Ausbildungsserie

Ausbildung zum Fachinformatiker bei FIUKA in Finnentrop

Vorstellung des Fachinformatikers: Peter Teipel (Ausbilder), Partick Brzezina (Azubi) und Berthold Lange (Ausbildungsleiter) bei der Fischer & Kaufmann GmbH & Co. KG

Vorstellung des Fachinformatikers: Peter Teipel (Ausbilder), Partick Brzezina (Azubi) und Berthold Lange (Ausbildungsleiter) bei der Fischer & Kaufmann GmbH & Co. KG

Foto: Riem Karsoua / WP

Finnentrop.  Der 27-jährige Patrick Brzezina macht bei der Firma Fischer & Kaufmann (Fiuka) in Finnentrop eine Ausbildung zum Fachinformatiker.

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Vielen Abiturienten stellt sich nach der Schule die Frage, wie es weitergehen soll. Folgt nun ein Jahr im Ausland? Ein Studium oder doch lieber eine Ausbildung? Möglichkeiten gibt es viele. Die richtige Wahl zu treffen, ist daher meist sehr schwer. Oft kommt es auch vor, dass man in jungen Jahren eine Fehlentscheidung trifft und merkt, dass der gewählte Berufsweg, nicht zu einem passt. Ähnlich ging es dem 27-jährigen Patrick Brzezina. Nach drei Jahren an der Universität bricht er sein Informatikstudium ab und entscheidet sich für eine Ausbildung. Der Grund für seine Neuorientierung: Ihm fehlte die Praxis und die Nähe zum Beruf. Dass längst nicht alle technischen Berufe bald von Maschinen ersetzt werden können, zeigt sich auch in seiner Ausbildung zum Fachinformatiker.

Wenn der 27-Jährige morgens um halb acht durch die Flure des Unternehmens Fischer & Kaufmann (Fiuka) läuft, steht für den Fachinformatiker in spe sofort eine allgemeine Kontrolle an: „Wir haben ein Überwachungssystem, das zeigt, ob alles in Ordnung ist. Ich schaue mir zuerst an, ob ein Problem vom Vortag gemeldet wurde“, erklärt er. Dabei bezieht sich sein Aufgabenbereich nicht nur auf die allgemeine Kontrolle. Im Gegenteil – sein Tätigkeitsbereich ist breitgefächert: „Ich baue viele Rechner auf, installiere sie neu, inventarisiere den Wareneingang und installiere Drucker und Software, die schon im Betrieb ist“, erzählt er. Wie eine neue Software integriert wird, lernt er in den kommenden Monaten.

Nähe zur Praxis

Brzezina ist im zweiten Ausbildungsjahr. Während seines Studiums zum Informatiker hat das gefehlt, was er in der Ausbildung letztendlich gefunden hat: „Die Ausbildung ist einfach handfester. Wir haben während des Studiums nicht viel mit Computer-Programmen gearbeitet. Das war alles nur Theorie.“ Dass das Studium sehr theoretisch ist, bestätigt auch der Ausbilder Stefan Teipel: „Mit dem Fachinformatiker, der drei Jahre ausgebildet wird, hat das nicht viel zu tun.“

Parallel zu den täglichen Aufgaben, die Brzezina erledigen muss, wird ihm für einen längeren Zeitraum ein Projekt als eine Art Hausaufgabe mit an die Hand gegeben: „In dem aktuellen Projekt geht es um einen virtuellen Kunden, der von Zuhause auf sein Firmennetzwerk zugreifen möchte“, erklärt Teipel. Die Aufgabe des Auszubildenden ist es, ein Konzept auszuarbeiten, mögliche Technologien und Hardware herauszusuchen, die Preise zu ermitteln und einen Realisierungsvorschlag in Form eines Angebots zu erstellen. Am Ende soll dies praktisch umgesetzt werden. „Wichtig dabei ist, dass der Auszubildende lernt, sich verschiedene Möglichkeiten der Umsetzung zu erarbeiten, Preise vergleicht und Anforderungen des Anwenders berücksichtigt“, erklärt der Ausbilder. Die Auswahl der Projekte orientiert sich dabei am Stand der Ausbildung.

Der Wandel des Berufs

Früher habe es vor allem im Bereich der Sicherung der Daten im Informatikbereich immer jemanden gegeben, der die Arbeit täglich erledigte, erzählt Brzezina. Heute sei die Software komfortabler geworden. „Damals hatte man nur eine Eingabeaufforderung und musste alle Befehle auswendig kennen. Heute helfen Google und Co. bei der Lösung“, lacht Stefan Teipel.

Auch die Datenkapazitäten, mit denen der Fachinformatiker heute arbeitet, haben sich verändert. Teipel stellt klar: „Mit der Digitalisierung wird nichts einfacher. Es wird nur anders.“ Man werde in Zukunft noch mehr mit Industrie 4.0 in Berührung kommen. Sowohl die Verschlüsselung der Daten, als auch die Analyse werden immer bedeutsamer. Darauf zu achten, dass alles geschützt ist, ist einer der Hauptaufgaben, die auf den Auszubildenden in Zukunft zukommen: „Er muss dafür sorgen, dass geheime Daten verschlüsselt abgelegt werden, die Verschlüsselung funktioniert und, dass nur die verantwortlichen Personen darauf Zugriff haben.“

Die Zukunft des Berufsfelds

In Bezug auf Industrie 4.0-Digitalisierung und damit auch für die Zukunft ist sicher: „Der Fachinformatiker wird immer gebraucht“, sagt Teipel. Der Bereich der Sensorik könnte durch die Industrie 4.0 durchaus von Robotern ersetzt werden, vermutet er. Die Verarbeitung der Daten und die dafür notwendigen Auswertungsmechanismen müssen installiert und gewartet werden. Das falle alles in den Zuständigkeitsbereich des Fachinformatikers und könnte auch in Zukunft nicht durch eine Maschine ersetzt werden. Der Beruf des Fachinformatikers sei ein noch sehr junger Beruf, erzählt Ausbildungsleiter Berthold Lange: „Je mehr Digitalisierung es gibt, desto mehr Arbeit hat der Informatiker.“

Voraussetzungen

Für die Ausbildung zum Fachinformatiker sollten die Noten in den Fächern Mathe und Englisch im Zweier-Bereich liegen, sagt Berthold Lange, der für die Auszubildenden zuständig ist. „Viele Dokumente, die man als Fachinformatiker lesen muss, sind auf Englisch. Gute Kenntnisse in Physik sowie eine gute Rechtschreibung sind auch immer von Vorteil.“

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