Straßenbau

B55 in Lennestadt: Steinschlag kostet weitere Woche

Die Bauarbeiten auf der B 55 liegen in den vorletzten Zügen. In einer Woche soll der Verkehr wieder rollen, nach neun Wochen Bauzeit. 

Die Bauarbeiten auf der B 55 liegen in den vorletzten Zügen. In einer Woche soll der Verkehr wieder rollen, nach neun Wochen Bauzeit. 

Foto: Volker Eberts / WP

Bonzel.  Noch eine gute Woche, dann soll der Verkehr auf der B 55 in Lennestadt wieder rollen.

Lkw um Lkw rollen mit ihrer 180 Grad heißen Fracht durch das Veischedetal. Ihr Ziel ist die Baustelle auf der B 55 zwischen Bonzel und Bonzelerhammer. Am Montag haben hier die Asphaltierungsarbeiten mit dem Einbau der 14 Zentimeter starken Tragschicht begonnen. Bis alles fertig ist und der Verkehr auf der Bundesstraße endlich wieder rollen kann, wird es allerdings noch eine Woche, bis Freitag 27. November, dauern. Aber dann, so Matthias Alfes vom Landesbetrieb Straßen NRW, sei die Baustelle Geschichte und „wir sollten hier 20 Jahre Ruhe haben.“

Zwei Mal verschoben

Schon zwei Mal wurde der Fertigstellungstermin verschoben. Für den Rahrbacher, seit 30 Jahren im Straßenbaugeschäft, ist das nicht neu. Immer wieder kommen auf die Straßenbauer neue Herausforderungen zu, Probleme, die unter der Oberfläche schlummern und erst ans Tageslicht treten, wenn der Bagger sich durch den Untergrund wühlt. So stimmten die Planunterlagen über die zu erneuernde Wasserleitung nicht mit der Realität überein. „Die Leitung lag mindestens einen Meter neben dem Schieber“, so Alfes. Später gab es ein Problem beim Spülen der neuen Wasserleitung, es ließ sich nicht genug Druck aufbauen. Zwischendurch stießen die Straßenbauer der Firma Uli Biskoping Straßen- und Tiefbau GmbH & Co. KG aus Eslohe-Bremke, die die B 55 im Auftrag von Straßen NRW erneuern, auf einen alten gemauerten Abwasserschacht der Firma Grosshaus.

Steinschlag im Kurvenbereich

Zuletzt gab es Steinschlag im Kurvenbereich. Steine waren bis auf die Fahrbahntrasse gekullert. Ein Gutachter hat den Gefahrenpunkt in Augenschein genommen und empfiehlt die Böschung aus Sicherheitsgründen abzutragen. Dies soll in der kommenden Woche passieren und ist ein weiterer Grund für die verzögerte Freigabe der Straße.

Alles andere als förderlich für zügige Bauarbeiten war auch der Deal mit der Stadt, dass morgens und mittags die Schulbusse durch die Baustelle fahren dürfen, immer wieder wurden dadurch die Bauarbeiten unterbrochen und es musste die Durchfahrt wieder freigeräumt werden. Für fast tägliches Kopfschütteln sorgte bei den Straßenbauern, wie viele Autofahrer die Hinweis-, Verbots- und Umleitungsschilder bewusst ignorierten, „auch, weil viele gesehen haben, dass die Busse durchfahren durften, so Matthias Alfes.

Dreiste Autofahrer

Täglich nutzen Autofahrer auch verbotenerweise den Radweg von Bonzel nach Bonzelerhammer, der für Rettungs- und Einsatzkräfte begradigt worden war. Jan Püttmann, Prokurist der Firma Biskoping: „Unglaublich, was hier für ein Verkehr ist, die Autos fahren bis an den Fertiger“, also die Maschine, die den Asphalt aufbringt.

Er hofft, dass nun das Wetter mitspielt, sich noch kein Bodenfrost bildet, und die restlichen Asphaltierungsarbeiten zügig voran gehen können. Geplant ist am heutigen Freitag sowie am Montag und Dienstag die Binder- und die Deckschicht einzubauen, und zwar ohne Naht. Das heißt, der Asphalt wird in einem Arbeitsgang über komplette Fahrbahnbreite von 7 bis 8,50 Uhr Metern aufgetragen. Jan Püttmann: „Das ist optimal, denn Nähte in der Fahrbahn sind immer Schwachstellen.“ Deshalb können die Schulbusse die Baustelle an den drei Tagen nur morgens passieren. Für die Rückfahrt um ca. 13.30 Uhr müssen die Fahrgäste, insbesondere die Schülerinnen und Schüler aus den Ortschaften Kirchveischede, Bilstein, einen längeren Heimweg in Kauf nehmen.

2021 kommt die B 236 dran

Nach Fertigstellung der Arbeiten ist die B 55 in Lennestadt durchgängig saniert. Weitere Großbaustellen in Lennestadt, wahrscheinlich auch wieder mit Vollsperrungen, sind aber bereits in Sichtweise. 2021 wird die B 236 zwischen Maumke und Grevenbrück auf vier Kilometern saniert werden.

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