Wirtschaft

Automotive Center Südwestfalen in der Erfolgsspur

ACS-Geschäftsführer Karsten Westerhoff (rechts) und Doktorand Dipl.-Ing. Peter Frohn von der Universität Siegen mit in einem neuen Schwenkbiege-Verfahren hergestellten Längsträger für ein Elektrofahrzeug.

Foto: Peter Plugge

ACS-Geschäftsführer Karsten Westerhoff (rechts) und Doktorand Dipl.-Ing. Peter Frohn von der Universität Siegen mit in einem neuen Schwenkbiege-Verfahren hergestellten Längsträger für ein Elektrofahrzeug. Foto: Peter Plugge

Attendorn.   Das Automotive Center Südwestfalen (ACS) in Attendorn entwickelt sich positiv. Einige Projekte beschleunigen den technologischen Fortschritt.

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Das Automotive Center Südwestfalen (ACS) ist dreieinhalb Jahre nach seiner offiziellen Eröffnung am Standort Attendorn auf dem besten Weg zu einem Erfolgsprojekt. Sowohl als technologisches Kompetenzzentrum und Nachwuchs-Schmiede für die heimische Automobilzuliefererindustrie, als auch wirtschaftlich.

"Wahnsinns Wachstum" für das ACS

Das im Rahmen der Regionale 2013 etablierte ACS hat, wie dessen Geschäftsführer Karsten Westerhoff im Gespräch erklärte, nach dem Auslaufen der Förderphase Umsätze von 400 000 Euro (2014), 1,8 Millionen Euro (2015) und 2,6 Millionen (2016) erwirtschaftet, was alleine im Vorjahr einer Steigerung um 40 Prozent entspricht und ein, so Karsten Westerhoff, „wahnsinns Wachstum“ bedeutet.

Da Gewinne nicht etwa an die Gesellschafter ausgezahlt werden, sondern im Unternehmen verbleiben, sind Investitionen möglich. So etwa in diesem Frühjahr rund 250 000 Euro in neue Prüftechnologien. Die sehr wichtige Zertifizierung nach DIN ISO 9001 ist abgeschlossen.

Derzeit arbeiten 25 festangestellten Mitarbeiter und 16 Studenten im ACS, wo es ganz bewusst, wie Karsten Westerhoff betont, eine relativ hohe Fluktuation gibt. Junge Ingenieure erarbeiten sich hier erste Berufserfahrung und werden nach wenigen Jahren an die heimische Industrie weitergegeben. „Bisher alle in Führungspositionen“, wie Westerhoff betont. Sie werden durch neue Hochschulabsolventen ersetzt, so dass man stets „Innovationen mitbekommt und keine Trends verpasst“.

Dafür sorgen auch die 16 Studenten, die derzeit am ACS Praktika absolvieren und Abschlussarbeiten schreiben. Sie arbeiten projektbezogen und nicht etwa nach dem Motto „Jugend forscht“. In seiner finalen Phase befindet sich derzeit das Forschungsprojekt ISB-Elektro in Zusammenarbeit mit der Universität Siegen und dem eigentlichen Mitbewerber EDAG, einem der weltweit größten unabhängigen Entwicklungspartner.

Neues Verfahren entwickelt

Dabei handelt es sich um ein neues Verfahren, das Dipl.-Ing. Peter Frohn im Rahmen seiner Doktorarbeit entwickelt hat. Dieses ermöglicht es, Profile wie den 2,70 Meter langen Längsträger des Elektrofahrzeugs Streetscooter an einem Stück in vielen kleinen Schritten zu verbiegen, statt ihn wie bisher aus mehreren Einzelkomponenten zusammenzufügen.

Dieses Verfahren wird das ACS auf der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt vorstellen. Auch auf der AEE (Automotive Engeneering Expo) in Nürnberg, der Messe für Entwickler, Verfahrenstechniker, Werkstoffingenieure, Prozessingenieure und Entscheider aus dem Automobilbau, wird das ACS mit zwölf weiteren Firmen aus der Region mit einem Gemeinschaftsstand vertreten sein und tun, was eine weitere seiner Kernaufgaben ist: netzwerken.

3D-Druck in Metall ein Thema

Kontakte knüpfen und Brücken bauen zu den Automobilherstellern - auch international - und den ganz großen Zulieferern, die ebenfalls zu den Kunden des ACS gehören und mit denen man im „vor-wettbewerblichen Bereich“ Verbundprojekte durchführt, bei den Konkurrenten gemeinsam am Tisch sitzen. So etwa bei der Thematik Punktschweißen von hochfesten Stählen, das allen Problemen bereitet, die damit zu tun haben, oder zu dem Zukunftsthema 3D-Druck in Metall.

Hierzu laufen gleich zwei Projekte, und zwar zur Bedeutung dieser Technologie für die Fahrzeugentwicklung sowie für den Werkzeugbau. Themen, die viele beschäftigen, die aber keiner für sich alleine umfassend bearbeiten will oder kann.

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