Brennpunkt Ausbildung

Ausbildung zum Fahrradmonteur bei Fahrrad Feldmann Olpe

Patrick Hillebrands (18) macht eine Ausbildung zum Fahrradmonteur bei Fahrrad Feldmann in Olpe.

Patrick Hillebrands (18) macht eine Ausbildung zum Fahrradmonteur bei Fahrrad Feldmann in Olpe.

Foto: Sarah Engelhard

Olpe.   Dieser Beruf ist eine Rarität im Kreis Olpe: Der 18-jährige Patrick Hillebrands macht eine Ausbildung zum Fahrradmonteur bei Fahrrad Feldmann.

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Die meisten denken zuerst ans Auto, wenn es um einen Beruf geht, in dem geschraubt wird. Weniger junge Menschen denken an Gefährte mit nur zwei Rädern und nur ganz wenige denken an Zweiräder ohne Motor. Einen gibt es im Kreis aber doch: Patrick Hillebrands. Er macht eine Ausbildung zum Fahrradmonteur bei Fahrrad Feldmann in Olpe. Auch wenn er gedanklich zuerst auch bei den Autos war: „Eigentlich wollte ich KFZ-Mechatroniker werden, aber dann habe ich hier ein Praktikum gemacht und es hat mir Spaß gemacht“, sagt der 18-Jährige.

Gerade baut er ein Rad zusammen, das sozusagen frisch aus der Verpackung kommt. „Das nennt man Neuaufbau“, erklärt Patrick. Seit Anfang August ist er jetzt im Betrieb. Woche für Woche lerne er neue Arbeitsschritte am Fahrrad kennen, so der Azubi. Aktuell ist er dafür zuständig, Lenker und Vorderrad bei den neuen Fahrrädern vorzumontieren.

Ein erfahrener Mitarbeiter überprüft Patricks Arbeit dann noch einmal. Generell stehen seine Kollegen ihm mit Rat und Tat zur Seite. „Wenn ich etwas nicht weiß, kann ich immer Fragen stellen.“

Unbekannter Beruf

Vor seiner Ausbildung hat er ein dreiwöchiges Praktikum bei Fahrrad Feldmann gemacht. Schon damals fragte er, ob es sich lohnen würde eine Bewerbung abzugeben. Und das hat es: Katja Feldmann ist froh, einen Auszubildenden gefunden zu haben, der so gut ins Team passt. „Der Beruf ist nicht so bekannt, gerade hier bei uns. In seiner Klasse ist er nach meinem Kenntnisstand der einzige hier aus der Gegend“, sagt Katja Feldmann. Auszubildende in der Werkstatt hätten sie eher selten, die meisten seien Auszubildende im kaufmännischen Bereich.

Voraussetzungen

„Man sollte keine Ausbildung machen, nur um eine Stelle zu haben“, so Katja Feldmann. Ihr kommt es darauf an, dass Leute „mit Herzblut bei der Sache sind und gerne schrauben“. Wenn diese Grundvoraussetzungen gegeben sind und ein Bewerber motiviert und lernbereit ist, sei der Schulabschluss nicht das wichtigste Kriterium. Allerdings: „Eine gewisse Schulbildung sollte schon da sein“, sagt sie. Denn ein Fahrradmonteur schraubt nicht den ganzen Tag, es fallen auch Garantieabwicklungen, Reparaturanfragen, und das Schreiben von Rechnungen an. Außerdem gehört der Kontakt mit Firmen und Kunden zum Job.

Ausbildungsdauer und Verdienst

Die Ausbildung zum Fahrradmonteur dauert zwei Jahre. Hängen Auszubildende danach noch eineinhalb Jahre an, können sie sich zum Zweiradmechatroniker ausbilden lassen. Auszubildende Fahrradmonteure verdienen laut der Arbeitsagentur Siegen zwischen 615 und 785 Euro im ersten Ausbildungsjahr und zwischen 670 und 865 Euro im zweiten Ausbildungsjahr. Bei Fahrrad Feldmann sind Auszubildende Fahrradmonteure und Auszubildende Einzelhandelskaufleute beim Verdienst gleich angesiedelt.

Berufsschule

Zur Berufsschule muss Patrick im Winter zweimal die Woche, im Sommer einmal. Die Schule ist in Köln, weshalb ein Führerschein eine wichtige Voraussetzung für die Ausbildungsstelle war. Im Unterricht stehen aktuell vor allem fahrradbezogene Fächer auf dem Lehrplan. Dazu gehören zum Beispiel Elektronik, Reparatur und Service. Im zweiten Halbjahr kommen Deutsch, Mathe und Englisch dazu. Insgesamt dauert die Ausbildung zum Fahrradmonteur zwei Jahre.

Zukunftschancen

Inzwischen ist Patrick mit dem Vormontieren des neuen Fahrrads fertig und arbeitet an einem Reparatur-Auftrag. „Hier muss ich jetzt den Antrieb wechseln“, sagt er während er die Pedale abmontiert.

Zwischen Werkbänken, neuen und alten Fahrrädern, vielen Kartons mit Ersatzteilen und fein sortierten Werkzeugen gibt es übrigens auch eine Hebebühne. Nicht ganz so groß wie in der Autowerkstatt, aber sie erfüllt ihren Zweck. „Mir macht die Arbeit Spaß. Man lernt jeden Tag etwas Neues. Wenn ich den Lenker sicher montieren kann, geht’s weiter zur Bremse und dann an die Schaltung“, sagt Patrick.

Auch Katja Feldmann lobt die Vielfältigkeit des Berufs: „Es gibt immer neue Herausforderungen. Man arbeitet an Fahrrädern, hat mit Technik und Elektronik zu tun, genauso ist man aber auch in der Kundenberatung tätig.“ Zukunftschancen habe der Beruf auf jeden Fall, weil immer mehr Menschen Rad fahren. Vor allem die E-Bikes seien ein ganz neuer Aspekt – auch in der Ausbildung.

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