Caritas

Barrierefreies Wohnen am Grafweg in Attendorn

Das alte Gebäude am Grafweg wird dem Erdboden gleichgesetzt. Ein Vorhaben mit langem Anlauf.

Das alte Gebäude am Grafweg wird dem Erdboden gleichgesetzt. Ein Vorhaben mit langem Anlauf.

Foto: Steinbach

Attendorn.   Die Caritas als Eigentümer hat ihre uralte Immobilie in Attendorn nun abgerissen. Bis es mit dem Neubau losgeht, wird es noch etwas dauern.

Ein langer Atem und viel Geduld waren gefragt, doch nun ist der Caritaskreisverband einen großen Schritt nach vorne gekommen: Das uralte Gebäude am Grafweg in Attendorn, seit einigen Jahren im Besitz des Verbandes, ist in den vergangenen Tagen nach und nach abgerissen worden. Jahrelang musste die Caritas als Eigentümer auf den Abriss warten, denn es fehlten Genehmigungen. Unter anderem aufgrund offen stehender Fragen, wie etwa nach dem Abriss der nun geplante Neubau gefördert werden könnte. All diese Unklarheiten sind laut Caritas-Kreisgeschäftsführer Christoph Becker nun ausgeräumt, so dass die Bagger zum Abriss der Immobilie, die seit Jahren leer steht und Ruinen-Charakter hat, anrücken konnten.

Bauauftrag wird ausgearbeitet

Schlag auf Schlag geht es allerdings trotzdem nicht. Bis die ersten Steine des Neubaus gemauert sind, können einige Monate ins Land ziehen.

Derzeit, so Becker, werde der Bauauftrag gemäß der neuen Baugesetzgebung des Landes ausgearbeitet, Ausschreibungen seien daher noch keine herausgegangen. Mehr Klarheit kann der Geschäftsführer jedoch zur naheliegenden Frage beisteuern, was genau am Grafweg nun entsteht:

Nahe der Attendorner Kernstadt wird ein Wohngebäude Platz finden, das primär Menschen mit Einschränkungen ein neues Zuhause geben soll. Dafür würden die Wohneinheiten laut Becker barrierefrei gestaltet. „Für diese Menschen ist es schwierig, adäquaten Wohnraum auf dem freien Wohnungsmarkt zu finden“, erklärt der Caritas-Chef im Kreis Olpe und ergänzt: „Wir planen eine Mischung aus Wohnungen und Wohngemeinschaften, die Bewohner werden also in verschiedenen Einheiten zusammenleben.“

Nähe zum Nordwall

Offensichtlich ist die Nähe zu dem Caritasgebäude am Nordwall 4. Die Grundstücke grenzen sogar aneinander. Dennoch werde es zumindest keine bauliche Verbindung geben, so Becker: „Wir werden sicherlich keinen überirdischen Verbindungsgang aus Glas errichten.“ Selbstverständlich werde die Nachbarschaft beider Gebäude im Sinne der künftigen und bisherigen Bewohner genutzt.

Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil begrüßt im Gespräch mit dieser Redaktion das Vorhaben, denn gerade beim sozialen Wohnungsraum gebe es in der Hansestadt Nachholbedarf. Pospischil betont: „Es ist schön, wenn so ein Projekt so nah am Stadtkern entsteht, es fördert die Teilhabe dieser Menschen am gesellschaftlichen Leben, und der Leerstand wird sinnvoll genutzt.“

Dabei habe man anfangs, so Becker weiter, durchaus mit dem Gedanke gespielt, das bestehende Haus am Grafweg „nur“ umzubauen und zu renovieren, doch schnell wuchs die Erkenntnis: „Ein wirtschaftlicher Umbau mit der Nutzung der vorhandenen Bausubstanz war nicht möglich.“ Kaum verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Gebäude aus dem frühen Beginn des vergangenen Jahrhunderts stammt. Doch nun gelte der Blick der Zukunft: Und dem neuen Wohngebäude der Caritas.

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