Serie

Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker in Lennestadt

Dennis Beyer (19) macht eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker bei der Firma Indukant in Lennestadt. Er ist in seinem zweiten Lehrjahr. Sein Ausbildungsleiter Björn Brockmann unterstützt ihn bei der Ausbildung.  

Dennis Beyer (19) macht eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker bei der Firma Indukant in Lennestadt. Er ist in seinem zweiten Lehrjahr. Sein Ausbildungsleiter Björn Brockmann unterstützt ihn bei der Ausbildung.  

Foto: Viktor Dobek

Lennestadt.  Die WP stellt in ihrer Serie Ausbildungsberufe mit Zukunft im Kreis Olpe vor. Heute: Konstruktionsmechaniker Dennis Beyer.

„Ich will nicht die ganze Zeit im Büro sitzen, sondern was machen, wobei ich aktiv sein kann“, sagt Dennis Beyer. Dies sei einer der Beweggründe, die ihn dazu veranlasst haben, eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker im Feinblechbau zu absolvieren. „Durch das aktive Arbeiten vergeht die Zeit auch wie im Flug“, fügt Beyer hinzu. Und tatsächlich: Kaum habe er sich versehen, schon sei er mittendrin im zweiten Lehrjahr bei der Firma Indukant in Lennestadt.

Indukant wurde 1992 gegründet und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem gefragten Anbieter in der Blechbearbeitung entwickelt. Zum Kundenstamm gehören Unternehmen aus Branchen wie Maschinen- und Anlagen-über den Industrie-, Hallen- und Fahrzeugbau bis hin zur Energietechnik.

„Für die unterschiedlichen Branchen fertigen wir Kanterprofile mit bis zu acht Metern Länge und Baugruppen an“, erklärt Björn Brockmann, Produktions- und Ausbildungsleiter für den gewerblichen Betrieb. Bei der Baugruppenfertigung werden einzelne Blechkomponenten zusammengefügt.

Grundlagen der Blechbearbeitung

„Die Komponenten sind ganz unterschiedlich. Das können Profile oder Platinen sein“, erläutert Brockmann. Sowohl die jeweiligen Einzelelemente als auch das Endprodukt müssen in mehreren Arbeitsschritten und mit verschiedenen Technologien gefertigt werden – das fällt in den Aufgabenbereich von Azubi Dennis Beyer. „Dennis lernt bei uns die Grundlagen der Blechbearbeitung. Dazu zählen der Zuschnitt, das Stanzen, das Lasern, das Umformen, und hinterher die mechanische Bearbeitung sowie das Schweißen“, sagt Björn Brockmann.

Spaß an handwerklicher Arbeit und die Affinität, technische Neuerungen anzunehmen, gehören zu den Grundvoraussetzungen, um als Konstruktionsmechaniker erfolgreich zu sein, so Brockmann. Ebenso seien stabile Kenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie von Vorteil. Die Voraussetzungen stimmen mit Dennis Beyers Interessen überein: „Ich wusste schon relativ früh, dass ich in Zukunft irgendwas im industriellen Handwerk machen möchte.“

Dass es der Konstruktionsmechaniker werden sollte, ahnte Dennis Beyer hingegen noch nicht: „Der Beruf ist hier im Sauerland ja nicht so bekannt“, gibt er zu und ergänzt: „Aber mein Stiefvater macht so was Ähnliches. Ich habe mich über seinen Job informiert und bin dann auf den Konstruktionsmechaniker gestoßen.“ Als dann sein damaliger Techniklehrer an der Realschule Meggen in der Klasse von der freien Ausbildungsstelle bei Indukant berichtet, ist Beyer vollends von seinem Berufswunsch überzeugt. „Ich habe mich direkt beworben.“

Nachwuchs fehlt

Beyers Lehrer informierte die Schüler nicht ohne Grund: „Wie alle mittelständischen Unternehmen, haben auch wir Probleme mit Nachwuchs“, erklärt Brockmann. Dennis Beyer ist mit seiner Wahl, Konstruktionsmechaniker werden zu wollen, sehr zufrieden. „Mir gefällt es sehr gut – das war die richtige Entscheidung. Bei Indukant habe ich ein tolles Umfeld, um zu lernen.“ Überrascht ist er nicht: „Ich wusste schon vor Beginn meiner Ausbildung, was alles auf mich zukommt“, schließlich habe er sich gut über seinen neuen Arbeitgeber informiert.

Beyer schätzt das Abwechslungsreiche an seiner Ausbildung: „Kein Tag ist wie der andere. Ich durchlaufe viele Stationen und die Komponenten sind auch immer verschieden.“

Der Arbeitsbeginn ist hingegen immer gleich: 6 Uhr. „Das erste, was ich mache, ist den Auftrag einzuscannen. Dann suche ich das nötige Material raus“, erklärt Beyer. Anhand technischer Zeichnungen weiß er, ob das von ihm eingesammelte Material auch vollständig ist. „Dann geht es an die Arbeit“, sagt Beyer. Die ist je nach Station entweder automatisiert, teilautomatisiert oder wird noch von Hand verrichtet. „Unsere Prozesse verändern sich vom handwerklichen- zum automatisierten Arbeiten“, erklärt Björn Brockmann.

Sichere Entscheidung

Indukant hat erst vor einem halben Jahr eine voll automatisierte Coilstanzanlage angeschafft. Die übernimmt nun einige Arbeitsschritte: „Die Anlage wickelt das Blech automatisch von der Rolle, richtet es, stanzt Lochbilder hinein und entgratet das Blech zeitgleich auch noch. Danach wird es auf Länge abgeschnitten und vollautomatisch auf Paletten abgelegt“, erklärt Brockmann.

Nicht vor allzu langer Zeit seien diese Aufgaben noch von jeweils zwei Mitarbeitern, an zwei verschiedenen Maschinen erledigt worden.

Trotz dieser Veränderung, sei die Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker auch auf zukünftige Sicht eine sichere Entscheidung; „Die Maschinen laufen zwar automatisiert, aber jemand muss die ja bedienen und einrichten. Eine Maschine nimmt uns diese Arbeit nicht ab“, sagt Björn Brockmann.

Unabdingbar sei die praktische Erfahrung des Mitarbeiters und dessen Intuition: „Es gibt verschiedene Materialien die sich unterschiedlich Verhalten. Man braucht einen Fachmann, der sich auskennt. Ein Roboter kann das nicht leisten“, so Brockmann, der davon ausgeht, dass der Mensch an dieser Stelle niemals durch eine weitere Maschine ersetzt werden kann.

Nichtsdestotrotz werden sich die Aufgaben der Konstruktionsmechaniker verändern: „Er muss nicht mehr wissen, wie man die Flex hält, sondern, wie er die Maschine bedient.“ Auch Dennis Beyer erlebt diesen Wandel: „Angefangen habe ich mit handwerklichen Arbeiten, jetzt bin ich bei den automatisierten Anlagen.“ Brockmann fügt lachend hinzu: „Aber es ist nicht so, dass man sich nicht mehr die Finger und das Gesicht dreckig machen muss.“

Für Dennis Beyer ist das kein Problem. Ein Ziel hat er sich auch schon gesetzt: „Ich möchte auch in meiner beruflichen Zukunft als Konstruktionsmechaniker arbeiten.“ Brockmann antwortet: „Das will ich auch hoffen.“

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