilde nur in der Fachrichtung Geotechnik aus. Wagener weiß aus eigener Erfahrung, welche Fähigkeiten und Voraussetzungen ein Kandidat für den Job mitbringen muss: „Selbstständiges, ordentliches und eigenverantwortliches Arbeiten stehen bei uns an erster Stelle.“ Handwerkliches Geschick und stabile Kenntnisse in naturwissenschaftlichen Fächern seien ebenfalls von Relevanz. Krasniqi fügt schmunzelnd hinzu: „Und ein Problem mit dreckig werden sollte man auch nicht haben.“ Wagener erwidert: „Ja, das bringt die Arbeit auch mit sich.“

Voll im Berufsleben

Krasniqi erfüllt das Anforderungsprofil. Sein Interesse für Naturwissenschaft wird schon an seinem auserkorenen Studium deutlich. Jetzt ist er hier, bei Horn & Co. in Wenden, weit weg von Zuhause, denn der 19-Jährige stammt aus dem Kosovo. Über eine Ausbildungsinitiative, die gezielt Schüler am Loyola Gymnasiums in Prizren/Kosovo für Ausbildungsplätze anwirbt, sei er auf Horn & Co. Analytics gestoßen. „Ich habe dann hier in Deutschland zunächst ein zweiwöchiges Praktikum absolviert“, erklärt Artan Krasniqi. So hätte sich nicht nur das Unternehmen ein Bild von ihm verschaffen können, sondern auch anders herum: „Ich habe erfahren, was ein Baustoffprüfer macht und könnte mir vorstellen, dies auch zukünftig zu tun“, sagt er.

Gesagt, getan: Seit nun gut eineinhalb Jahren ist Krasniqi nicht nur in Deutschland, sondern auch voll im Berufsleben – und zwar von 8 bis 17 Uhr, denn das sind seine Arbeitszeiten – eine Stunde Pause inklusive. Während seiner Ausbildung übernimmt Krasniqi so einige Aufgaben: Probenvorbereitung, Siebanalyse oder Kornodichtenbestimmung. Wagener erklärt: „Bei den Vorbereitungen geht es grob gesagt darum, dem Labor eine repräsentative Probe zur Verfügung zu stellen. 0,03 Gramm, also eine Spachtelspitze, muss schlussendlich einen Haufen von 2000 Tonnen widerspiegeln.“

Bei der Siebanalyse gehe es darum, die verschiedenen Korngrößen von Proben zu bestimmen: „Man muss bei jedem geplanten Bauwerk zuerst schauen, wie die Bodenbeschaffenheit aussieht.“, erklärt Wagener.

Denn erst dann wisse man , ob das Grundstück bebaubar sei oder nicht. „Bei Boden, wie Ton, Schluff, Sand oder Mudde ist das kompliziert“, erklärt Artan Krasniqi und fügt hinzu: „Das Volumen von Ton nimmt mit steigendem Wassergehalt zu und mit sinkendem Wassergehalt ab.“ Dadurch könnte sich der Boden unter einem Bauwerk anheben. „Es könnten Risse entstehen“, betont Krasniqi.

Die Tests der Baustoffprüfer seinen deshalb wichtig, geradezu essenziell: „Wenn ein ein Millionen Euro teures Gebäude entsteht, ist es wichtig, dass du vorher den Boden prüfst, weil du es im Nachhinein nicht wieder gut machen kannst“, so der 19-jährige Auszubildende.

Kein Substitut für Baustoffprüfer

Gerade in Hinblick auf diese Verantwortung, hält es Ausbildungsleiter Maximilian Wagener für ausgeschlossen, dass der Beruf in Zukunft von digitalen Maschinen übernommen werden kann: „Man muss mitdenken, ob das, was passiert und gemessen wird, auch Sinn macht. Das Hintergrundwissen des Menschen ist nicht ersetzbar.“ Zwar sei moderne Technik kein Substitut für den Baustoffprüfer, jedoch eine Ergänzung: „Die Geräte, die Baustoffprüfer nutzen, lassen sich digitalisieren“, sagt Wagener.

Die Maschinen würden die Arbeit erleichtern, gar körperliche Betätigung um einiges reduzieren: „Bei der Siebanalyse musste früher alles noch per Hand gemacht werden“, sagt der Ausbildungsleiter. Mittlerweile habe dies der Siebturm übernommen. Die Arbeit des Baustoffprüfers könne niemand x-beliebiges übernehmen, so Wagener, „denn das Hintergrundwissen und die Sinne sind wichtig.“

Gerade in Deutschland, einem Land mit Normen und Vorschriften, sei es deshalb unwahrscheinlich, dass der Baustoffprüfer von Maschinen ersetzt wird, ist sich Wagener sicher: „Der Beruf hat Zukunft.“

Alle weiteren Teile unserer Ausbildungsserie lesen Sie hier

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben