Kneipen-Streit

Außen-Sperrstunde um 22 Uhr sorgt in Olpe für Wirbel

Die Außen-Gastronomie gehört am Marktplatz dazu wie der Pannenklöpper.

Foto: Josef Schmidt

Die Außen-Gastronomie gehört am Marktplatz dazu wie der Pannenklöpper. Foto: Josef Schmidt

Olpe.   Die Stadt Olpe wird die Sperrstunde für die Außengastronomie (22 Uhr) nach mehrfacher Nachbarbeschwerde strenger durchsetzen.

Die Olper Kneipengänger, insbesondere die Kunden der beiden Traditionsbetriebe am Marktplatz, Cosmo Lounge/Goldener Löwe und Klumpen, sind alles andere als erfreut, gehen im Internet in sozialen Netzwerken auf die Barrikaden. Der Grund: Als sich die Uhr am sonnigen Wochenende auf 22 Uhr zu bewegte, wurde ruchbar, dass es mit dem nächsten Bier auf den gemütlichen Außen-Sitzgarnituren eng werden würde. Gerade noch eine „last Order“, aber gegen 22.30 Uhr war weitgehend Schluss. Im Gegensatz zu den Vorjahren, wo nicht nur Trinkfeste oder Mondsüchtige auch bis weit nach Mitternacht ihr Bierchen unter freiem Himmel genossen.

22 Uhr last Order

Eine Rückfrage beim Olper Ordnungsamt förderte zu Tage, was es mit dem abrupten Ende des nächtlichen Vergnügens in der Olper City auf sich hat: „Wir haben vor einigen Wochen das Gespräch mit den Wirten der Innenstadt gesucht und darauf hingewiesen, dass wir künftig die geltenden Regeln durchsetzen müssen“, klärt Olpes Ordnungsamts-Leiter Peter Püttmann auf Anfrage auf. Die letzte Bestellung um 22 Uhr sei eine Kompromisslinie, gegen 22.30 Uhr, so Püttmann, müsse aber Ende sein.

Hintergrund: In einem Mischgebiet, wie es der Marktplatz und die Örtlichkeit drumherum ist, gilt schon immer die Außen-Gastro-Sperrstunde von 22 Uhr.

Bisher, so räumte Püttmann ein, habe die Stadt allerdings ein Auge zugedrückt, wenn es auch mal länger geworden sei, auch über Mitternacht hinaus. Als die Beschwerden von Nachbarn aber mit den Jahren immer mehr zugenommen hätten, habe sich die Stadt in der Pflicht gesehen, zu reagieren: „Die Marktplatzanwohner und Bewohner der Innenstadt haben auch ein Recht auf ihre Nachtruhe. Und die beginnt ab 22 Uhr.“ Zumindest in Mischgebieten hätten auch und gerade die Nachbarn von Gastrobetrieben darauf ein Anrecht.

Zugezogene verwundert

Püttmann: „Diese Regelungen stehen auch in allen Konzessionen der Gaststätten drin.“ Und die Wirte hätten sich bei dem klärenden Gespräch im Rathaus auch nicht verwundert gezeigt.

Dass es mit der Duldung der früheren Jahre vorbei sein müsse, liege auch an einem veränderten Klientel in der Nachbarschaft der Gaststätten: „Da sind auch mal Zugezogene dabei, die das aus anderen Regionen nicht anders kennen und ganz verwundert sind, dass es bei uns länger als bis 22 Uhr möglich war.“ Darauf müsse die Stadt reagieren. Denn mit juristischen Klagen hätten Nachbarn gute Chancen, den Gerichtssaal als Sieger zu verlassen.

Anders liege der Fall am Obersee, bestätigte Püttmann auf Anfrage: Das Bootshaus „Goldener Löwe“ befinde sich nicht in einem Mischgebiet, und für die künftige Gastronomie (Café Extrablatt) auf der anderen Seite des Obersees gelte die Beschränkung vermutlich auch nicht. Püttmann: „Das wird dann zwar noch baurechtlich abzuklären sein, aber wie beim Bootshaus dürfte auch dort bis 0 Uhr draußen bedient werden.“ Von Nachbarn des Bootshauses habe es auch noch keine Klagen über die Störung der Nachtruhe gegeben.

Wirte der Innenstadt informiert

Zu dem Gespräch im Rathaus wegen der 22 Uhr-Regel, so bestätigte Püttmann, seien Vertreter der Betriebe Klumpen, Cosmo Lounge, Samos, Anno 1831, Hotel Tillmann, Madras Pub, Am Kump und Villa eingeladen worden. Wer bei dem Termin nicht zugeegen gewesen sei, so Püttmann, „den haben wir schriftlich informiert.“

„Gäste haben uns ungläubig angeschaut“

Daniel Ikac, Betriebsleiter der Cosmo Lounge/Goldener Löwe, berichtete im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es am Wochenende nicht leicht gewesen sei, den Kunden die neue Situation klar zu machen: „Die Gäste haben uns ungläubig angeschaut, als wir etwas von ,letzter Bestellung’ gesagt haben. Das mussten wir erst einmal erklären.“ Eine gute Gastronomie mit entsprechender Außen-Bewirtung an schönen Sommer-Abenden sei etwas, das eine Stadt ausmache: „Die Gäste wollen dann einfach länger draußen sitzen.“

Er habe durchaus Verständnis für die Nachbarn. Wer allerdings in eine Innenstadt ziehe, müsse mit Gastronomie rechnen.

Ungleichbehandlung zum Obersee

Was ihn besonders störe, sei die Ungleichbehandlung der Innenstadt im Vergleich zum Obersee: Das werde ein spürbarer Nachteil für die Gaststätten in der Innenstadt.

Helfen würde es, wenn er wenigstens an Wochenenden bis 23 Uhr draußen bewirten dürfte: „Das wäre großartig.“

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